Montabaur
Nr. 13/94
konzept eine aufgelockerte und gegliederte Bebauung vorsieht, wurde die Änderung als vertretbar erachtet.
Beratung und Beschlußfassung über die Jahresrechnungen der Stadt Montabaur und des Hospitalfonds Montabaur für das Haushaltsjahr 1992 und über die Entlastung des Bürgermeisters und der Beigeordneten Nach Kenntnisnahme vom Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses über die Prüfung der Jahresrechnung der Stadt Montabaur und des Hospitalfonds Montabaur beschloß der Stadtrat die Jahresrechnungen für 1992. Soweit Mehrausgaben bei einzelnen Haushaltsstellen bislang nicht genehmigt worden waren, wurde die Genehmigung nach § 100 Gemeindeordnung mit dem Beschluß erteilt.
Der Stadtrat hatte den Bericht der Wirtschaftsprüfer Dr. Schwarzenberger/Jaacks/Lange über die Sanierungstätigkeit vom 01.01.1992 bis 31.12.1992 zustimmend zur Kenntnis genommen.
Gleichzeitig wurde dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadt Montabaur, den Beigeordneten der .Stadt Montabaur sowie dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Montabaur für die Jahresrechnungen der Stadt Montabaur und des Hospitalfonds Montabaur fiir das Jahr 1992 gemäß § 114 Abs. 1 der Gemeindeordnung Entlastung erteilt.
Die Beschlüsse erfolgten einstimmig.
Haushaltssatzung und Haushaltsplan der Stadt Montabaur für das Haushaltsjahr 1994 sowie Investitionspro- gramm für die Jahre 1993 bis 1997
Der Stadtrat beschloß mehrheitlich die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan der Stadt Montabaur für das Haushaltsjahr 1994. Gleichzeitig wurde das dem Haushaltsplan beigefügte Investitionsprogramm für die Jahre 1993 bis 1997 beschlossen.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken stellte den bereits im Haupt- und Finanzausschuß eingehend vorberatenen Haushalt 1994 mit seinen wichtigsten Daten vor. Zum Verwaltungshaushalt, der in seinen Summen in Einnahmen und Ausgaben mit rd. 24.900.000,-- DM in etwa denen des Vorjahres entspricht, erläuterte er die Personalkostenerhöhung um rd. 5 Prozent. Diese sei vorwiegen durch die Einstellung weiteren Kindergartenpersonals begründet. Durch die Veränderung des Finanzausgleichsgesetzes habe die Stadt Montabaur im Vergleich zum Vorjahr 2 Mio. DM mehr an Umlagen zu zahlen. Der Betrag entspräche der früheren freien Finanzspitze. Durch die gestiegene Umlagenbelastung sei der Gestaltungsspielraum im Verwaltungshaushalt nunmehr gleich Null und es verbliebe nur noch die gesetzliche Mindestzuführung in Höhe von 300.000,- DM. vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt. Der Bürgermeister betonte, der Verwaltungshaushalt sei intensiv auf Einsparungen hin geprüft worden; man habe sich in Einnahmen und Ausgaben auf das absolut Notwendige beschränkt.
Zum Vermögenshaushalt mit einer Summe von 10.172.000,- DM führte Dr. Possel-Dölken aus, daß die Steigerung um 33 Prozent sich durch die durchlaufenden Gelder in Form des Landeszuschusses für die StadtentwicklungMontabaur GmbH (3 Mio DM) ergäbe. Die notwendigen Investitionen 1994 beliefen sich realistisch auf 7.172.000,— DM. Hierin enthalten sei die Unterbringung der Stadtbücherei im Haus »Hager«, der Neubau des Kindergartens am Himmelfeld, weitere Maßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung, die Entwicklungsmaßnahme zum Neubau des ICE-Streckenbahnhofes sowie die Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses Ettersdorf. Nach Verständigung im Haupt- und Finanzausschuß seien Minderausgaben von rd. 200.000,- DM vereinbart worden, so daß nunmehr eine Kreditaufnahme in Höhe von 1.363.140,- DM im Haushaltsentwurf vorgesehen sei.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken betonte, seit 11 Jahren sei die Stadt Montabaur ohne Neuverschuldung ausgekommen und habe trotz ständiger erheblicher Investitionen kontinuierlich Schulden abgebaut. Die Schuldenbelastung pro Einwohner sei von über 1.000,- DM je Einwohner auf 735,- DM pro Einwohner gesenkt worden. Angesichts der vor allem im Zusammenhang mit dem neuen Bahnhof anstehenden Investitionen sei ein weiterer Schuldenabbau in der bisherigen Form leider nicht mehr möglich. Hier bestehe eine einmalige Chance für die Stadt zur Gestaltung und Entwicklung, die man wahrnehmen müsse.
Ratsmitglied Hebgen (CDU) stimmte namens seiner Fraktion dem vorliegenden Haushalt zu. In seinen Ausführungen sprach er zum Verwaltungshaushalt u. a. die Umlagenproblematik an. Er betonte, die von der Stadt eingenommenen Steuern reichten nicht aus, um die Umlagen an Verbandsgemeinde und Kreis zu bezahlen, die Personalausgaben zu tätigen und den
notwendigen sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand zu erbringen. Vor diesem Hintergrund sei es daher notwendig gewesen, die Hebesätze für die Grundsteuer A und B anzuheben.
