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Montabaur

Nr. 41/94

Eine gewichtiger Rolle beim Rückgang scheint der Säureein­trag in den Boden zu spielen. Das verstärkte Auftreten der Schadstoffe Schwefeldioxid, Stickoxide und Ammoniak in den 80er Jahren hat zu einer sehr starken Versauerung der Wald­böden geführt. Die meisten Pilzarten benötigen für ihr Wachs­tum jedoch neutrale Böden, so daß viele von ihnen aufgrund des Säureeintrags ausgemerzt wurden.

Möglichkeiten des Pilzschutzes

Vorschläge einzelne Arten hzw. Gattungen unter Schutz zu stellen, stoßen immer wieder auf Widerspruch, da es bis heute nicht bewiesen ist, daß Pilzarten durch intensives Absammeln in ihrem Bestand gefährdet werden, denn das lebensnotwendi­ge Wurzelgeflecht bleibt ja erhalten. In der Bundesrepublik Deutschland trat am 01.01.1987 die Bundesartenschutzver­ordnung in Kraft, die sechs Gattungen und zwölf weitere Arten von Großpilzen (Porling, Saftling, Brätling, Birkenpilz u. a.) unter Schutz stellt. Allerdings ist die Auswahl unter Pilzexper­ten umstritten. Manche bezeichnen den Artenschutz für Pilze generell als »unzweckmäßig«, da es kaum möglich sei, in der Bevölkerung Akzeptanz dafür zu erhalten, allgemein beliebte und gebietsweise noch recht häufige Speisepilze unter Schutz zu stellen.

Verbote zum Sammeln von Pilzen sind in verschiedenen Län­dern üblich. So kennt man Sammelverbote an bestimmten Wochentagen »damit sich die Pilzflora erholen kann« aus einigen Kantonen der Schweiz und aus Italien. In Kärnten ist »das erwerbsmäßige Sammeln und Feilbieten von Pilzen« in bestimmten Monaten untersagt. Mengenbegrenzungen, zum Beispiel auf 2 Kilogramm pro Tag und Person, sind üblich in Österreich, Italien und Ungarn. Diese Maßnahme hat sich in der Praxis als sinnvoll und auch einigermaßen durchsetzbar erwiesen.

Mehr als solche Maßnahmen, hat allerdings die Reaktorkata­strophe von Tschernobyl im Jahre 1986 und die damit verbun­dene radioaktive Verseuchung der Pilze dazu beigetragen, exzessive Pilzsammelei unattraktiv werden zu lassen. Manche Pilze reichern Cäsium bis zum lOOfachen ihrer Umgebungs­konzentration an. Zwar ist die Belastung mit Cäsium 134 heute weitgehend verschwunden, Cäsium 137 hingegen, wird durch seine lange Halbwertszeit von über 30 Jahren, noch nach über 100 Jahren in erhöhter Konzentration in vielen Pilzen zu finden sein.

Biotopschutz

Da die Gefahr des Pilzartenschwundes offenbar weit weniger von Pilzsammlern als von der Schädigung und Vernichtung der Biotope ausgeht, ist der Biotopschutz die wichtigste und drin­gendste Maßnahme des Pilzschutzes. Nur durch die verstärkte Ausweisung von Naturschutzgebieten, können auch so einzig­artige Naturdokumente wie sehr große, jahrhundertealte He­xenringe erhalten werden.

Einige Hinweise für Pilzsammler:

Zwar sind Pilzstandorte in erster Linie durch Umweltbe­lastungen wie Pflanzenschutzmittel, Abwasser, Luftschad­stoffe und Abfall gefährdet, aber auch das unbeschränkte Absammeln - vor allem kleinster Exemplarekann deren Verbreitungsgebiet und Vorkommen erheblich einengen. Im Interesse einer artenreichen Pilzflora sollten Sie daher seltene Arten oder Arten, von denen sich nur wenige Exemplare finden, vom Sammelkorb verschonen. Beim Sammeln dürfen Pilze auf keinen Fall ausgerissen wer­den, sondern müssen sorgfältig mit einem scharfen Mes­ser von ihrem Untergrund abgeschnitten werden, damit das Mycel nicht verletzt wird und somit für weitere Pilz­generationen gesorgt ist. Von Pilzen, die Sie nicht genau kennen, sollten Sie allenfalls ein Exemplar zur näheren Bestimmung mit nach Hause nehmen. Beim Pilzesam­meln auch auf die umgebende Natur achten und nicht alles zertreten.

Literatur: »Rote Liste der gefährdeten Großpilze« von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. und dem Naturschutzbund Deutschland e.V., IHW-Verlag, Bert-Brecht-Straße 18, 82279 Eching.

