Montabaur
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Nr. 44/92
“ Die Verwaltung informiert ”
Bericht über die Sitzung des Verbandsgemeinderates am 08.10.1992
Bericht des Bürgermeisters
Zu Beginn der Sitzung informierte Bürgermeister Dr. Possei- Dölken über den Sachstand des Förderantrages zum Aus- bzw. Umbau des Hallenbades. Am 12.10.1992 sei ein klärendes Gespräch mit Vertretern des Innenministeriums vorgesehen. Über das Gesprächsergebnis werde er die Fraktionsvorsitzenden anschließend in einem Rundschreiben unterrichten.
Zum Umbau und der Erweiterung der Grundschule Nentershausen stünden im Rahmen des gestellten Förderantrages ebenfalls noch klärende Gespräche mit Vertretern des Kultusministeriums aus. Nach einer Abstimmung mit der Bezirksregierung sei nach dem 19.10.1992 mit einem entsprechenden Erörterungstermin zu rechnen.
Bericht aus den Verbandsgemeindewerken Erster Beigeordneter Reusch informierte über den Einweihungstermin für die Kläranlage Holler am 14.10.1992. Außerdem berichtete er über die Arbeiten an der Gruppenkläranlage Girod, die seit Mitte September laufen. Hieran werden aus der Verbandsgemeinde Montabaur die Ortsgemeinden Girod (mit Kleinholbach) und Nomborn sowie aus der Verbandsgemeinde Wallmerod die Ortsgemeinden Zehnhausen, Berod und Steinefrenz angeschlossen.
Für die Abwassergruppe »Gelbachtal« habe der Werksausschuß in seiner Sitzung am 18.08.1992 den Planungsauf trag an ein Ingenieurbüro erteilt. Der Standort für die Tfeichkläranlage werde unterhalb der Einmündung des Daubaches im Gelbachtal vorgesehen. Durch diese Planung könnten an die Abwasserreinigungsanlage folgende weitere Ortsgemeinden angeschlossen werden:
- aus der Verbandsgemeinde Montabaur die Ortsgemeinden Daubach, Stahlhofen, Horbach, Gackenbach mit den Ortsteilen Dies und Kirchähr sowie die Stadtteile Ettersdorf, Bladernheim und Reckenthal;
- aus der Verbandsgemeinde Diez die Ortsgemeinden Isselbach mit den Ortsteilen Giershausen und Ruppenroth sowie Eppenroth und Horhausen.
Darüber hinaus berichtete der Erste Beigeordnete, daß mit den Arbeiten zur Herstellung von zwei Regenrückhaltebecken im Bereich »In den Wässern« in Eitelborn Ende September begonnen wurde. Dadurch werde der durch Erosionen gebildete, im Volksmund genannte »Grand Canyon« beseitigt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 580.000 DM (ohne Planung usw.).
Der Hochbehälter in Kadenbach werde um einen weiteren Behälter von 500 cbm Fassungsvermögen erweitert. Dadurch sei die Wasserversorgung in den Augst-Gemeinden auch während der Verbrauchsspitzenzeiten sichergestellt. Die Bauarbeiten haben Mitte September begonnen. Es werde mit einer Ausführungszeit von ca. einem Jahr gerechnet.
Zu weiteren zur Zeit laufenden Arbeiten führte der Erste Beigeordnete aus, daß eine Versorgungsleitung - Verbindungsleitung
- vom Ortsnetz Untershausen nach Bladernheim und Reckenthal verlegt werde, um die Wasserversorgung in den beiden Stadtteilen sicherzustellen. Die Ausschreibung der innerörtlichen Wasserleitung und der Hausanschlüsse in Reckenthal müßte auf das Frühjahr kommenden Jahres hinausgeschoben werden, da die Voraussetzungen für einen Baubeginn in diesem Wirtschaftsjahr noch nicht vorlägen.
Außerdem werde im Hochbehälter Görgeshausen derzeit eine Aufbereitungsanlage eingebaut. Diese Maßnahme sei erforderlich, um das nach der Trinkwasser Verordnung geforderte Kalk- Kohlensäure-Gleichgewicht herzustellen.
Ein Jahr Anruf-Sammel-lhxi (AST);
Informationen und Erfahrungen *
Seit dem 01.08.1991 wird in der Verbandsgemeinde Montabaur der sog. AST-Verkehr erprobt. Dieses bedarfsorientierte ÖPNV- Konzept bietet in einem zweijährigen Versuchsmodell auf fünf Linien und zwei Sonderlinien ein Jahresangebot von insgesamt 10.200 AST-Fahrten an. Nach Ablauf des ersten Versuchsjahres liegen erste statistische Ergebnisse über die Annahme des Modells vor, die von dem zuständigen Abteilungsleiter Werner Kühnen wie folgt zusammengefaßt wurden:
- Bis zum 31.07.1992 wurden 1.806 Fahrgäste bei 861 AST- Fahrten befördert. Der Besetzungsgrad pro Fahrt liegt statistisch bei 2,09 Personen.
