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Montabaur

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Nr. 5/92

Konkret habe sich die Deutsche Gartenbaugesellschaft die Ziele gesetzt, zu helfen bei der Pflege und dem Schutz der Dörfer und Landschaften, für den Erhalt der Natur zu werben und allen Men­schen die Idee und das Glück der Dörfer zu vermitteln.

Der ländliche Raum sei wesentlich mehr als Landwirtschaft, er sei notwendiger Bestandteil unse­rer Kulturlandschaften, habe Standortvorteile und alles in allem dem Menschen sehr viel zu bieten. 30 Jahre Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden«* belegten, daß man das reichhaltige kultu­relle Erbe von Dorf, Landschaft und Gemeinschaft erhalten und weiterentwickeln könne. Als wei­teren Beweis führte Gräfin Sonja Bernadotte die 43 Dörfer aus den alten und neuen Bundesländern an, deren vielfach jahrelange Anstrengungen in Berlin belohnt wurden. Wichtigstes Ziel im Wett­bewerb müsse weiterhin die harmonische Gestaltung von Dorf, Landschaft und Gemeinschaft sein, wobei heute der ökologischen und baugestalterischen Mobilisierung der Bürger eine größere Bedeutung zukomme. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte Gräfin Sonja Bernadotte in einem per­sönlichen Brief den Auftrag erteilt, den Gedanken des Wettbewerbes auch in die neuen Bundeslän­der zu tragen.

In diesem Zusammenhang zitierte die Präsidentin Briefe einiger Bürgermeister aus den neuen Bundesländern, aus dem die jetzt vorhandene Chance der Selbstbestimmung in den Dörfern er­kennbar ist. Zitat: »Nach der Einheit Deutschlands« erhält unsere Mitarbeit für die dörfliche Le­bensgemeinschaft erstmals einen Sinn und wird nicht für ideologisch-propagandistische Zwecke mißbraucht« oder in einem anderen Brief heißt es: »Unsere Kraft reichte damals nur zum Schutz vor Abriß« oder: »Der Dorfwettbewerb ist für uns von großer Bedeutung, eine Ermutigung für die Kommunalpolitiker, die ihre Zukunft nicht nur im möglichst großen Gewerbegebiet sehen, sondern auch ein Herz für Kultur, Tradition und natürliches Wohnen haben.«

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Berlin ist eine Reise wert. Viele Nombomer nutzten deshalb während der Stadtrundfahrt auch die Gelegenheit, das Brandenburger Tbr und den Reichstagzu besichtigen.

Zum Thema »Selbstbestim­mung und Alltagskultur« refe­rierte Prof. Dr. Hermann Lüb­be, Honorarprofessor für Philo­sophie und politische Theorie an der Universität Zürich. Je moderner die Welt werde, um so größer sei das Interesse an der Vergangenheit, so Lübbe.

Die zunehmende »Musealisie- rung« belege den Wunsch des Menschen nach Bewahrung der Identität. Immer mehr Museen entstünden auch in kleinen D ör- fem, einzelne Dörfer habe man zu »Museumsdörfern und Hei­matmuseen« gemacht.

Die ständige Änderung, Beseitigung und Schaffung von Bausubstanzen zeige eine häufig ge­brauchte Redewendung, daß Häuser, Dörfer, Landschaften und Städte nach nur wenigen Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sind. Gerade die Denkmalschützer versuchten hier den erforderli­chen Ausgleich zu schaffen und Vertrautes zu bewahren. Das persönliche Glück, darum gehe es letztendlich auch im Wettbewerb und in der Verschönerung der Dörfer, wird von Lübbe als eine »Ne- benerscheinung selbstbestimmtem TUns« gesehen. Dazu zähle auch der Garten, der früher Be­standteil der Lebensfürsorge gewesen sei und über den sich die Menschen m der modernen Zeit wie­der mehr und mehr erfreuten.

Der Blick nach getaner Arbeit auf das fertige Werk - den Garten - stimmt zufrieden und steigere das GlückgefühL Die neuen Bundesländer, so der Professor, sind ein »besonders schöner Tfeil unse­res Landes«. Altes und Neues müsse hier sinnvoll verbunden werden.

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