Montabaur
Nr. 3/94
ED.
diesem Bereich müsse dringend verbessert werden. 1982 sei zugesagt worden, die Gemeinden Heilberscheid und Nomborn der künftigen Grundschule Nentershausen zuzuordnen. Die bis heute andauernde Unterrichtung eines Teils der Kinder der Grundschule Heilberscheid im Schulgebäude Girod sei damals als befristete Übergangslösung akzeptiert worden. Die Gemeinden warteten nun schon seit 11 Jahren auf die Realisierung dieses Vorhabens. Der Schulelternbeirat begrüßte grundsätzlich den Vorschlag der Verbandsgemeinde, notfalls auch ohne Landeszuweisungen mit dem Bau der Grundschule zu beginnen, und man anerkenne auch die Bemühungen, die in dieser Richtung unternommen worden seien.
Der Elternbeirat der Grundschule Heilberscheid sei aber entschieden gegen die geplante Zuordnung der Gemeinden Heilberscheid und Nomborn zur Grundschule Girod. Man verweise aufsoziale, kulturelle und kirchliche Verbindungen dieser beiden Gemeinden mit der Gemeinde Nentershausen. Man wolle, daß der Schulbezirk der jetzigen Grundschule Heilberscheid und die Strukturen dieser Schule nicht auseinandergerissen werde. Die Unterrichtung der Schüler aus Heilberscheid und Nomborn sei mit längeren Fahrtzeiten und damit höheren Beförderungskosten verbunden. Frau Goldhausen schlug vor, in der neuen Grundschule Nentershausen den Mehrzweckraum zur Unterbringung von zwei Klassen zu nutzen und den fehlenden Raumbedarf durch Aufstellung von zwei Pavillons zu decken.
Wolfgang Müller, Vorsitzender der CDU-Fraktion, wies zunächst darauf hin, wegen der bisher ausstehenden Klarheit über die Landeszuweisungen könne sich die Verbandsgemeinde eigentlich auf den Standpunkt stellen, es könne überhaupt nicht mit dem Neubau begonnen werden. Dies wolle man aber nicht, und deshalb seien erhebliche Anstrengungen durch die Verbandsgemeinde unternommen worden, um sicherzustellen, daß mit dem Bau 1994 begonnen werden kann. Wegen der gestiegenen Kosten und Schülerzahlen könne man aber nicht alles in einem Zuge bauen, sondern müsse notfalls abschnittsweise Vorgehen. Die CDU-Fraktion habe sich auch intensiv mit den Bedenken des Elternbeirats der Grundschule Heilberscheid auseinandergesetzt. Man plädiere daher dafür, es bei dem ursprünglich vorgesehenen Schulbezirk zu belassen, also die Gemeinden Heilberscheid und Nomborn nicht (auch nicht übergangsweise) der Grundschule Girod zuzuordnen. Wenn das Land 1994 nicht in der Lage sei, einen nennenswerten Zuschuß auszuzahlen, könne man nur mit einem Bau mit einem Kostenvolumen von ca. 5,3 Mio. beginnen. Jede andere Lösung sei für die Verbandsgemeinde nicht finanzierbar. W enn man gezwungen sein sollte, in Nentershausen zunächst nur acht Klassen zu bauen, müßten zwei Klassen im Mehrzweckraum der neuen Schule untergebracht werden. Die beiden anderen Klassen müßten in einem anderen geeigneten Gebäude unterrichtet werden.
Paul Widner, Vorsitzender der SPD-Fraktion, äußerte sich ebenfalls zu der Notwendigkeit, den finanziellen Aufwand der Verbandsgemeinde in vertretbaren Grenzen zu halten. Unter Hinweis auf Aussagen des Elternbeirats, 1982 sei die Zuordnung der Ortsgemeinden Heilberscheid und Nomborn zur Grundschule Nentershausen versprochen worden, betonte Widner, daß sich seitdem die Entscheidungsgrundlagen erheblich verändert hätten. Nicht nur die Schülerzahlen hätten sich gerade in den letzten Jahren erheblich erhöht, sondern auch die Lage der öffentlichen Haushalte sei insgesamt erheblich schlechter geworden. Man müsse konsequent sparen und sich fragen, was finanzierbar sei. Die SPD-Fraktion stimmte mit der CDU-Fraktion in den Zielen überein, 1994 mit dem Bau der Grundschule zu beginnen, vorbehaltlich einer Entscheidung des Landes über die Auszahlung der Landeszuweisungen mit einem ersten Bauabschnitt zu beginnen und für die Zeit bis zur Fertigstellung eines zweiten Bauabschnittes nach einer vernünftigen, aber nicht kostentreibenden Übergangslösung für die Unterbringung der beiden fehlenden Klassenräume zu suchen. Auch die SPD-Fraktion sei für den Erhalt des Schulbezirks mit den Gemeinden Heilberscheid und Nomborn. Für die FWG-Fraktion sprach sich Antje Bertsch für eine Errichtung der zwölf Klassen und erforderlichen Nebenräume in einem Zuge aus. Sie trug vor, eine solche Lösung sei - unter Berücksichtigung der Baukostensteigerungen bei einem Vorgehen in Abschnitten - für die Verbandsgemeinde auch unter Inkaufnahme einer zusätzlichen Darlehensaufnahme vertretbar. Die Maßnahme sei dringlich. Es komme darauf an, möglichst vielen Kindern eine elternhausnahe Grundschule zu ermöglichen.
