Montabaur
Nr. 9/95
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morgens 05.00 Uhr bis abends 21.00 Uhr. Die Zahl der so verfütterten Raupen und anderen Insekten ist unvorstellbar. Immer mehr Leute in der Stadt und im Dorf wenden sich von Biozideinsätzen im Hausbereich ab. Der chemiefreie Gemüse-, Obst- und Ziergarten ist ihnen wichtiger. Biologische Schädlingsbekämpfung ist angesagt. Sicherlich sind unsere Singvögel nicht in der Lage, Massenvermehrung von Insekten zu verhindern. Jede Vogelbrut hilft jedoch vorbeugend mit, die Verbreitung von so manch unbeliebter Insektenart einzudämmen. Für unsere Höhlenbrüter gibt es in anderen Städten und Dörfern immer noch Mangel an Brutmöglichkeiten, da Altbäume mit Höhlen oft fehlen. Meisen, Feldsperling oder Trauerschnäpper könnten dort wesentlich häufiger Vorkommen, wenn ausreichende Brutmöglichkeiten vorhanden wären. Jedermann ist zur Mitarbeit an der Aktion aufgerufen. Neben der Unterstützung einer biologischen Schädlingsbekämpfung sind herrliche Beobachtungen möglich, was vor allem für Kinder und Jugendliche ein Einstieg in die weitere Beschäftigung mit unserer einheimischen Fauna und Flore sein kann und dem Engagement im Naturschutz förderlich ist.
Die von der Werkstatt für Behinderte der Heime Scheuern hergestellten Nistkästen aus Naturholz, mit Dachpappe abgedecktem Dach und Befestigungsleisten, werden zu einem Abholpreis von 15,50 DM/Stück abgegeben.
Sie können bis 15.03.1995 mit dem im Anschluß.abgedruckten Bestellformular schriftlich bestellt werden.
Sammelbestellung für Meisen-Nistkästen
Hiermit bestelle ich.Stück Meisen-Nistkästen.
Pro Stück zahle ich 15,50 DM incl. MWSt, in bar bei der Übernahme des Nistkastens. Ort und Zeit der Ausheferung werden an gleicher Stelle noch bekanntgegeben.
Datum:..
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Telefon:..-..
Straße:.
Ort:.
An die Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur, 56402 Montabaur, Postfach 1262.
Hinweis:
Die Rufnummer der Umweltbeauftragten hat sich geändert. Frau Wunderlich ist nun unter der Durchwahl 02602/126.215 bei der Verbandsgemeindeverwaltung zu erreichen.
Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.215.
IUS ARCHIVI
Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
Tiergarten Teil II.
Ini Jahre 1806, also kurz nach dem Sieg Napoleons über Österreich (Schlacht bei Austerlitz), bzw. vor seinem Krieg gegen Preußen (Schlacht bei Jena und Auerstedt) muß die Stadt » von den umhegenden bequartierten Dorfschaften« 84 napoleonische Soldaten unterbringen, die mit Krätze behaftet sind und zu deren Bedienung »Chirurgien nebst Frau und Kind« in die Stadt gekommen waren. Da man »offenbare Gefahr und wesentliche Nachteile des Geschäftsganges« durch die »mit Krätze und änderen gefährhchen Krankheiten behafteten Individuen« befürchtet und diese auch nicht auf dem Schloß einqüartiert werden sollen, muß die Stadt das Tiergartengebäude (wohl das Gestütshaus) zur Unterbringung der Kranken herrichten.*
Danach ist es längere Zeit still um den Tiergarten. Daß die Bürger ihn anscheinend nicht zu schätzen wußten, zeigt ein
Brief aus preußischer Zeit vom kommissarischen Landratsamtsverwalters an Bürgermeister Custer, der am 1. Okt. 1891 folgendes feststeht: »An verschiedenen Stehen des sog. Thiergartens hierselbst sind die jungen Baumpflänzlinge wenige Fuß über dem Erdboden in ruchloser Weise abgeschnitten worden, an einer Stehe sind in einem Umkreise von mehreren hundert Metern auf solche Weise die frischen Anpflanzungen gestört. Die Schnittflächen zeigen, daß diese Beschädigungen erst in jüngster Zeit verübt worden sind.
