Montabaur . 12 | . . Nr. 45/94
Volkstrauertag 1994
Gewalt, Kriege, Terror und Verschleppung von Kindern und Erwachsenen beherrschen im modernen Zeitalter des 20. Jahrhunderts das Tagesgeschehen in unserer Zeit.
Es ist kaum vorstellbar, aber die Medien berichten jeden Tag über Greueltaten, begangen an unschuldigen Menschen. Tagtäglich bitten wir um Frieden.
Ist Frieden überhaupt möglich? Lohnt es sich, der Menschen heute noch zu gedenken, die wir in den letzten beiden Kriegen verloren haben, und sich an Menschen zu erinnern, die bis heute gefallen oder auf andere Weise umgekommen sind? ,
Seit 75 Jahren widmet sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ; seiner großen humanitären Aufgabe. Erbemüht sich, die Gräber der damals gefallenen Soldaten zu finden, die Toten zu bergen und zu identifizieren, fordert die internationale Zusammenarbeit und die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.
Das Andenken und die Erinnerung sollte fortbestehen, auch in den heutigen Generationen.
Volkstrauertag,
Tag des Gedenkens an Menschen, die gefallen, vermißt, verschollen oder wie auch immer auf andere Weise ums Leben gekommen sind. Diese Menschen haben in ihrer Zeit auf ein besseres Leben gehofft, so wie wir heute, w
Überzeugt davon sollten wir sein, daß es eine Frage der Kultur eines jeden Landes ist, wie die Lebenden mit dem Gedenken an die Toten von Krieg und Gewalt umgehen.
Mehr als 65 Millionen Menschen haben in den beiden Weltkriegen dieses Jahrhunderts ihr Leben verloren. Unfaßbar der Tod von vielen Millionen Menschen die durch Gewaltherrschaft, Krieg und Terror in unseren Tagen ihr Leben lassen. V-'
Alle Menschen die durch Kriege ums Leben gekommen sind, dürfen wir nicht vergessen und ihr Andenken bewahren. ■
In der Formulierung von Martin Luther King finden wir die Lösung: »Wenn wir annehmen, daß das Leben lebenswert ist und daß der Mensch ein Recht zu leben hat, dann müssen wir eine Alternative zum Krieg finden.«
Bleiben wir im Gespräch; lösen wir Auseinandersetzungen und Konflikte nicht durch Gewalt und Krieg, lösen wir sie durch ein Miteinander im Dialog.
Eine Herausforderung für alle Menschen sich hier bei uns und in aller Welt mit Einsicht, Toleranz und Gerechtigkeit einzusetzen.
Denkmäler erinnern an Geschichte. Sie sind dazu da, aller Menschen die ums Leben gekommen sind, zu gedenken, wenigstens einmal im Jahr.
Dieter Kanz
Unsere Friedhöfe halten das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wach.
Einladung
Das Totengedenken
auf dem Ehrenhain »Westerwald 1939/45«
Friedhof der Stadt Montabaur, an der Friedensstraße, findet statt , ' '
am Sonntag, d§m 13. November 1994, um 17.30 Uhr.
Im Namen der Stadt Montabaur und des Vplksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sind alle Bürger und Gäste, insbesondere die jüngere Generation eingeladen, diese Gedenkstunde zu besuchen.
Die Ansprache hält der Landrat des Westerwaldkreises, Peter Paul Weinert.
Die Kranzniederlegung erfolgt im Auftrag der Landesregierung.
Mitwirkende an der Gedenkstunde sind: Die Vertreter der evangelischen Und katholischen Kirche, der Musikverein Holler, der Männergesangverein »Cäcilia« Horbach, der Ehrenzug der Bundeswehr Montabaur, die Vertreter der Reservistenkameradschaft, die Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Montabaur, die Abordnung der Schützengesellschaft St. Sebastianus Montabaur.
Dr. Possel-Dölken, Bürgermeister Dieter Kanz, Beauftragter