- Der Auslastungsgrad - bezogen auf das Gesamtangebot von 10.200 AST-Fahrten-beträgt zur Zeit 8,4 %. Da erfahrungsgemäß im ländlichen Raum nur ca 20 % des Gesamtangebo-
, tes genutzt werden, beträgt der Auslastungsgrad bezogen auf diese realistische Angebotsgröße 42,2 %.
- Die Nachfrage nach dem neuen Verkehrsangebot ist regional sehr unterschiedlich. Außerdem zeichnen sich zeitlich Nachf rageschwerpunkte im Abend- und Wochenendverkehr sowie an den Donnerstagen ab.
- Die Fahrgäste sind vor allem Schüler unter 18 Jahre und ältere Menschen, wobei das Vor- und Nachmittagsangebot hauptsächlich von älteren Personen sowie jüngeren Frauen, die tagsüber über keinen Pkw verfügen, genutzt wird. Der Abend- und Wochenendverkehr wird von den Jugendlichen unter 18 Jahren bestimmt.
- Die Kosten des Versuchsmodells betrugen im ersten Versuchsjahr 37.290 DM.
Die Mitglieder des Verbandsgemeinderates nahmen den ausführlichen Jahresbericht der Verwaltung zum AST-System zur Kenntnis und diskutierten über Problembereiche und weitere Anregungen.
3. Änderung des Flächennutzungsplanes Der Verbandsgemeinderat hat in seiner Sitzung am 13.09.1990 den Beschluß zur Einleitung der 3. Änderung des Flächennutzungsplanes gefaßt. Einziger Änderungspunkt war die Ausweisung einer Sonderbau-Zgewerblichen Baufläche in der Gemarkung Görgeshausen zwischen der BAB A 3/L 318/L 325.
Im Rahmen dieses Änderungsverf ahrens oblag es noch dem Verbandsgemeinderat, über die Bedenken eines Görgeshausener Bürgers zu entscheiden sowie die 3. Änderung des Flächennutzungsplanes, bestehend aus Planzeichnung und Erläuterungsbericht, insgesamt anzunehmen. Der Rat lehnte die vorgebrachten Bedenken mehrheitlich ab und stimmte der 3. Änderung des Flächennutzungsplanes bei 7 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen zu.
Autofreier Sonntag im Gelbachtal im Sommer 1993;
Antrag der SPD-Fraktion vom 01.08.1992 Ratsmitglied Uli Schmidt führte die Ideen, die dem SPD-An- trag zur Initiierung eines autofreien Sonntages im Gelbachtal zugrunde lagen, aus. Er trug vor, daß im Hinblick auf den großen Erfolg einer ähnlichen Aktion im Rheintal mit einem sehr positiven Effekt für den heimischen Fremdenverkehr zu rechnen sei.
Ratsmitglied Eduard Schoenau (CDU) begrüßte die Idee des autofreien Sonntages grundsätzlich. Er sah jedoch Probleme bezüglich des Veranstalters - der laut SPD-Vorschlag die Verbandsgemeinde sein sollte - sowie bezüglich des Arbeitsanfalles und der Kosten.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken wies in dem Zusammenhang darauf hin, daß die Aktion im Rheintal mit einem Landeszuschuß von 1 Mio. DM gefördert wurde. Ein solches Unternehmen könnte von der Verbandsgemeindeverwaltung alleine nicht organisiert werden; es bedürfte hierzu der Abstimmung mit einer ganzen Reihe von Behörden sowie der Unterstützung von privater Seite (von Vereinen/Ver'einigungen).
Nach ausführlicher Diskussion unterschiedlichster Aspekte des Vorhabens beschloß der Verbandsgemeinderat auf Antrag von Ratsmitglied Richard Bertram (FWG-Fraktion) einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, die Möglichkeiten für die Durchführung eines autofreien Sonntages im Gelbachtal zu prüfen. Nach Vorliegen eines Konzeptes sollen dann Rat und Ausschüsse bezüglich weiterer Entscheidungen beteiligt werden.
Nachmittagsbetreuung von Schulkindern in Kindergärten; Antrag der CDU-Fraktion vom 14.09.1992 Aufbauend auf die gute Akzeptanz der Betreuenden Grundschule sieht die CDU-Fraktion einen Handlungsbedarf bei der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern. Wie Ratsmitglied Walter Schmidt (CDU) ausführte, biete es sich vor dem Hintergrund vieler neu eröffneter Kindergärten in den Ortsgemeinden an zu überprüfen, ob hier personelle Kapazitäten für die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern frei seien. Die SPD-Frak- tion begrüßte den Vorschlag. Sie zeigte sich jedoch skeptisch bezüglich der Meinung der betroffenen Träger und des Kindergartenpersonals.