An anderen Stehen sind unmittelbar an und auf den zur Promenade bestimmten Wegen des Thiergartens Scherben, Kehricht, Schutt uvm. in Mengen abgefahren. Es ist erforderlich, hier einzugreifen und erachte ich es zunächst für notwendig, auf die nachfolgenden Bestimmungen... der Polizeiverordnung... öffentlich hinzuweisen.« Das Umweltbewußtsein der städtischen Bürger war wohl nicht sehr ausgeprägt, denn im März 1892 erreichte den Bürgermeister ein weiterer Brief: »... habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß der Thiergarten... ... unausgesetzt verunreinigt und verwahrlost wird und daß dieser Thiergarten, der eine Zierde der Stadt Montabaur sein könnte, teilweise in einem Zustande der Unsauberkeit sich befindet, welcher einem Jeden den Besuch desselben vollständig verleiden kann. Es bedarf nur eines Blickes, um das Gesagte voll bestätigt zu finden. Blechabfälle, alte Lumpen etc. hegen darin herum, und—was das Peinlichste für jeden Besucher sein muß - die Sp azierwege sind häufig mit Ruß besudelt.«** Im Jahre 1896 wollten Stadtrat und Bürgermeister ursprünglich von der Preußischen Domänenverwaltung den ganzen Tiergarten kaufen, es mangelte jedoch an Geld. Sie boten DM 7,50 für die Rute. Daraufhin forderte nunmehr die Aufsichtsbehörde die Aufstellung eines Bebauungs- und Baufluchtlinienplanes für das Terrain »falls die Stadtgemeinde Montabaur sich nicht dazu verstehen sollte dasselbe zu einem dem Werte als Bauplätze entsprechenden Preis zu erwerben« Man ließ einen Gesamtbaufluchtlinienplan einschließlich der Altstadt erstellen, der 1898 vom Magistrat und Stadtrat gutgeheißen wurde. Die Umlegung des Tiergartengeländes wurde von der preußischen Verwaltung in Wiesbaden durchgeführt, mit vorbildlichen Straßen, in die alle Versorgungsanlagen gleich eingebaut wurden.***
Diese Straßen erhielten 'die Namen Tiergartenstraße, Fürstenweg, Gerichtsstraße (wegen dem 1911 erbauten Amtsgericht), Kaiserstraße (wohl wegen des Kaiser-Wilhelm-Denk- mals in unmittelbarer Nähe), Waterloostraße (erinnert an Bürgermeister Peter Modest Valentin Waterloo, Bürgermeister von Montabaur, 1832-1875), Herzog-Adolf-Straße (Nas- sauischer Landesherr, regierte von 1839-1866; besuchte zur Herbstjagd unsere Stadt, da das Schloß in Montabaur vernachlässigt worden war, wurde 1860 auf Vorschlag des Herzoglichen Schloßverwalters der Nassauer Hof in der Kirchstraße zur Residenz des Herzogs während dieser Zeit gewählt ****) und Bergstraße (heute Freiherr-vom-Stein-Straße).
Sie wurden in den folgenden Jahrzehnten nach, und nach bebaut.
In der Tiergartenstraße befand sich im Jahre 1912 der erste Fußballplatz von Montabaur.
Beatrix Künzer
* Abt. 3, Nr. 218
** Abt. 4, Nr. 425
*** ■ Abt. 9,4 Nr. 28
**** G. Henkel in »Montabaur: Von Scharfrichtern,
Schülern, Gastwirtschaften«
Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch, Freitag..10.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag.15.30 bis 17.30 Uhr
Mietwohnungsbau wird gefördert
Bauwillige können wieder Fördermittel für den Mietwohnungsbau beantragen. Das teil das Referat Bauforderung der Kreisverwaltung in Montabaur mit.
Im ersten Förderungsweg (»Sozialprogramm«) werden Mietwohnungen für bestimmte Zielgruppen gefordert. Hierzu gehören Alleinerziehende, Schwerbehinderte, kinderreiche Familien, junge Ehepaare, schwangere Frauen sowie ältere Menschen. Die Förderung erfolgt hier mit öffentlichen Baudarlehen zu einem Zinssatz von 0,5 Prozent. Die Mietob er grenze ist in Gemeinden der Mietstufe eins bei 7,30 Mark pro Quadratmeter festgesetzt.
Im dritten Förderungsweg soll der Bau von Mietwohnungen zugunsten einkommensschwächerer Personen und Famifien mit mittlerem Einkommen, für Senioren und Schwerbehinderte sowie Werks- und Dienstwohnungen gefördert werden.
Es werden in der Regel Baudarlehen bis zu 1.100 Mark oder Bauzuschüsse bis 550 Mark pro Quadratmeter Wohnfläche

