Montabaur
Nr. 22/92
QU
Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, daß die Finanzver- waltung aus Vereinfachungsgründen zuläßt, daß die Arbeitgeber dies bei der nächsten Lohnzahlung berücksichtigen, wobei die Erhöhungsbeträge von der Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer abgezogen werden. Die Abzugsbeträge belaufen sich auf monatlich 90,00 DM (voller Kinderfreibetrag) und 45,00 DM (halber Kinderfreibetrag).
Bei einem Arbeitnehmer mit zwei Kindern zum Beispiel, der 4.000,00 DM verdient und bei dem die Erhöhung des Kinderfreibetrages für zwei Monate nachgeholt wird, ergibt sich - wie der Bund der Steuerzahler für den Monat Juni vorrechnet - eine Steuersenkung (Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag) in Höhe von 77,40 DM.
Nehmen die Arbeitgeber diese (freiwillige) Korrektur der Lohnsteuer jetzt nicht vor, dann erfolgt sie am J ahresende über den betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleich oder spätestens bei der Einkommensteuerveranlagung.
— Anzeige —
Rund um das liebe Geld
Mit einer Schilderung der aktuellen Situ ation der Nassauischen Sparkasse begann Diplom-Kaufmann Hans-Dieter Ahlers am Mittwoch, dem 6. Mai 1992, seinen Vortrag in Montabaur. Auf Bitten der staatlichen Beratungs- und Weiterbildungsstelle für Land- und Hauswirtschaf t in Rheinland-Pf alz hatte die N assau- ische Sparkasse ihren Pressesprecher zu Verfügunggestellt, um im Rahmen eines Arbeitskreises über das Thema »Rund um das liebe Geld - Geschichte und Wert des Geldes und das Geld im EG- Binnenmarkt« zu referieren.
Dabei setzte er vier Schwerpunkte, nämlich die Geschichte des Geldes, das Geld- und Sachvermögen privater Haushalte, das Ziel der Geldwertstabilität und Maastricht und die Folgen - Europa auf dem Weg zu einer Wirtschafts- und Währungsunion. Die Geschichte des Geldes ließe sich räumlich und zeitlich nicht fixieren. Sicher jedoch könne man die Entwicklung vom Thusch- handel über Muscheln als Ihuschmittel, Münzen, Kurantgeld, Scheidegeld, Banknoten und Buchgeld bis hin zum electronic cash der Gegenwart nachvollziehen.
Dies führte zum zweiten Punkt des Abends. TVotz der erheblichen Verluste durch den Zweiten Weltkriegund seine Folgen; erläuterte Ahlers, verfügen die westdeutschen Privathaushalte in ihrer Gesamtheit heute wieder über ein auch im internationalen Vergleich ansehnliches Vermögen. Die Basis hierfür schuf die mit dem wirtschaftlichen Auf schwungnach dem Kriege kräftig expandierende private Spartätigkeit, die - gemessen am Einkommen - bis zum Beginn der siebziger J ahre regelmäßig gestiegen ist und sich seither im wesentlichen auf diesem Niveau gehalten hat.
Die privaten Haushalte wurden so zur tragenden Säule der Kapitalbildung im Westen Deutschlands. In den letzten zwanzig J ahren brachten sie etwa zwei Drittel des Sp ar aufkommens aller inländischen Sektoren auf und leisteten damit den Hauptbeitrag zur Finanzierung des gesamtwirtschaftlichen Vermögensaufbaus, der eine unerläßliche Voraussetzung für das Wachstum von Beschäftigung und Einkommen ist.
Im Mittel der Jahre 1990/91 bildeten die westdeutschen Privathaushalte z.B. schätzungsweise rund 210 Mrd. DM neues Geldvermögen. Im Anlageverhalten der westdeutschen Bevölkerung haben sich in den letzten zwanzig Jahren die Präferenzen deutlich zugunsten einer stärkeren Renditeorientierung verschoben. Dies bedeute neue Aufgaben für die Banken.
Das Ziel der Geldwertstabilität genießt in der wirtschaftspolitischen Prioritätenskala hohen Stellenwert. Das trifft für Deutschland aufgrund der historischen Erfahrungen mit verheerenden Hyperinflationen und Währungsschnitten in besonderem Maße zu. E s gilt aber auch für unsere europäischen Nach- bam. Stetige Wöhlstandsmehrung ist nämlich ohne ein hohes Maß an Geldwertstabilität nicht denkbar. Ein Verlust derselben würde vielmehr eine willkürliche Umverteilung von Einkommen und Vermögen mit sich bringen.
In seinem letzten Punkt kam H ans-Dieter Ahlers dann zur europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Diese ist, ganz einfach ausgedrückt, der immer engere Zusammenschluß der EG- Staaten auf wirtschaftspolitischem Gebiet. Durch die Wirt- schaf tsunion soll dem Zusammenwachsen der M ärkte in der Gemeinschaft auch eine Integration ihrer Wirtschaftspolitiken folgen. Gemeinsame wirtschaftspolitische Ziele werden festgelegt, Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele aufeinander abgestimmt. Kooperation in immer stärkerem Maße ist geplant und in einigen Bereichen auch die völhge Abtretung von Kompetenzen an die supranationalen Organe der EG.
