Montabaur
gartens hat die Stadt Montabaur die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß alle Kinder zwischen drei und sechs Jahren einen Kindergartenplatz erhalten können. Es handelt sich um den zweiten Kindergarten in der Stadt Montabaur, der in städtischer Trägerschaft betrieben wird. Außer dem Kindergarten in Eigendorf werden alle anderen Kindergärten in der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinden geführt. Im neuen Kindergarten »Am Sonnenring« wird auch eine Ganzzeitgruppe eingerichtet, in der 63 Kinder über Mittag betreut werden.
Am Montag, dem 8. August 1994, wird der neue Kindergarten der Stadt Montabaur im Baugebiet »Himmelfeld« in Betrieb genommen. Dort werden drei Gruppen (mit maximal 75 Kindern) betrieben. Rita Flanz, die Leiterin, und ihre Kolleginnen werden zu Beginn des Kindergartenjahres 63 Kinder in ihrem neuen Kindergarten begrüßen. Es liegen aber bereits weitere Anmeldungen von Kindern vor, die nach Montabaur zuziehen oder erst in den nächsten Monaten das dritte Lebensjahr vollenden, also ins »Kindergartenalter« kommen. Der neue Kindergarten wurde notwendig, weil durch gestiegene Kinderzahlen die Plätze in den Kindergärten Sankt Martin, Don Bosco und Sankt Peter nicht mehr ausreichten. Der Kindergarten Don Bosco muß überdies umgebaut und saniert werden. In diesem Zuge wird das Nebenraumprogramm den heutigen Bedürfnissen angepaßt; und dazu ist es erforderlich einen Gruppenraum aufzugeben, so daß dort künftig nicht mehr vier, sondern nur noch drei Gruppen betrieben werden können. Dem Neubau gingen intensive Planungen und Überlegungen des Stadtrats und der Verwaltung voraus. Als sich Ende 1991 Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen abzeichnete, wurde zunächst nach einem geeigneten Standort Ausschau gehalten. Neben verschiedenen Grundstücken im Baugebiet »Himmelfeld« wurde auch ein Grundstück an der Eifelstraße für die Baugebiete Koblenzer Straße und Christches Weiher in Betracht gezogen. Für das Baugebiet Himmelfeld sprach jedoch die Überlegung, den dort lebenden Kindern weite Wege zu ersparen.
Nachdem Planungen und Kostenberechnungen verschiedener Architekten vorgelegt und ausgewertet worden waren, entschied sich der Stadtrat beim Bau dieses Kindergartens einen neuen Weg zu beschreiten: Der Bau wurde schlüsselfertig zum Festpreis an einen Generalunternehmer vergeben. Der Kindergarten inclusive Außenanlagen und Einrichtung kostet ca. 1.500.000 DM. Gegenüber ursprünglichen Kostenberechnungen von bis zu 2.300.000 DM konnte also eine erhebliche Einsparung erzielt werden, gleichwohl aber ein Raumangebot geschaffen werden, das den Bedürfnissen einer anspruchsvollen Betreuung der Kinder entspricht. Auch bei der Ausstattung wurde Wert auf gute Qualität gelegt.
Die drei Gruppenräume sind großzügig bemessen. Jeder Gruppenraum hat einen eigenen Stillbeschäftigungsraum. Es gibt ein großes Foyer, einen Mehrzweckraum, eine Küche und die sonst üblichen Sanitär- und Nebenräume. Im Rahmen der Erstellung des Vorentwurfs hat die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Planer verschiedene Erzieherinnen beteiligt, um zu gewährleisten, daß die Aspekte der kindgerechten Bauweise und der Funktionalität der Räume für den Kindergartenbetrieb beachtet werden. In den Gruppenräumen sind sogenannte Spielebenen eingebaut worden, um für die Kinder Ecken und Nischen zum Spielen zu schaffen und so auch das Platzangebot zu verbessern.