Hebgen betonte, trotz knappen Geldes seien die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger nicht gekürzt worden, so gebe die Stadt z. B. für die Kulturpflege 1994 nach wie vor rd. 300.000,- DM aus. Auch sei der Vermögenshaushalt ein Zeugnis der verantwortungsvollen Politik für Montabaur. Die Fort- führung der Fassadenrenövierung, die Neuerrichtung von Stadtbücherei und Stadtarchiv, der Neubau des Kindergartens am Himmelfeld, die Jugendförderung sowie eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen und der Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Ettersdorf seien wichtige Maßnahmen, die trotz knapper Finanzen durchgeführt werden sollten.
Hebgen betonte, der finanzielle Handlungsspielraum der Stadt sei erheblich eingeschränkt; dies bedeute, daß mit dem knappen Geld in Zukunft kreativer und mit mehr Einfallsreichtum umgegangen werden müsse. Jede Ausgabe sei auf den Prüfstand der Notwendigkeit und der Unabweisbarkeit zu stellen. Ratsmitglied Bächer (SPD) stimmte namens seiner Fraktion dem vorliegenden Haushaltsplan zu. Er beantragte, wie zu den vergangenen Haushaltsplänen auch, die Einstellung von Mitteln zur Beauftragung von Energiekonzepten für bestimmte Baugebiete. 100.000,- DM, die sich laut Bächer zumindest ! teilweise aus einer entsprechenden Umlage auf städtische Grundstücke finanzieren ließe.
Das Ratsmitglied ging im weiteren ebenfalls auf die Umlagenproblematik ein sowie den Konflikt zwischen den knappen Finanzen einerseits und einem gewissen Anspruehsdenken andererseits. Er bezog sich hier insbesondere auf die Zuschüsse an Vereine, die 1994 noch mit rd. 90.000,- DM vorgesehen seien. Hier seien künftig Einschnitte zu erwarten, wobei jedoch sichergestellt würde, daß hierdurch kein Verein in seiner Existenz bedroht werde. Zum Vermögenshaushalt sprach Bächer nochmals die Zustimmung seiner Fraktion zum Neubau des Dorfgemeinschaftshauses Ettersdorf an. Trotz Überschreitung der ursprünglich in den Ausschüssen festgesetzten Kostenobergrenze befürworte man den Neubau, da keine der Gelbachstadtteile bisher über eine solche Einrichtung verfüge. Bächer sprach den Kindergartenneubau im Himmelfeld, die Unterbringung der Stadtbücherei und des Archivs im Rathaus- Anbau sowie die Auswirkungen des Projektes »ICE-Halte- j punkt« an. Insgesamt forderte er ein verstärktes marktwirt- f schaftliches Handeln der Stadt Montabaur mit eigenen Ideen ! und Investitionen. Er betonte, die Notwendigkeit des Sparens ! um jeden Preis dürfe nicht die Hauptorientierung für die nächsten Jahre sein. Die Frage sei nicht, was gespart werden könne, sondern wie auf die konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen reagiert werden könne.
Ratsmitglied Schweizer (FWG) bezog sich in seinen Ausführungen auf die vorliegenden Eckdaten des Verwaltungs- und Vermögenshaushaltes. Er zeigte auf, welche Einzelpläne im Verwaltungshaushalt ausgeglichen seienbzw. Defizite aufwiesen. Hier müsse künftig das Sparen an erster Stelle stehen.
Im Vermögenshaushalt zeigte Schweizer die freiwilligen Investitionen der Stadt Montabaur auf. Zur Reduzierung des aufzunehmenden Kredites beantragte er namens der FWG- Fraktion, die veranschlagten geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen in der Koblenzer Straße und den verkehrsberuhigten Ausbau der Baumbacher Straße in Eigendorf zu streichen. Hier könne man provisorisch durch Markierungen zur Verkehrsberuhigung beitragen. Außerdem sollte der Ausbau des Dorfplatzes in Horressen entfallen, der Grunderwerb »Eifelstraße« zurückgestellt werden sowie die Anschaffung eines Rasentraktors mit Mähwerk entfallen. Eine Realisierung dieser Maßnahmen bzw. Anschaffungen sollte erst erfolgen, wenn sie ohne Fremdfinanzierung möglich wären. Ansonsten stimme die FWG-Fraktion dem vorhegenden Haushalt so nicht zu.
Ratsmitglied Lorenz (BfM) betonte, der Haushalt müsse insgesamt noch weiter reduziert werden. Einzelne Vorschläge, denen er sich weitgehend anschließe, seien ja schon gefallen. Außerdem regte er an, bei der Gestaltung des Grundstückes »Gries« noch zu sparen. Lorenz beantragte, die Umgestaltung der Ortsmitte Eigendorf mit einem Ansatz von 50.000 DM zu streichen, da das Problem im Ortskern nur unter Einbeziehung des Hauses Baumbacher Straße 19 zu lösen sei.
Im Anschluß an eine ausführliche Diskussion der Einzelanträge lehnte der Stadtrat diese jeweils mehrheitlich ab.
Hinweis:
Über die wichtigsten Daten des Haushaltsplanes wird im nächsten Wochenblatt ausführlich berichtet. Die Haushaltssatzung wird gesondert öffentlich bekanntgemacht.

