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Montabaur

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Nr: 11/95

würzkrämer. Lauwer (Lohgerber), Sattler, Strumpfmacher, Rotgerber, Schmiede, Hutmacher, Nagelschmiede und Salz­händler etc.

Natürlich reichte die Kirchgasse und der Große Markt für die Stände der Händler nicht aus. Die ganze Altstadt bis »im Anrethal (Gelbach)...« und gegen der Hospitalgassen an der Bach...« war Ort des Marktes.

Interessant ist es auch, daß sich in der Kirchgasse laut Rats­protokoll vom 1. Oktober 1691 die »Judenschule ...nahe der Pfarrkirche« G) befunden hat, worüber die christliche Bürger­schaft klagte. Wahrscheinlich befand sich diese Schule in ei­nem der ausgebauten Hinterhäuser der Kirchgasse zur Juden- gasse zu. Zumeist standen hier die Scheunen und Stallungen der Patrizierhäuser in der Kirchgasse.

Wie es sich für eine solch bedeutende Straße ziemt, steht an ihrem Ende oder wie man will an ihrem Anfang die Pfarr­kirche St. Peter in Ketten, der Burg gegenüber, nicht nur Zentrum der katholischen Gemeinde der Stadt, sondern in alter Zeit Mittelpunkt des Unterwesterwaldes. - Gegenüber befanden sich die Bildungseinrichtungen der Stadt: im Er­kergebäude westlich der Kirche das Haus des Geheimrats Grandry, das die Stadt 1789 erwarb, um darin die seit langem bestehende Lateinschule unterzubringen (heute Verkehrsver­ein und Reisebüro). (8) Auch die Gebäude der Trivialschulen standen hier. Die Knaben wurden ab 1702 im sich westlich an die Fuhrmannskapelle anlehnenden Gebäude unterrichtet. ( 9 ) Auch eine Mädchenschule ist seit 1687 belegt; GO) sie befand sich Ende der kurtrierischen Zeit benachbart dem oben ge­nannten Haus Grandry, unmittelbar an der Stadtmauer. Das 1838 für die Elementarschüler neu errichtete Gebäude (in neuerer Zeit Finanzamt und Polizei) wurde 1840 Domizil für die Realschule, die später Gymnasium wurde. Hinter der Kir­che hatten die Dernbacher Schwestern 1862 ein neues Gebäu­de für eine Mädchen-Mittelschule errichten lassen. In der Zeit des Kulturkampfes wurde das Gebäude an den preußischen Staat verkauft (1875) und nun Ort des Lehrerseminars, das seit 1851 in Montabaur bestand. Gl)

Elementarschulen, weiterführende Schule und Schule für die Ausbildung der Lehrer: die Kirchgasse führte zum Bildungs­zentrum der Stadt.

Günter Henkel

G) STAM,Abt. 9,5

G) K.A.A. Meister, Geschichte der Stadt und Burg Monta­baur, S. 43 G) STAM, Abt. 2 G) Ebenda G) Ebenda G) Ebenda G) Ebenda

® G. Henkel, Annäherungen an die 700jährige Stadt Mon­tabaur, Seiten 21 ff < 9 > Ebenda, S. 65

(10) 700 Jahre Stadt Montabaur, Katalog zur Ausstellung 1991. Hier A. Baltes, Schulen in Montabaur, S. 102 G 1 ) Ebenda, A. Baltes, Lehrerseminar Montabaur, S. 106 ff

Westerwaldkreis Abfallwirtschaftsbetrieb

Schließung der Wertstoffsortieranlage in Boden am 18.03.1995

Aus betriebsorganisatorischen Gründen bleibt am Samstag, dem 18.03.1995, die Wertstoffsortieranlage in Boden für Selbstanlieferer von Wertstoffen und Wertstoffgemischen ge­schlossen.

