Montabaur
Nr. 11/93
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Amphibienwanderung
Auf die Plätze, fertig, tot!
Frühling - die Nacht ist mild und regnerisch. Tausende von Fröschen, Kröten und Molchen machen sich auf in ihre Laichgewässer. Doch nur wenige werden ihr Ziel erreichen. Für viele endet der Weg zerquetscht auf unseren Straßen. Amphibienschutzzäune, -tunnels und Straßensperrungen, von zahlreichen Helfern der Naturschutzverbände in mühevoller Arbeit angefertigt, helfen mit, wenigstens einige dieser gefährdeten Tiere zu retten.
Wanderstrecken von zwei bis drei Kilometern sind keine Seltenheit und stellen für die kurzbeinigen Amphibien eine gewaltige Leistung dar. Am weitesten wandert die Erdkröte mit durchschnittlich 2.200 Meter. Frösche wandern je nach Art zwischen 600 (Laubfrosch) und 1.100 Meter (Springfrösche). Berg-, Faden- und Kammolch “begnügen” sich mit 400 Meter. Der Wanderungsbeginn wird durch die Temperatur (“Startschwelle” = 4-5°C) ausgelöst, durch Feuchtigkeit verstärkt und durch hormonelle Faktoren gesteuert. Wie die Tiere allerdings ihren Laichplatz finden, weiß noch niemand. Ihren Laichplatz können die Tiere ja nicht “sehen”, da er zum Teil mehr als einen Kilometer entfernt ist. Da die Tiere auch andere Gewässer durchqueren, ist eine Orientierung nach "Feuchtigkeitswerten” ebenfalls ausgeschlossen. Paa
rungsrufe sind zu leise, der Geruchssinn spielt keine Rolle. Nicht bewiesen sind auch Vermutungen, nach denen sie mit Hilfe von Sternen und Planeten oder gar der Erdanziehung ihren Weg finden.
Die Zahl überfahrener Amphibien hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Betroffen sind zumeist laichplatztreue Arten und Arten, bei denen unter günstigen Witterungsbedingungen große Teile der Population “explosionsartig” wandern. Hierzu zählen Erdkröte, Grasfrosch, Moorfrosch, Springfrosch und die einzelnen Molcharten. Straßen, die häufig von Amphibien überquert werden, weisen oft Hinweisschilder “Achtung Krötenwanderung” auf. Nur-die wenigsten Autofahrer passen ihre Fahrweise an oder wählen gar eine andere Route.
Die Überlebenschance einer Erdkröte, die eine Straße überquert (Wanderungsgeschwindigkeit 15 cm/min), liegt bei einer Verkehrsdichte von 20 Autos pro Stunde bei 40 Prozent. Bei 10 Autos steigt sie auf immerhin 70 Prozent. Eine große Rolle spielen auch die Reifenbreite und Geschwindigkeit des Fahrzeugs.
Amphibien sind in ihrer Existenz bedroht. Bitte achten Sie im März/April besonders auf wandernde Amphibien. Beachten Sie Straßensperrungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen und fahren Sie nachts, gerade bei Regen, besonders vorsichtig.
Was ist Methanol und Xylol?
Methanol ist eine farblose Flüssigkeit mit alkoholischem Geruch und brennendem Geschmack. Es stellt ein wichtiges Grundprodukt der organischen Chemie dar und findet als Lösemittel, Frostschutzmittel und Treibstoff Verwendung.
Methanol ist stark giftig. Es kann zu Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen und zur Erblindung führen.
Xylol ist ebenfalls eine farblose Flüssigkeit mit aromatischem Geruch. Es wird als Lösemittel für Harze, Fette, Wachse u. a., bei der Herstellung von Farbstoffen und organischen Chemikalien sowie in Schädlingsbekämpfungsmitteln eingesetzt. Bereits geringe Mengen von Xylol verändern den Geruch und Geschmack von Wasser und schädigen Wasserorganismen. Bei Menschen kann Xylol je nach Konzentration Kopfschmerzen, Schwindel, Brechreiz und Bewußtlosigkeit verursachen.
Umweltbeauftragter der VG Montabaur, H. Meier, Tbl. 02602/126109
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