Montabaur
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Nr. 33/94 '
Peter Horst Badenheim und
Dorothe Ursula Kaiser, Montabaur, Neißestraße 13 Peter Paul Richard Baldus und
Monika Jansen, Kadenbach, Freiherr-vom-Stein-Straße 14 Hubertus Strüder, Hartenfels, Freiin-von-Dehrn-Straße 3 und Bettina Waldtraud Baumann, Boden, Hauptstraße 37 Andreas Marx und
Barbara Schlosser, Gackenbach, Kirchstraße 3
Nikolaus Werner Wäschenbach, Ennigerloh, Geiststraße 2
und Dorothee Babette Schneider, Eitelborn, Am Wäldchen 8
Sterbefälle
Erna Martha Rodeit geb. Biener, Holler, In der Wolfshecke 7 Christian Bernhard Hoffmann, Montabaur, Philipp- Gehlingstraße 3
Öffnungszeiten:
Montag/Mittwoch/Freitag. 10.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag/Donnerstag. 15.30 bis 17.30 Uhr
Das Archiv befindet sich in der Joseph-Kehrein-Schule.
nun
VERANSTALTUNGEN
IUS ARCHIVI
SSIH2
Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
Wenn dem »Neubürger« unserer Stadt Straßennamen, die auf verschwundene Bäche verweisen, Rätsel aufgeben, so gilt Gleiches für die Namen anderer Straßen. Auch hier helfen Akten aus der Archiv-Kiste. - Da verläuft z. B. zwischen der Brücke über die Eschelbacher Straße - vorbei an den zum Schulzentrum abzweigenden Straßen - bis hin zur Höhe der Elgendorfer Straße der »Fürstenweg«.
Weshalb nun gerade dieser Straßenabschnitt im relativ neu bebauten Areal der Stadt so »adlig« benannt ist, verwundert. Erst im Zuge der Bebauung des »Tiergartenviertels« wird dieser Weg 1905/06 planmäßig zur Straße ausgebaut, ist also eine recht junge »Straße«. Ist hinsichtlich der Namensgebung der Stadtrat etwas schnellfertig gewesen? (Montabaur ehemals kurfürstliche Residenz, - also muß eine Straße darauf verweisen!) - Es ist nicht ganz so. Aus dem Stadtratsprotokoll vom 27. September 1899 ist zu entnehmen, daß der »Fürstenweg« vom Schloß aus »hinter der Oberförsterei a> vorbei über die Brücke ® hinter dem Tiergarten nach der Neuen Brücke ®« führen sollte. Hier wäre der Anschluß an das kurfürstliche Schloß gegeben. - Der »Fürstenweg« ist aber schon auf den Konsolidationskarten von 1858/62 zu finden. Er führt nach diesen Karten von der inzwischen abgerissenen Neuen Brücke (Kreuzung Elgendorfer Straße) weiter zwischen der Oberen und Großen Alberthöhe, der Amts- und der Reßwiese am Judenfriedhof vorbei, kreuzt den Oberen Wassergraben und erreicht in Höhe der Bundeswehrkaserne die »Chaussee von Coblenz nach Montabaur«. Vicarius Neu, Chronist Montabau- rer Geschichte im 18. Jahrhundert, weiß zur Namensgeschichte dieses Weges weiter zu berichten: - Weilen 1751 »Kurfürst Franz Georg aus dem gräflichen Haus von Schönborn nicht gern durch diese Stadt fuhr, oft aber ihm 'gefiel, sich hier zu divertieren..., ließ er einen Heckenweg, vorher war einer schon dagewesen, aber ausgefahren, ...aus der Koblenzer Straße herab, hinter dem Tiergarten herum mit neuen Brücken und vieler Mühe deren Bauern machen, auch eine neue Pfort.. .brechen.«
Der Name »Fürstenweg« hat also eine 250jährige Tradition, die gegenwärtig allerdings unkenntlich geworden ist. Kurfürst Franz Georg fände - von Ehrenbreitstein kommend - kaum noch sein Schloß, wenn er den heutigen Straßennamen folgen wollte: - über die Hunsrückstraße, Alberstraße, den »Fürstenweg«, dann aber die Werkstraße und Bahnhofstraße. Besonders beim Abzweigen-von der Koblenzer Straße würde der Kurfürst beim Anblick des Namensschildes Huhsrückstraße sehr zweifeln, ob er sich im Ober- oder Unterstift Kurtriers befände m .
