Montabaur
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Nr. 31/94
Marder und Menschen
Der Marder hat sich gut an die menschliche Wohnumwelt angepaßt. Zu gut, meinen viele, die-ihm im Prinzip gern das Logis auf dem Dachboden gönnen, in der Praxis jedoch nicht beliebig lange ihren Nachtschlaf opfern wollen. Wer eine Marderfamilie über dem Schlafzimmer hat weiß, was ein »nachtaktives Tier« ist.
Lange galt der Steinmarder als blutgieriger Hühnerkiller. Doch er metzelt nur, wenn die Panik der Hühner den Tötereflex des Eindringlings überreizen. Seine Hauptnahrung besteht aus kleinen Nagetieren. Beobachtet man einen Steinmarder im Stall, sieht man ihn wahrscheinlich, wie er neben friedlich schlafenden Hühnern deren Eier klaut. Während der Kirschenzeit steigt er sogar auf Vollfruchternährung um.
Marder und Autos
Berühmt - oder besser berüchtigt - geworden ist der Marder durch seine merkwürdige Vorhebe für Autos, insbesondere für deren Bremsschläuche. Die rätselhaften Vorfälle begannen in der Schweiz, weiteten sich auf den süddeutschen Raum aus, machten in keiner Richtung halt und erreichten auch den Norden Deutschlands. Die geographische Ausbreitung spricht dafür, daß Jungmarder das Auto von ihren Eltern »erklärt« bekommen und dann als Erwachsene mit diesem Wissen abwandern — ein erstaunlicher Lernerfolg. Wahrscheinlich ist, daß der Steinmarder die Wärme der Autos schätzt. Da er nacb Marderart die Umwelt beißend erkundet, muß bei dieser »taktilen Prüfung« so manche Leitung daran glauben. Außerdem bietet ihm das verwinkelte Gewirr von Nischen und Hohlräumen Verstecke für sich und seine Beute. Wer sich also fragt, wie der angebissene Hamburger an die Nockenwelle kommt, sollte nicht seine Werkstatt verdächtigen.
Den Marder vertreiben
Wenn Sie Marder unbedingt vertreiben wollen, hilft nur eins: Aussperren. Denn die vielen Geheimtips, wie Dauerbeleuchtung auf dem Dachboden, in Dieselöl getränkte Lappen, Knoblauchzehen, laufende Radios und ähnliches, wirken auf Dauer nicht. Mit Ultraschallgeräten können Sie vielleicht mehr Erfolg haben, doch sicher ist das auch nicht. Bleibt also nur, den Einschlupf der Tiere ausfindig zu machen und mit Holzbrettern oder punktverschweißtem Stahlgitterdraht zu verschließen. In der folgenden Nacht lassen Sie dann ein Fenster als Ausstieg für den Marder offen.
Bei Autos versuchen Sie es am besten mit einer Mardersicherungsanlage. Diese arbeitet ähnlich wie ein elektrischer Weidezaun. Er versetzt dem Tier einen leichten Stromschlag, wenn es in den Motorraum eindringen will. Diese Methode ist nicht billig, aber langfristig wirksam. Die Abschreckung durch Gerüche und Ultraschall ist dagegen auf Dauer erfolglos.
Wenn die kleinen Poltergeister auf ihrem Dachboden auftauchen, sollten Sie versuchen, sie zu tolerieren. Die Schäden die sie anrichten sind meist gering, dafür hält der Steinmarder Ratten und Mäuse von Haus und Hof fern!
Literatur: Tiere auf Wohnungssuche, Deutscher Landwirtschafts-Verlag; Spuren und Fährten unserer Tiere, Naturführer, BLV Verlag
Die Umweltberaterin der Verbandsgemeinde Montabaur, C. Wunderlich, 02602/126.196.
ARCHIV!
Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
Heute wollen wir einen Blick werfen, auf die Geschichte der Familie Knögel, in der uns Modest Knögel Aufschluß darüber gibt, daß es die Montabäurer schon vor über 100 Jahren (ca. 1870) verstanden haben, ordentlich ihre Kirmes zu feiern:
»>Hochsommer< war Anfang August, d. h. am ersten Sonntag nach Petri-Kett = Petri Kettenfeier; wir sagten aber nur Pitter un Käth, als ob Peter und Katharina gefeiert würden. Also am Sonntag nach jenem Patroziniumstag war unsere Kirmes: Sonntags für alle, es lockten die zahlreichen Gartenwirtschaften; der halbe Schoppen Wein war billig und noch nicht von dem Bier verdrängt. Montags gab es einen Jahrmarkt für die Landkundschaft, Dienstags für die »besseren« Bürger und
Mittwochs für die Musikliebhaber; an dem Tag spielte die Koblenzer Pionierkapelle traditionsgemäss ihr Militärkonzert in Hämmerleins Garten am Schlossberg (heute abgerissen). Das war ein schöner Ausklang des Festes, zu dem auch die vier oberen Gymnasialklassen zugelassen waren.«
Man sieht im Prinzip hat sich nicht viel geändert.