So kam zum Beispiel bei vielen Kunden die Besorgnis auf, der Übergang zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion habe etwas mit einer Währungsref orm zu tun, bei der die Sparer ihre Ersparnisse verlieren. Das, betonte Ahlers, wäre natürlich nicht so. Der Übergang von der D-Mark zur ECU habe mit der Währungsreform von 1948 gar nichts gemein.
Sie wäre zunächst nichts anderes als eine rein technische Währungsumstellung, bei der an die Stelle von zwei D-M ark etwa ein ECU tritt. Dabei, und das sei das Wichtigste, werdeniemand etwas verlieren. Die Währungsunion wäre die zwangsläufige Ergänzung zum Binnenmarkt, jedes andere Vorgehen letztlich inkonsequent. Wenn der Binnenmarkt zu einem Erfolg werden würde, würde es über kurz oder langauch eine gemeinsame W äh- rung in Europa geben. Die Frage sei nur, warm der bestmögliche Zeitpunkt dafür sei.
— Anzeige —
Mexikanische Folklore im Kurtheater Bad Ems
Am Sonntag, 07. Juni 1992,19.30 Uhr bietet das staatl. Kurtheater Bad Ems ein Programm mit temperamentvoller mexikanischer Folklore: Zu Gast sind die Los Muchachos Paragua- yos.
Die Paraguayos von Luis Alberto del Parana, seit über 30 Jahren das Markenzeichen für anspruchsvolle, mitreißende Musik aus Lateinamerika, sind eine Legende. Sie waren Gäste der englischen Königin, des belgischen Königs und der Königin der Niederlande, wurden im Kremei, New York, London und Tbkio gefeiert.
1984 bat die Witwe des inzwischen verstorbenen Luis Alberto del Parana den ehemaligen Manager der alten Paraguayos, eine neue, junge Gruppe zusammenzustellen, die in der Tradition der Gruppe ihres verstorbenen Mannes spielen sollte. Von den unzähligen Bewerbern wurden die besten ausgesucht: So entstanden die »Los Muchachos Paraguayos«, eine junge, mit viel Liebe zur Musik singende Gruppe.'
Im Sommer 1984 kamen die Los Muchachos Paraguayos, was so viel bedeutet wie »die jungen Paraguayos«, nach Europa. Mit großem Erfolg wurde eine Ibumee durch die osteuropäischen Länder Europas durchgeführt, die mit einer Reihe von Wiederholungskonzerten im Ostberliner Friedrichstadt-Palast abgeschlossen wurde. Seitdem sind die Los Muchachos Paraguayos in der ganzen Welt zu Hause.
Jorge Anibal Kunert (Gesang, Gitarre), in Paraguay geborener Enkel deutscher Einwanderer, war als 14-jähriger schon ein Profi. Er arrangiert den größten Tteil des Programms und ist in allen Konzertsälen Publikumsliebling.
Luis Barua, gebürtiger Brasilianer, hat in Paraguay sein Elternhaus. Er hat in Rio de J aneiro bei Rundfunk undFemsehen gearbeitet und spielt die in Kitzbühel gebaute Konzertharfe genauso perfekt wie die indianische Harfe. Jorge Daniel Rodriguez (Gesang, Gitarre) ist in Buenos Aires Argentinien geboren. Der 28jährige, ehemalige Architektur-Student ergänzt die Gruppe seit über einem halben Jahr mit Harmonie.
Der in Lima/Peru geborene Bassgitarrist Fernando Bojorquez ist seit über 5 Jahren ständiges Mitglied der Los Muchachos Paraguayos und lebt seit vielen J ahren in Europa. Er ist ein erfahrener Profi, dem man sein Studium der Klassik anmerkt.
Javier Ramiro Caballero, gebürtiger Bolivianer, studiert in Hamburg Psychologie und gilt als ruhiger Pol der Gruppe. Mit seinem »El Condor Pasa« auf der Kena versetzt er das Publikum regelmäßig in stürmische Begeisterung.
Bei der zu erwartenden großen N achfrage ist es empfehlenswert, Karten bereits im Vorverkauf zu erwerben: im Gästezentrum, Römerstr. 1, 5427 Bad Ems (Ttel. 02603/73283). Die Kartenvor- verkaufsstelle ist täglich von 10.00 -12.00 Uhr und 16.00 -18.00 Uhr geöffnet (Freitag nachmittag und am Wochenende können nur Vorbestellungen entgegengenommen werden.)
Eintritt: 12,00 bis 26,00 DM.
Großer Flohmarkt in Montabaur auf dem Konrad-Adenauer-Platz Zu dem am Samstag, dem 30. Mai 1992, von 9.00 -16.00 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz stattfindenden Flohmarkt ist die Bevölkerung aus nah und fern herzlich eingeladen.
Der bereits in der Stadt Montabaur zur Tradition gewordene Flohmarkt wird auch in diesem J ahr wieder vom »Verein zur Förderung behinderter Kinder und Jugendlicher e.V. Montabaur«, Goethestr. 3, 5433 Siershahn, durchgeführt.