Zu dieser Straße demnächst mehr.
(1> Oberförsterei, ehemals kurfürstlicher Marstall, heute Polizei.
® Brücke über die Eschelbacher Straße.
(3) Brücke über die Elgendorfer Straße.
<4> Das Territorium Kurtriers war seit dem 14. Jahrhundert in das Oberstift (= Trier, Mosel, Eifel- und Hunsrückgebiete) und das Unterstift (= Gebiete um Koblenz und Montabaur) gegliedert.
Günter Henkel
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An alle
Vereine, Veranstalter und Organisatoren von Festen,
Feiern und kulturellen Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde Montabaur
Redaktionsschluß für die Ausgabe Oktober-Dezember ist der 26. August 1994 bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Montabaur.
Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an. Die Redaktion »Aktuell« — Tel.: 02602/126111 oder 126192 gibt Ihnen gerne weitere Auskünfte.
Natur & Umwelt Info
Stadtbäume
Oasen für Mensch und Tier
Bäume prägen unsere Wiesen und Felder, das Dorf, den Stadtplatz, den Park, das Schloß und nicht zuletzt das Wohnhaus. Bäume sind aber auch von großer Bedeutung bei der Verbesserung der Lebensbedingungen von Mensch und Tier.
Bedeutung
Ein großer Baum bindet im Jahr rund 100 Kilogramm Staub. Bäume tragen durch Windschutz, Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und die Herabsetzung sommerlicher Temperaturen um bis zu 6 Grad Celsius (als Folge der Beschattung und Transpirationskühlung) erheblich zur Verbesserung des Klimas bei. Außerdem liefern Bäume den für Mensch und Tier lebensnotwendigen Sauerstoff.
Aber auch wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche Tierarten ist die Erhaltung von Altbäumen - nicht nur in Städten - von größter Bedeutung für den Naturschutz. Besonders für xylobionte (direkt oder indirekt ans Holz angepaßte) Käfer ist der Baumschutz überlebensnotwendig. 60 Prozent der 1900 in Deutschland bekannten Käferarten dieser Gruppe stehen auf der Roten Liste. Allein 53 Arten sind vom Aussterben bedroht. Eine Zahl, die von keiner anderen Käfergruppe erreicht wird.
Nach einer Studie der Bayerischen Landesanstalt für Umweltschutz ist dieser Rückgang unter anderem auf den Verlust von einzelnen Waldtypen, insbesondere der gewässerbegleitenden Auwälder, Bruchwälder und trockenen Terassenformen zurückzuführen.
Angesichts dieser Tatsache ist es kaum verwunderlich, daß gerade der Siedlungsbereich für viele xylobionte Käferarten zum letzten Refugium geworden ist. Bäume, Parks, Alleen, Gärten mit Obstbäumen, Hecken etc. sind das augenfälligste und allgegenwärtigste Naturelement in der Stadt. Viele der Bäume sind bereits Jahrhunderte alt und befinden sich in der Regel auf einem »Traditionsstandort«, oft in sonnendurchfluteter Lage ohne gewerblichen Nutzungsdruck.
Für xylobionte Käfer stellt die Eiche die wichtigste Baumart dar. Wertvoll sind außerdem Buchen, Ahorn, Linden, Weiden und Obstbäume. Nur von eingeschränkter Bedeutung sind dagegen Esche, Eibe und Kastanie, für Käfer von keinerlei Bedeutung sind Robinie und Platane.
Pflege
Baumpflege ist keine Erfindung unseres Jahrhunderts. So beschreibt Gottfried von Franken bereits im Jahr 1350 wie