Noch ein Blick auf die Gartenwirtschaften: Neben o.g. Hämmerleins Garten, der seine Wirtschaft auf dem Großen Markt hatte (heute Kroli am Markt) gab es noch Pinglers Garten (Nähe Wolfsturm — Gärtnerei Kühl), Sauerborns Garten oberhalb der evangelischen Kirche, Hannappels Garten an der Hollerer Straße und den Nassauerhofsgarten hinter der Judengasse (Elisabethenstraße) am Werbhaus (heute Haus Wild) mit dem weiten Blick auf das Himmelfeld, den Malberg und in die Marau.
Aus dem Jahr 1925 erfahren wir aus Knögels Familiengeschichte, daß es an Kirmessamstag einen »stattlichen Kirmesfackelzug« von der Koblenzerstraße bis zum »Trichter« (Kleiner Markt) gab. Über den Kirmesmarkt schreibt M. K: »Ein Gang noch vor dem Kaffee durch die Strassen der Stadt enttäuschte mich, ausser den paar Ständen auf der Kirchgasse waren auf der «neuen Chaussee» (Bahnhofstraße) nur wenige Bauernwagen mit Ferkeln aufgefahren, die auch eine wenig zahlreiche Käuferschar umstand.... Mittags wurde der Marktbetrieb etwa eine halbe Stunde lang durch einen gemischen historischen Festzug unterbrochen. Er hatte viele auswärtige Besucher angelockt, was der Zweck der Uebung gewesen sein soll; eine grosse Anzahl Kundendörfer hatte sich nämlich während der langen Besetzung Montabaurs durch Engländer und Franzosen verlaufen.«.Dienstagvormittag gab es auch schon einen »musikalischen Frühschoppen« und Liedervorträge des Gesangvereins Mendelssohn-Bartholdy im Gesellenhausgarten (heute Haus Mons-Tabor).
Übrigens wurde in den 20er Jahren jemand, der durch übermäßigen Alkoholkonsum und im Zusammenhang damit durch Gewalttätigkeiten o. ä. auffiel vom Landratsamt zum Trunkenbold erklärt und den Wirten wurde bei Androhung von Geldstrafe und Konzessionsentzug verboten jenem Getränke zu verabreichen.
In diesem Sinne wünschen wir eine schöne Kirmes.
Beatrix Künzer
Öffnungszeiten:
Mo/Mi/Fr.'.. 10.00 bis 12.00 Uhr
Di/Do. 15.30 bis 17.30 Uhr
Neuer Kindergarten in Montabaur, Sonnenring
Ab dem 08.08.1994 besuchen die Kinder aus dem Gelbachtal den neuen Kindergarten in Montabaur, Sonnenring. Die Beförderung ist wie folgt eingerichtet: Stadtteil Montag - Freitag Dienstag u. Donnerstag
vormittags nachmittags
MT-Ettersdorf 08.10 Uhr, 12.05 Uhr 13.40 Uhr, 16.20 Uhr MT-Blademheim08.13 Uhr, 12.02 Uhr 13.43 Uhr, 16.17 Uhr MT-Reckenthal 08.16 Uhr, 11.59 Uhr 13.47 Uhr, 16.13 Uhr MT-Wirzenborn 08.20 Uhr, 11.55 Uhr 13.52 Uhr, 16.08 Uhr MT-Kindergarten08.30 Uhr, 11.45 Uhr 14.00 Uhr, 16.00 Uhr Die Beförderung erfolgt durch die Firma Rudolf Roßbach, Montabaur, und zwar vormittags im Linienverkehr und nachmittags als Vertragsfahrt. Die Nachmittagsfahrt ist probeweise bis zum 31.10.1994 eingerichtet. Eine Verlängerung ist bei ausreichender Nutzung möglich.
Einsammlung von Problemabfallen
aus Haushalten (haushaltsübliche Mengen) in der Verbandsgemeinde Montabaur
Entgegen der Mitteilung im letzten Amtsblatt befindet sich die Sammelstelle für umweltgefährdende Problemabfälle nicht auf der Eichwiese in Montabaur, sondern auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung, Peter-Altmeier-Platz, in Montabaur. Die Bürger der Verbandsgemeinde Montabaur haben am 06.08.1994 in der Zeit von 09.00 bis 12.00 Uhr die Möglichkeit, an der Sammelstelle auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung Montabaur umweltgefährdende Problemabfälle abzuliefern.
Arbeitsamt in Montabaur amKirmesmontag nachmittags geschlossen
Das Arbeitsamt Montabaur ist am Montag, dem 08.08.1994, nachmittags geschlossen und auch telefonisch nicht erreichbar.