Herbert A. Eberth (Grüne) sprach sich ebenfalls für den Bau der dreizügigen Grundschule in einem Zuge aus. Die erforderlichen Mittel sollten bei der geplanten Sanierung des Hallenbades gespart werden.
Karl Jung (SPD) plädierte hingegen für die Zuordnung der Grundschüler aus Heilberscheid und Nomborn zur Grundschule Girod. Eine derartige Lösung, die zwei zweizügige Grundschulen im Ostteil der Verbandsgemeinde beinhalte, sei unter pädagogischen, organisatiorischen und wirtschaftlichen Aspekten die sinnvollste.
Die Verwaltung und Sprecher der CDU- und der SPD-Fraktion tragen der Aussagen der FWG-Fraktion und der Grünen entgegen. Es wurde betont, daß über Mehrkosten von rund 2 Mio. DM gesprochen werde, ohne einen soliden Finanzierungsvorschlag zu unterbreiten. Man könne nicht, wie die FWG, einerseits für eine Senkung der Verbandsgemeindeumlage plädieren und Kreditaufnahmen kritisieren, andererseits aber Investitionen ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Verbandsgemeinde fordern.
Auf Vorschlag der CDU-Fraktion beschloß der Verbandsgemeinderat mit 33 Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen, die Planung der Grundschule Nentershausen so zu erweitern, daß eine dreizügige Grundschule gebaut werden soll. Der Beschluß des Verbandsgemeinderates vom 14.12.1989 über die Bildung des Schulbezirks der Grundschule Nentershausen mit den Gemeinden Nentershausen, Görgeshausen, Heilberscheid, Nomborn wurde damit bekräftigt.
Der Antrag der FWG-Fraktion, das Projekt (dreizügige Grundschule) in einem Zuge zu errichten, wurde mit 6 Ja-Stimmen, 28 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen abgelehnt.
Ein weiterer Beschlußvorschlag der CDU-Fraktion, im Jahr 1994 mit dem ersten Bauabschnitt der Grundschule Nentershausen zu beginnen und dabei 8 Klassen mit den für eine dreizügige Grundschule erforderlichen Nebenräume zu schaffen, wurde mehrheitlich angenommen (25 Ja-Stimmen, 11 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung).
Ebenfalls eine Mehrheit fand der Antrag der CDU-Fraktion, mit dem Bau des zweiten Bauabschnitts zu beginnen, wenn Zuschußmittel des Landes zugewiesen werden (33 Ja-Stim- men, 4 Enthaltungen).
Haushaltssatzung und Haushaltsplan der Verbandsgemeinde für das Haushaltsjahr 1994, Investitionspro- grammfür die Jahre 1993 bis 1997 und Wirtschaftspläne der Verbandsgemeindewerke für das Wirtschaftsjahr 1994 beschlossen
Einleitend gab der Bürgermeister namens der Verwaltung eine Stellungnahme zum Entwurf des Haushaltsplanes 1994 ab. Er teilte mit, daß das Haushaltsvolumen des Verwaltungshaushaltes 29.517.000 DM betrage und damit um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei. Damit halte die Verwaltung die allgemein empfohlenen Vorgaben einer Erhöhung bis zu 3 Prozent nicht nur ein, sondern unterschreite sie beträchtlich. Dagegen sei im Vermögenshaushalt mit 10.066.400 DM ein erheblich höherer Betrag als in den Vorjahren veranschlagt. Dies sei Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung notwendiger Investitionen der Verbandsgemeinde, die beschlossen wurden, durchgeführt oder begonnen werden. Anschließend hob Bürgermeister Dr. Possel-Dölken die wichtigsten Investitionen hervor:
EDV-Ausstattung im Zusammenhang mit der Kommunalwahl 1994
Feuerwehrhaus Neuhäusel
Bau der Grundschule Nentershausen
Turnhalle Girod
Hallenbad Montabaur
Erweiterung des Rathauses
Abschließend hob der Bürgermeister hervor, daß die Verbandsgemeinde Montabaur mit 34 Prozent seit 1986 den niedrigsten Umlagesatz im gesamten Westerwaldkreis erhebe, obwohl die Verbandsgemeinde Montabaur nicht die steuerstärkste sei. Er stellte fest, daß die Umlagegrundlagen ständig gestiegen seien, was zu einer Stärkung der Steuerkraft geführt habe. Weil nur das investiert worden sei, Was auch notwendig war, habe sich über viele Jahre hinweg eine solide Finanzwirtschaft herausgebildet.
Anschließend erhielt der Erste Beigeordnete Reusche Gelegenheit, zu den Wirtschaftsplänen der Verbandsgemeindewerke Stellung zu nehmen. Er trug vor, daß im Wasserbereich eine Aufbereitungsanlage in Ruppach-Goldhausen gebaut werden soll. Die gemeinsame Kläranlage in Girod und Wallmerod soll fertiggestellt und mit dem Neubau der Kläranlage in Montabaur begonnen werden. Anfang 1994 werde das Verfahren zur Genehmigungsplanung für die Kläranlage Gelbachtal eingeleitet. Reusch betonte, daß alle von den Ortsgemeinden angemeldeten Neubau- und Erneuerungsmaßnahmen in die vorliegenden Wirtschaftspläne aufgenommen werden konnten. Das Investitionsvolumen beider Wirtschaftspläne betrage 1994

