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Montabaur

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Nr. 37/94

Natur & Umwelt Info

Vermeiden und Trennen von Abfall beim Hausbau

Teurer Bauschutt muß nicht sein

Ein Hausbau oder eine Wohnungsrenovierung ist wahr­lich keine Angelegenheit, die man so nebenher erledigt. Gespräche mit dem Architekten sind nötig, Bauunter­nehmer und Handwerker sind unter einen Hut zu brin­gen und nicht zuletzt will die finanzielle Seite geregelt sein. Bei dem ganzen Streß auch noch an den Abfall auf der Baustelle denken? Container hingestellt und ab damit - eine Einstellung, die nicht nur aus Umwelt­schutzgründen kurzsichtig ist. Auch geldmäßig rächt sich die Ex-und-Hopp-Mentalität.

Denn der Platz auf den Bauschuttdeponien wird immer knap­per. Dadurch steigen die Preise für Baustellenabfälle und Abbruchmaterialien von Jahr zu Jahr. Mehrere 10.000 DM sind bei einem Hausabbruch keine Seltenheit.

Denn ob Sie ein Haus bauen oder vor dem Neubau erst ein altes abbrechen müssen in jedem Fall fällt ein Gemisch aus vielen verschiedenen Materialien an, dessen unsortierte Entsorgung sie teuer zu stehen kommt. Mit der richtigen Abfallvermeidung und -trennung läßt sich schnell eine Menge Geld sparen. Informationen helfen Geld sparen!

Bevor Sie anfangen zubauen oder abzubrechen, sollten Sie sich daher bei den Beratungsstellen der Stadt oder des Landkreises informieren, wie und wo die einzelnen Materialien ein­gesammelt werden und wie teuer die Ablieferung ist.

Sortieren kommt vor deponieren!

Viele der anfallenden Stoffe sind wiederverwertbar. Zum Bei­spiel Kartonagen, Plyethylen-Folien und Styropor - allerdings nur wenn sie sauber sind. Außerdem Schrott, rohes unbehan­deltes Holz, Beton ohne Armierungsstahl, Dachziegel, Pfla­stersteine und nicht zuletzt Erdaushub. Nicht verwertbar und von daher teurer zu entsorgen sind Gips- und Mörtelreste, mit Ol, Laugen oder ähnlichen verunreinigter Erdaushub oder Baustellenabfälle, zu denen unter anderem imprägnierte oder lackierte Holzabfälle, Preßspanplatten, Glaswolle oder ver­schmutzte Folien und Styropor gehören.

Abbruch

Die Devise lautet hier: Erst das Haus entrümpeln, also alle beweglichen Teile aus dem Haus entfernen und sortieren, dann die verschiedenen Installationen wie Wasser- und Elektroka- bel, Heizkörper, Öltanks, Holz, Kunststoffe und Ziegel ausbau­en und sortieren. Vorsicht bei asbesthaltigen Produkten! Älte­re Fassadenplatten, Dachwellplatten, Isolierungen und Nacht­speicheröfen enthalten häufig die krebserregenden Asbestfa­sern. Diese sollten Sie auf jeden Fall von einer Fac hfir ma abbauen und entsorgen lassen. Lassen Sie sich vor der Auf­tragsvergabe den speziellen Sachkundenachweis nach der Richt­linie TRGS 519 zeigen, der an entsprechend qualifizierte Fir­men vergeben wird. Asbesthaltige Produkte lagern am besten angefeuchtet in geschlossenen Behältern.

Neubau

Die Vermeidung von unnötigem Erdaushub, Verpackungsmüll und von Kosten beginnt hier schon vor dem eigentlichen Baubeginn:

Sprechen Sie mit Ihrem Architekten über den anfallenden Erdaushub. Meist kann dieser bei der Gestaltung der Außen­anlagen verwendet und muß nicht zur Deponie gebracht wer­den. Allein durch die wegfallenden Transportkosten sparen Sie eine Menge Geld.

Verpflichten Sie die Handwerker bei der Auftragsvergabe schriftlich, ihre Abfälle zu sortieren und selbst zu entsorgen. So schieben Sie der Sorglosigkeit vieler Handwersbetriebe in Bezug auf Müllvermeidung einen Riegel vor und schützen sich vor hohen Entsorgungskosten.

Auch bei Lieferanten sollten Sie auf Mehrwegverpackungen bestehen oder die Rücknahme des Verpackungsmaterials ver­einbaren. Wählen Sie bei der Auswahl der Baumaterialien immer die umweltfreundlichste Variante. Erstens sparen Sie sofort bei der Entsorgung der Reste und zweitens bei einem eventuellen Umbau in vielen Jahren, wenn die Bauschuttent­sorgung und die Wiederverwertung voraussichtlich um ein Vielfaches teurer sind als heute.

