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Montabaur

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Nr. 16/92

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Archiwerwaltung Vorträge im Turm

Das Stadtarchiv Montabaur, das seine Vortragsreihe mit großem Erfolg im Wolfsturm mit dem Vortrag von Oberarchivrat Dr. H ans Joachim J äbel zum Thema »D as B auemhaus im Westerwald« begonnen hat, setzt diese Reihe am Donnerstag, dem 23. April 1992 mit dem Vortrag »Die Herzoge von Nassau« von Archivdirektor Dr. Winfried Schüler fort.

Der erste Vortrag stieß vor interessiertem Publikum auf großes Interesse, so daß im Anschluß an den Vortrag noch eine ganze Reihe von Fragen gestellt und von Dr. Häbel beantwortet wurden. An­hand von Dias gelang es dem Referenten die verschiedenen Hausbauweisen im Westerwald an­schaulich darzustellen. So erfuhren die Zuhörer u.a., daß im Unterwesterwald vorwiegend kleinere Gehöfte auftraten, die Hakenhöfe und Höfe mit gestreuter Bauweise, bei denen das Wirtschaftsge­bäude neben oder hinter dem Wohnhaus stand. Im Hohen Westerwald, wo früher ausgedehnte Viehweiden das Halten großer Viehherden ermöglichten und die Weidewirtschaft sehr ausgeprägt war, ist fast durchweg das sog. Einhaus verbreitet gewesen, bei dem Wöhnteil und Wirtschaftsteil unter einem Dach untergebracht war.

Anhand von Unterlagen bzw. Akten des Hauptstaatsarchivs Wiesbaden gelang Dr. Häbel der Nachweis, daß die Landesherrschaft durch die diversen Bauordnungen für die Bauweise der We­sterwalddörfer mitverantwortlich war. Der Referent wertete handgezeichnete Karten und Verord­nungen über Bauvorschriften aus. Dr. Häbel schoß seinen interessanten Vortrag mit folgendem Hausspruch aus dem Jahre 1605, der auch heute noch Geltung hat: »Bauen ist eine Lust - kost vill Geld - hab ich nicht gewußt.«

Der am Donnerstag, dem 23. April 1992 von Archivdirektor Dr. Winfried Schüler zu haltende Vo- trag gibt uns u.a. Einblick in die nassauische Regierungszeit, die.Montabaur in den Jahren von 1802 bis 1866 prägte. Gerade die Herzoge von Nassau prägten mit ihrer Verwaltungsreform von 1816 und der darin festgelegten Amtsverwaltung die Verwaltungsstruktur in unserer Region und legten damit die Grundlage für unsere heutige Verbandsgemeinde. Wie man sieht, schließt sich der Kreis aus Vergangenheit und Gegenwart nicht nur in einem H ausspruch aus dem 17. Jahrhundert, der heute angesichts der B aukosten immer noch Geltung hat, sondern auch durch vergangene und gegenwärtige Verwaltungsstrukturen.

Jedenfalls würden wir, das Stadtarchiv Montabaur, uns freuen, Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen. Abschließend weisen wir noch daraufhin, daß auch eine »kleine Ausstellung« zur nassaui- schen Regierungszeit das im Vortrag Gesagte veranschaulichen soll

Forstliche Großtagung im Westerwald

Die Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz wird im Mai 1992 zusammen mit dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) die 11. große KWF-Tagung mit dem Leitthema »Waldar­beit im Umbruch« im Raum Koblenz, Montabaur und Nassau ausrichten.

In einem TUrnus von 4 Jahren organisiert das KWF als bundesweit tätige Fachorganisation in je­weils verschiedenen Bundesländern Großtagungen, um den aktuellen Stand der forstlichen Verfah­renstechnik darzustellen.

Mit d^m Leitthema »Waldarbeit im Umbruch« soll 1992 in Koblenz insbesondere der politischen Situation mit ihren Auswirkungen auf die Forstwirtschaft der neuen Bundesländer und dem jüng­sten Mechanisierungsschub, der durch die Bewältigung der großen Sturmkatastrophe 1990 noch forciert wurde, Rechnung getragen werden.

Zur umfassenden Aufarbeitung der Thematik ist eine Aufgliederung des Tagungsprogramms in Fachvorträge, eine Fachexkursion und eine Forstmaschinen- und Neuheitenschau vorgesehen.