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.196

Hinweis an alle Gartenbesitzer

Müllvermeidung und Müllminderung sind heute zentrales Thema im Umweltschutz. Gerade organische Abfälle aus dem Garten stellen für viele Gartenbesitzer, aber auch für den öffentlichen Bereich ein großes Entsorgungsproblem dar. Besonders sperriges Ast- und Stammaterial, welches bei Hek- kenschnitt und notwendigen Rodungsmaßnahmen anfällt,

beansprucht bei einer Entsorgung über die Mülldeponie wert­vollen Deponieraum. Sinnvoller ist es, diese organischen Stoffe dem Naturhaushalt wieder direkt zuzuführen. Da holzige Pflanzenteile jedoch langsam und schwer verrotten, hat sich hier eine Methode bewährt, die nun auch den Bürgern der Verbandsgemeinde Montabaur angeboten werden soll: Das Schreddern.

Die Behindertenwerkstatt Montabaur hat mit Unterstützung der Verbandsgemeinde einen großen und sehr leistungsfähi­gen Schredder angeschafft, der Astmaterial bis zu einer Stärke von 16 cm im Durchmesser zerkleinern kann. Dieses Gerät kann gegen einen besonders günstigen Kostensatz auch den Bürgern der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt wer­den. Standort des Gerätes ist die Gärtnerei der Behinderten­werkstatt in Niederelbert. Hier kann das Schnittgut freitags von 09.00 bis 14.00 Uhr angeliefert und sofort geschreddert werden. Das entstehende Mulchmaterial muß vom Anlieferer wieder mitgenommen werden. Es eignet sich jedoch hervorra­gend als Abdeck- und Mulchmaterial für den Garten. Fallen sehr große Mengen zu schredderndes Material an (mehr als 3 m 3 ), dann kann der Schredder auch zum jeweiligen Einsatzort direkt gebracht werden. Hierzu muß mit Herrn Noll, Gärtnerei Niederelbert, mindestens eine Woche vorher ein diesbezügli- ! eher Termin abgemacht werden.

Die entstehenden Kosten liegen bei 39 DM/Einsatzstunde, wenn das Schnittgut direkt nach Niederelbert gebracht wird und bei 70 DM/Stunde und 1 DM/km Anfahrtsweg, wenn der Schredder vor Ort zum Einsatz kommt. In beiden Fällen | kommt die Mehrwertsteuer noch hinzu.

Bei Rückfragen wendet man sich an die Gärtnerei in Niederel­bert, Herrn Noll, Telefon 02602/2007, oder die Umweltbeauf­tragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Frau Wunderlich, Telefon 02602/126.196.

Erwachsenenbildung |

VHS Montabaur informiert

08201 Weihnachtsschmuck mit Seidenblumen

Wir basteln Adventskränze, Tischschmuck oder verschiedene

Gebinde und dekorieren diese mit Seidenblumen

Beginn: Donnerstag, 17. November 1994, 19.30 Uhr

Dauer: 2 Abende

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Rosalene Pehl

Gebühren: 12, DM

(Bitte mitbringen: frische Tannen, Strohkränze undU-Nadeln) 08202 Krippenfiguren für die eigene Weihnachtskrippe Unter fachkundiger Anleitung erlernen wir die Technik des Reliefgießens, um selbst Krippenfiguren herstellen zu können. Beginn: Dienstag, 8. November 1994, 19.00 Uhr

Dauer: 4 Abende (2 Zeitstunden)

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Marion Schmidtke

Gebühren: 30,- DM

Info-Abend: Dienstag, 25. Oktober 1994, 19.30 Uhr 08203 Wir basteln eine Weihnachtskrippe Wer noch Zeit und Muße hat, kann in diesem Kurs diepassende Krippe zu den Figuren herstellen.

Beginn: Dienstag, 6. Dezember 1994, 19.00 Uhr

Dauer: 2 Abende (2 Zeitstunden)

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Marion Schmidtke

Gebühren: 15, DM

08105 Seidenmalen für Fortgeschrittene

Beginn: Dienstag, 8. November 1994, 19.30 Uhr

Dauer: 4 Abende

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Christa Laux

Gebühren: 20, DM

08106 Porzellan- und Fliesenmalerei für Anfänger und Fortgeschrittene

Dieser Kurs bietet Gelegenheit, die Grundtechniken der Por­zellanmalerei zu erlernen. Wir malen mit Degussa-Aufglasur­farben, die mit einem Malmedium malfähig gemacht werden, auf weißem Porzellan.

Beginn: Montag, 24. Oktober 1994, 19.00 Uhr

Dauer: 8 Abende

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Karin Schmidt

Gebühren: 45, DM (Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.)