Die trotz allem noch verbleibenden Reststoffe entsorgen Sie am günstigsten, wenn sie ohne Verschmutzungen und ohne Klebe­

bänder bei der Wertstoffentsorgung abgeliefert werden. Kleinbaustellen

Auf kleinen Baustellen ist der Verzicht auf Container oft der bessere Weg. Die praktischen Stahlmulden verleiten dazu, die verschiedenen Stoffe nicht zu sortieren und zu trennen. Außer­dem nutzt manch unfreundlicher Zeitgenosse die Gelegenheit, seinen Schutt und Schrott auf Ihre Kosten zu entsorgen. Wenn Sie Ihre Handwerker und Lieferanten zur Müllvermeidung verpflichtet haben, ist der Abtransport für Sie auch kein Problem mehr.

Großbaustellen

Auf großen Baustellen dagegen sind genügend Container sinn­voll. Stellen Sie möglichst einen Container für jede Fraktion auf, beispielsweise für saubere Wertstoffe wir Kartonagen, Folien und Styropor. Dazu einen Container für Schrott, einen für Holz (ohne größere Metallteile), einen für verwertbaren, einen für nicht verwertbaren Bauschutt und einen für Baustel­lenabfälle die nicht auf die Bauschuttdeponie, sondern auf die besser gesicherte Hausmülldeponie müssen. Die Container sollten mit abschließbaren Deckeln ausgestattet und an einem von der Straße nicht einsehbaren Platz aufgestellt sein. Ein Bauzaun um die Containerstandplätze und eine gut organi­sierte Aufsicht über die Sortierung der Reststoffe verhindert Fehleinwürfe und schützt Sie vor Schmarotzern, die Müll auf Ihre Kosten loswerden wollen.

Wenn dann Ihr neues Heim fertig ist und Sie alles zusammen­rechnen, zeigt es sich, daß sich der Aufwand für Sie und die Umwelt gelohnt hat.

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, C. Wunderlich, Durchwahl 02602/126.196

IUS ARCHIVI

, Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Der Markt: - Platz der Feste

Immer wieder wird vor dem Alten Rathaus zu festlichen Gelegenheiten eine Tribüne aufgestellt, die zu den unter­schiedlichen Anlässen Darstellungspodium für Akteure ist. Das ist keineswegs ein neuer Brauch. Der Markt 1387 erstmals genannt, aber zweifellos älterwar von alters her Ort des gemeinsamen Feierns. Natürlich fanden hier gewohnter­weise die Wochenmärkte statt. Festlicher sah es schon aus zu den Kirchweihfesten. Aber alle Bürger und auch die Abhängi­gen standen dicht gedrängt vor dem »Gerüst«, der Tribüne, wenn eine Haupt- und Staatsaktion stattfand; so bei Ankunft eines neugewählten Kurfürsten. Eine solche Huldigung fand zum Beispiel 1540 statt, im gleichen Jahr als der Rathausneu­bau nach dem großen Feuer von 1534 seiner Vollendung entgegenging. Dem neuen Stadtherrn, »herrn johan lodowick von Hagen«, galt alle Aufmerksamkeit. Er hatte auf der hölzer­nen Tribüne vor dem noch unfertigen Rathaus Platz genom­men. Bürgermeister, Schöffen und Rat standen vor dem »Ge­rüst« zunächst dem hohen Herrn. Sie versicherten ihm öffent­lich, daß sie von seiner Wahl mit Freunde und Wohlgefallen erfahren hätten und nun untertänig begehren, es dabei zu belassen, was sie »von Ehrwürdigen Gnaden Vorfahren und von guten Gewohnheiten gehabt, und womit sie begnadigt und gefreit« waren, sie zu »schützen und zu schirmen und dasselbe dem Bürgermeister anzugeloben«. Die guten Gewohnheiten und Freiheiten wurden dann verlesen, und tatsächlich hat dann »der neugewählte Herr dem Bürgermeister die Hand gegeben und gelobt..., die Stadt bei solchen und anderen Freiheiten zu lassen...« Das klang den durch Eid zu Bürgern der Stadt gewordenen Kaufleuten, Gewerbetreibenden und Handwerkern nicht wie Unterwerfung, und so wollten sie auch das Fuder Wein, das der Kurfürst schenkte, »zu verdienen ganz fleißig und willig geneigt sein«.

Am 30. September 1994 wird die Bürgerhalle des alten Rathauses 19.30 Uhr der Ort sein, wo die Huldigung von 1540 als Lesung in Begleitung zeitgenössischer Musik wiederholt werden wird! Flöten, Hörner und Saitenin­strumente werden den festlichen Ablauf der Huldigungstage aufleben lassen. Alle Bürger sind eingeladen zu hören, wie