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Montabaur

derspielplätzen, Sandkästen im Garten oder als ver­kehrsberuhigende Pflanzenkübel in Wohngebieten. Daß diese Verwertung allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt, leuchtet ein und viele verantwortungs­bewußte Autofahrer fragen sich, was mit den tausenden Ton­nen übriger Altreifen passiert.

Altreifen zum Reifenfachhandel

Ausgediente Reifen, die im Keller oder der Garage lagern, nimmt der Reifenfachhandel entgegen. Im Schnitt verlangt der Händler dafür pro Stück etwa 2,50 DM. Der Händler sortiert aus den angelieferten Pneus drei Fraktionen aus: Schrottrei­fen, Gebrauchtreifen und Reifen, die zur Runderneuerung verwendet werden.

Runderneuerung

Nicht jeder Altreifen taugt zur Runderneuerung. Anhand von Listen sortiert der Händler geeignete Reifen mit intaktem Unterbau (Karkasse) aus und reicht sie an die Altreifenverwer­ter weiter. Die Runderneuerung stellt durchaus einen effekti­ven Verwertungsweg für Altreifen dar. Im Preis rund ein Drittel günstiger als Neureifen, sind sie eine umweltfreundli­che Verlängerung des Reifenlebens, da sie bei der Herstellung nur ein Siebtel des Rohöls im Vergleich zu Neureifen benöti­gen. Verlieren auch sie irgendwann ihr Profil, dann müssen sie als Schrottreifen endgültig entsorgt werden.

Schrottreifen

Der im Augenblick einzig mögliche Entsorgungsweg für Schrott­reifen ist die Verbrennung in Zementwerken. Etwa 200.000 Tonnen pro Jahr werden auf diese Weise »thermisch verwer­tet«. Eine Einbindung in einen Recyclingkreislauf könnte nach Ansicht des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur- Handwerk (BRV) als Verarbeitung zu Altgummi-Granulat und -mehl erfolgen. Dabei ist vor allem an eine Beimischung zu Schuhsohlen, Sportplatzbelägen, Neureifen und im Straßen­bau gedacht. In der Erprobung befindet sich die Möglichkeit der Pyrolyse, Vergasung und Verbrennung von Reifen in Heiz­kraftwerken.

Gebrauchtreifen

Nach einer Einschätzung der Reifen-Entsorgungs-Gesellschaft, Hannover (REG), können rund 150.000 Tonnen Altreifen als Gebrauchtreifen wiederverwendet werden. Ein geringer Teil davon kommt in Deutschland auf den Markt, der Rest wird ins Ausland exportiert. Dazu ein Reifenentsorger der REG: »Auf solche Reifen sind viele Länder angewiesen. In Afrika ist ein Reifen mit 3 mm Profil quasi ein Neureifen. Würden wir nicht dorthin liefern, bräche das Versorgungssystem zusammen.«

TÜV-zertifiziert Entsorgungsbetriebe Um »schwarze Schafe« unter den Entsorgern auszusortieren, haben BRV und TÜVRheinland 19 Umwelt- und Brandschutz­kriterien entwickelt, die bei Erfüllung vom Entsorger das Zertifikat »TÜV-geprüft« einbringen. Die Anforderungen sind anspruchsvoll. So muß der Entsorger unter anderem die Stoff­ströme (wo kommt was her, wo gelangt was hin) aufzeichnen und muß einen ausgebildeten Umwelt- und Brandschutzbe­auftragten einsetzen. Außerdem darf der Lagerbestand maxi­mal 25 Prozent des Jahresumsatzes betragen. Wichtig ist auch die Erfüllung der Exportbestimmungen. TXJV-zertifizierte Betriebe dürfen nur sortierte Altreifen mit einer entsprechen­den Ausfuhrgenehmigung ins Ausland verbringen. Das Zerti­fikat wird für ein Jahr erteilt und kann durch Wiederholungs­prüfungen jeweils um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bislang hat der TÜV bundesweit 13 Entsorgungsbetriebe aus­gezeichnet. Eine entsprechende Liste ist beim BRV, Oberlän­der Ufer 172, 50968 Köln, erhältlich.

Die Umweltbeäuftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl: 02602/126.196.