Neben den Kindern, die im Baugebiet »Himmelfeld« wohnen, werden auch die Kinder aus dem Gelbachtal im Kindergarten »Am Sonnenring« betreut. Im neuen'Kindergarten ist auch eine Ganzzeitgruppe eingerichtet worden. Zunächst werden dort 14 Kinder betreut, die über Mittag im Kindergarten bleiben. Für diese Kinder wird im Kindergarten gekocht. Die Zahl der Kinder, die über Mittag im Kindergarten bleiben, wird sich in den nächsten Monaten erhöhen. Entsprechende Anmeldungen hegen bereits vor. In der Vergangenheit gab es nur im Kindergarten »St. Martin« eine Ganzzeitgruppe. Mit dem zusätzlichen Angebot im neuen städtischen Kindergarten wird das Betreuungsangebot für die Kinder berufstätiger und alleinerziehender Eltern verbessert.
An den Kosten für den Bau des Kindergartens beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz mit 375.000 DM und der Kreis mit 570.000 DM, so daß aus dem Etat der Stadt Montabaur 555.000 DM zu finanzieren sind.
Die offizielle Einweihung im Rahmen einer Feier, die auch von den Kindern mitgestaltet werden soll, erfolgt im Herbst, wenn die kleinen Bewohner sich an die neue Umgebung gewöhnt haben.
Nr. 33/94
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Bürgermeister Dr. Possel-Dölken stattete dem neuen städtischen Kindergarten am Eröffnungstag einen Besuch ab und konnte sich davon überzeugen, daß der Bau gelungen und Kinder und Rita Flanz und ihr Team sich wohlfuhlen.
Konstituierende Sitzung des Stadtrates
Am 11.08.1994 tagte erstmals der neugewählte Stadtrat von Montabaur. Zu Beginn der Sitzung verabschiedete Bürgermeister Dr. Possel-Dölken zunächst die ausgeschiedenen Ratsmitglieder. Er dankte Theresia Schmidt, Werner Diel, Hugo Kochern, Jürgen Kronjäger, Hans-Josef Manns, Fritz Schwind und Günter Windeck für ihre zum Wohle der Stadt Montabaur geleisteten Dienste.
Die neuen Ratsmitglieder verpflichtete der Bürgermeister durch Handschlag auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten als Mandatsträger. Er machte insbesondere auf die Schweige- und Treuepflicht sowie die Verpflichtung zur Anzeige möglicher Sonderinteressen aufmerksam. Er betonte, daß die Ratsmitglieder ihr Amt nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung unentgeltlich, nach freier, nur durch Rücksicht auf das Gemeinwohl bestimmter Gewissensüberzeugung ausüben und an Weisungen Dritter nicht gebunden sind.
Der Stadtrat beschloß anschließend einstimmig die bereits im Vorfeld mit den Fraktionen abgestimmte Geschäftsordnung für den Rat und genehmigte zur Vereinfachung der Sitzungsprotokollierung die Anfertigung von Tonbandaufzeichnungen. Die Hauptsatzung für die Stadt Montabaur wurde mehrheitlich verabschiedet. Der Satzungstext wird gesondert öffentlich bekanntgemacht.
Entgegen dem ursprünglichen Verwaltungsvorschlag beschloß der Stadtrat auf Antrag der CDU-Fraktion, die bisherige Sitzungsgeldregelung auch in der neuen Hauptsatzung zu übernehmen. Zwei Änderungsanträge von Ratsmitglied Lorenz (BfM) wurden mehrheitlich abgelehnt. Lorenz beantragte, den Beigeordneten Geschäftsbereiche zu übertragen und in der Stadt Ortsbeiräte und Ortsvorsteher vorzusehen. Zur Begründung führte er aus, hierdurch würden hauptamtliche Kräfte in der Verwaltung frei. Eine ehrenamtliche Aufgabenerfüllung sei darüber hinaus auch kostengünstiger als eine hauptamtliche Aufgabenerledigung. Die Einrichtung von Ortsvorstehern und Ortsbeiräten diene daneben einer größeren Bürgernähe und besserer Transparenz der kommunalen Verwaltung.
Die anderen Fraktionen des Rates lehnten die Änderungsanträge ab. Die Einrichtung von Geschäftsbereichen für die Beigeordneten sei für Städte mit ehrenamtlichen Bürgermeistern zweckmäßig, nicht aber bei hauptamtlicher Tätigkeit des

