Montabaur
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Nr. 40/93
Besuch des Stadtrates der Partnerstadt Tonnerre in Montabaur
(Deutsch-Französische Gesellschaft und Stadt Montabaur)
Vom 24. bis 26. September 1993 weilten zehn Mitglieder des_ Stadtrates der Partnerstadt Tonnerre in Montabaur im Rahmen des diesjährigen Partnerschaftstreffens beider Partnerstädte.
Die Stadträte der Partnerstädte Montabaur und Tonnerre waren am 25.09.1993 im Rathaus in Montabaur zu einer gemeinsamen Ratssitzung versammelt und erörterten einige wichtige kommunale Themen, die zur Zeit in der Partnerstadt Tonnerre wichtige Bedeutung haben und dort Problemfragen aufwerfen, die alsbald gelöst werden müssen. So informierte Herr Erster Kreisbeigeordneter Klaus Knoche, Westerwaldkreis, über die Organisation und Durchführung der Abfallbeseitigung im Westerwaldkreis und in der Stadt Montabaur, Herr erster Beigeordeneter Heinz Reusch, Verbandsgemeinde Montabaur, erläuterte die Organisation und technische Abwicklung der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in der Verbandsgemeinde und Stadt Montabaur.
In der anschließenden Diskussion wurden viele gemeinsame Problemstellungen und auch unterschiedliche Lösungsansätze zu diesen Fragen in Deutschland und Frankreich deutlich.
Im Anschluß an die gemeinsame Stadtratssitzung wurden die Wasseraufbereitungsanlage im Stadtwald Montabaur lind die Kläranlage in der Ortsgemeinde Holler besichtigt und vor Ort vorgestellt. Weiterhin besichtigten die Gäste aus der Partnerstadt Tonnerre die Altstadt in Montabaur mit dem Schloß sowie das Schulzentrum, das Industriegebiet »Alter Galgen« und den Entwicklungsbereich Bahnhof Montabaur. Die Gäste aus der Partnerstadt Tonnerre lobten die sichtbare und bemerkenswerte Weiterentwicklung der Partnerstadt Montabaur und hoben z.B. hervor, daß die nahe an der Partnerstadt Tonnerre vorbeiführende TGV-Strecke Paris/Lyon wegen eines fehlenden Haltepunktes/Bahnhofes in der Region Tonnerre keine Wachstumsentwicklung ausgelöst habe. Daher hege in der Planung eines neuen Bahnhofes in Montabaur sicher eine beachtliche Entwicklungschance.
Im Rahmen der Partnerschaftsarbeit fand in der Bürgerhalle des Rathauses vom 20. September bis 01. Oktober 1993 eine Ausstellung Bildender Künstler aus Tonnerre und Montabaur statt. Dank der gemeinsamen Anstrengung der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Stadt gelang diese Ausstellung zu einem der kulturellen Höhepunkte in der Partnerschaftsarbeit des Jahres 1993. 30 Künstler aus Montabaur und Tonnerre zeigten in der Bürgerhalle 82 Bilder verschiedener Maltechniken und Stilrichtungen sowie 23 Skulpturen und Plastiken. Eine Verlängerung der gut besuchten Gemeinschaftsausstellung war aus organisatorischen Gründen leider nicht zu verwirklichen.
Die Vernissage diente gleichzeitig als Gelegenheit, der Öffentlichkeit ein Geschenk aus Tonnerre vorzustellen: Eine Einwohnerin der Stadt Tonnerre, die Enkelin des berühmten Malers Emile Bernard und Tochter des ebenfalls bekannten Künstlers Andree Maire, hat der Stadt Montabaur als Zeichen der Verbundenheit eine Sepiazeichnung ihres Vaters geschenkt. Das Werk zeigt St. Pierre, eines der Wahrzeichen der Montabaurer Partnerstadt, und wird nach Beendigung der Ausstellung einen Ehrenplatz im Rathaus erhalten. Für die musikalische Einstimmung auf den Kunstgenuß sorgte Gernot Gingele, der spanische Volksmusik auf der Flamenco-Gitarre vortrug. Der anschließende gemeinsame Empfang im Sitzungssaal des Rathauses war eine gelungene Abrundung der Tagesereignisse.
Zu den Gästen gehörten auch eine Delegation der Schützen und der Feuerwehr aus Tonnerre.
Die Partnerschaftskomitees beider Städte nutzten die Begegnung zu ihrer traditionellen Halbjahressitzung, in der die Planungen der kommenden Monate besprochen wurden. Als Begleitprogramm bestand für die Gäste Gelegenheit, im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen die Sonderausstellung »Keramik Europas« zu besuchen.
Als besonderes Ereignis, vor allem für die französischen Gäste, darf die Besichtigung des Montabaurer Schlosses nicht unerwähnt bleiben, die dank der engen Beziehungen zwischen der Stadt und der Akademie Deutscher Genossenschaften durch Gerhard Wiek ermöglicht wurde. Dr. Paul Hütte hatte es übernommen, die Geschichte des Schlosses und der Stadt fachkundig dem interessierten Publikum vorzustellen. Die oft schwierige Übersetzung für die Gäste meisterte Gerhard Steffen.
Die ursprünglich für Sonntag, 10.00 Uhr, vorgesehene Abreise wurde kurzerhand auf 14.00 Uhr vertagt.
Die Pläne, eine Ausstellung dieser Art 1994 in Tonnerre zu organisieren, sind bereits geschmiedet.
Abschließend bleibt noch zu erwähnen, daß die Feuerwehrleute aus Tonnerre es sich nicht nehmen ließen, die Kameraden zum »Spass auf der Gass« nach Ludwigshafen zu begleiten.
von links nach rechts: Maler aus Tonnerre, Bürgermeister Dr. Possel-Dölken, Herr Adam (Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft), Auze Mery (Vorsitzender der Gesellschaft in Tonnerre), Beigeordneter Robert (aus Tonnerre).
Dr. Possel-Dölken, Bürgermeister