Bundesweiter Recyclingtag am 18.03.1995

»Tag der offenen Tür« auf der Sortieranlage in Boden Im Rahmen des Reeyclingtages 1995 lädt der Westerwald­kreis-Abfallwirtschaftsbetrieb zusammen mit der Fa. Bellers­heim Abfallwirtschaft GmbH alle Bürger zu einem »Tag der offenen Tür« auf der Sortieranlage in Boden, an der B 225 am Samstag, dem 18. März 1995, von 09.00 bis 16.00 Uhr recht herzlich ein.

Die Bevölkerung hat aus Anlaß des vg. bundesweit stattfinden­den Reeyclingtages die Möglichkeit, sich vor Ort in der Sortier­anlage über den neuesten Stand der Technik im Bereich der Wertstoffsortierung zu informieren. Wer einmal gesehen hat, wieviel Mühe die Sortierung der Wertstoffe bereitet, der wird künftig sicherlich bewußter mit seinem Abfall umgehen und sich bemühen, Abfälle bereits im Ansatz zu vermeiden. Neh­men Sie daher die Möglichkeit wahr, sich vor Ort zu informie­ren, denn »Müllbewußtsein ist Ansichtssache«.

Bücherei-Info

Neue Bücher für das erste Lesealter

Die Stadtbücherei Montabaur hat neue Bücher für Leseanfän­ger. Die Bücher sind wirklich ein erster Lesespaß mit vielen farbigen Bildern, großer Druckschrift, kurzen und witzigen Geschichten und Themen, die Kinder interessieren und von namhaften Autoren und Grafikern gemacht. Zum Beispiel gibt es die Bücher:

»Maja und der Hausaufgaben-Trick« von Jo Pestum

»Hamster Leos Geheimversteck« von Willi Fährmann

»Das Monster in Mamas Schrank« von Christa Zeuch

»Rudi Vampir beißt sich durch« von Ingrid Uebe

»Besuch für Esel Jaja« von Jürgen Banscherus

»Detektiv Nick Nase und die Geister« von Marjorie Weinman

Sharmat

»Leselöwen Seeräubergeschichten« von Klaus-Peter Wolf Alle Bücher können kostenlos für drei Wochen ausgeliehen werden. Sie finden die Stadtbücherei in der Gelbachstraße 9.

Öffnungszeten der Stadtbücherei Montabaur:

Montag. 15.00 bis 18.30 Uhr

Dienstag.15.00 bis 18.00 Uhr

Mittwoch.10.00 bis 14.00 Uhr

Donnerstag.15.00 bis 18.00 Uhr

Samstag.'..10.00 bis 12.00 Uhr

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Freitag, 17. März 1995,20.00 Uhr : im Haus Mons Tabor, Montabaur Theatervorstellung

Tagebuch eines Wahnsinnigen

nach der Novelle von Nicolai Gogol

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Inhalt: Das Elend eines kleinen russischen Beamten in der glänzenden Hauptstadt Petersburg hat Gogol am eigenen Leib erlebt. Die unverrückbare, kastenmäßige Erniedrigung an Geist und Seele durch ein despotisches Bürokratensystem muß auf dem Dichter wie ein Alpdruck gelastet haben.

Das Tagebuch, das nach Kalenderdaten geführt ist, die am Anfang noch Realitätswert besitzen und fortschreitend in ima­ginären Zeiträumen enden, zeigt den alternden Junggesellen, der als Schreiber im Vorzimmer eines Direktors sitzt und beim Bleistiftspitzen für den Chef dessen Tochter in einem kurzen Augenblick sieht.

Damit beginn die Geschichte eines Unglücks. Diese eingebil­dete Bekanntschaft ist der erregende Anlaß für eine krankhaf­te Vorstellung, die ihn nicht mehr losläßt und zu immer größe­rer Entfernung von seinen wirklichen Verhältnissen zwingt. Der allmählich sich steigernde Wahn bringt ihn dazu, das Hündchen seiner Angebeteten auf der Straße zu verfolgen, um von dem Tierchen, das in seiner Phantasie spricht, das Ge­heimnis seiner Herrin zu erfahren. Anfangs versucht er noch, diese Irrbilder zu korrigieren. Aber je unglücklicher er durch diese Liebe wird, von der niemand etwas ahnt, desto mehr