IUS ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Der Stadtbrunnen am Großen Markt Siebter Teil Montabaur als Schulstadt

Feder, Tintenfaß und Buch stehen als Symbole für die lange

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Nr. 47/94

Tradition Montabaurs als Schulstadt. So gibt eine Schulord­nung von 1490 Auskunft über die Ziele der fünfklassigen Lateinschule, »die neben der Vermittlung der Grundkenntnis­se Lesen und Schreiben die Beherrschung der lateinischen Sprache vermittelte«. » Fast ausschließlich haben bis ins 18. Jahrhundert hinein Geistliche in Montabaur unterrichtet, die Lehrpläne stammten bis 1803 aus der Kanzlei der Erzbischö­fe.« Dieser Schultyp, der als Vorläufer der heutigen Gymnasien anzusehen ist, hielt sich bis zum Ende des 18, Jahrhunderts. »Außer der höheren Schule befanden sich in Montabaur an Trivial- oder Volksschulen noch eine Knaben- und eine Mäd­chenschule. Letztere ist zum ersten Mal für das Jahr 1687 belegt.«

Nachdem die Stadt 1803 auf Grund des Reichsdeputations­hauptschlußes zu Nassau kam, wurde 1806 ein Gymnasium eröffnet, welches jedoch schon 1817 wieder aufgehoben wurde. 1819 wurde eine Realschule genehmigt, die aber nur vier Jahre bestand, so gab es bis 1840 keine höhere Schule in Montabaur. In diesem Jahr wurde die Realschule neugegründet, die sich nach der Eingliederung Nassaus in das Königreich Preussen 1868 zunächst in ein Progymnasium und 1871 in ein Vollgym­nasium umwandelte. In diesem Jahr erhielt die Schule durch eigenhändig unterschriebenen kaiserlichen Erlaß den Namen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium verliehen.*

Die Schülerzahlen im Vergleich:

1872/73 gab es 227 Gymnasiasten, im Schuljahr 1992/93 waren 934 Schüler/innen allein am Mons-Tabor-Gymnasium ange­meldet.**

Im Jahre 1862 wurde durch die Dernbacher Schwestern die sog. »Katharinenschule« - eine Mittelschule für Mädchen er­öffnet, die aber 1877 durch das Klostergesetz geschlossen werden mußte und erst 1920 wieder von den Dernhacher Schwestern übernommen werden konnte. Noch heute ist das Gebäude, in dem die Schule von 1922 bis zu ihrer Auflösung 1939 in der Gelbachstraße (heute Haus der Jugend) unterge­bracht war unter o.g. Namen bekannt.*

Von 1851 bis 1926 bestand außerdem ein Lehrerseminar, dessen zweiter Direktor Joseph Kehrein von außerordentlicher Bedeutung für Montabaur sowie das nassauische Schulwesen war. Er verfaßte neben wissenschaftlichen Einzelabhandlun­gen 50 Bücher,*** von denen einige noch heute von Heimatfor­schern benutzt werden. Neben der Grundschule, die seinen Namen trägt, erinnert uns das Denkmal zwischen Kirche und Gesundheitsamt/Polizeidirektion an sein Wirken.

Noch zu erwähnen ist die 1845/46 gegründete Gewerbeschule als Vorläufer der heutigen Berufsbildenden Schule. Desweiteren das 1947 eingerichtete Aufbaugymnasium, das seit 1987 den Namen Peter-Altemeier-Gymnasium trägt und vor einigen Jahren in ein Musikgymnasium umgewandelt wurde, in dem Schüler aus ganz Rheinland-Pfalz unterrichtet werden. Als letzte kam 1969 die Realschule dazu, die heute zusammen mit den Hauptschulen in Montabaur und Horressen sowie weite­ren Einrichtungen der Erwachsenenbildung das umfassende Angebot abrundet.*

Beatrix Künzer

* aus »Schulen in Montabaur« von A. Baltes in »700 Jahre

Stadt Montabaur«

** aus Festschrift »125 Jahre Mons-Tabor-Gymnasium Mon­

tabaur«

*** aus »1000 Jahre Montabaur 930 - 1930« Öffnungszeiten des Stadtarchivs:

Montag, Mittwoch, Freitag. 10.00 bis 12.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag. 15.30 bis 17.30 Uhr

Allgemeine Viehzählung

zum 3. Dezember 1994

Zum 3. Dezember 1994 findet bundesweit eine allgemeine Viehzählung statt. Die Zählung erstreckt sich auf

Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und Geflügel. Auskunftspflicht' besteht für Inhaber oder Leiter viehhalten­der Betriebe und sonstige Viehhalter. Anzugeben .sind alle Tiere, die sich zum 3. Dezember in Ställen und auf Flächen des , Betriebes befinden, einschließlich aufgenommenes fremdes Vieh. Bestehen Anordnungen der Veterinärbehörden, die den Personenverkehr auf einzelnen Betrieben beschränken, wer­den die Auskunftspflichtigen gebeten, darauf hinzuweisen. Wir machen darauf aufmerksam, daß ordnungswidrig handelt, wer die Auskünfte vorsätzlich oder fahrlässig nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erteilt.

Die Angaben unterliegen der Geheimhaltung. Eine Verwen­dung zu steuerlichen Zwecken ist gesetzlich ausgeschlossen.