Einzelbild herunterladen

Montabaur

Weiter zunehmende Kraftfahrzeug-Bestände,

neu zugelassene Kraftfahrzeuge immer häufiger schadstoffreduziert

Von Mitte 1990 bis Mitte 1991 erhöhte sich der rheinland-pfälzi­sche Kraftfahrzeug-Bestand um 1,9 Prozent auf etwa 2,3 Millio­nen Fahrzeuge, davon sind 1,94 Millionen Personenkraftwagen. Die Zahl der Motorräder stieg im gleichen Zeitraum um 3,7 Pro­zent auf 94.100. Am 1. Juli 1991 gab es 84.600 Lastkraftwagen (plus 2,1 Prozent). Die Zahl der in den alten Bundesländern zuge­lassenen Kraftfahrzeuge nahm nach Auskunft des Statisti­schen Landesamtes in Bad Ems in der gleichen Zeit um 2,2 Pro­zent auf 36,53 Millionen Einheiten zu. Am 1. Juli 1991 kamen auf 1.000 Rheinland-Pfälzer 619 Kraftfahrzeuge, womit ein neu­er Höchststand erreicht wurde (Durchschnitt alte Bundeslän­der 583 Kraftfahrzeuge /1000 Einwohner).

In den ersten neun Monaten des Jahres 1991 wurden in Rhein­land-Pfalz insgesamt 151.854 Personenkraftwagen und Kombis neu zum Verkehr zugelassen. Das sind 22 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei erhöhte sich der Anteil der schadstoffreduzierten Fahrzeuge nach den strengen Vorschrif­ten der US-Norm von 85,0 Prozent (Januar bis September 1990) auf 89,1 Prozent. Weitere 8.540 (5,6 Prozent) von Januar bis Sep­tember 1991 zugelassene Personenkraftwagen und Kombis ent­sprachen den niedrigeren Anforderungen der Europa-Norm.

Weinjahrgang 1991

mit überdurchschnittlicher Erntemenge

Die nach einem extrem trockenen Sommer in der zweiten Sep­temberhälfte einsetzenden Niederschläge haben dafür gesorgt, daß die für 1991 anfänglich vorhergesagte niedrige Weinmost- erate ausblieb. Nach dem nun vorliegenden endgültigen Ergeb­nis der Emtemessung wurden in Rheinland-Pfalz rund 7,2 Mil­lionen Hektoliter Weinmost geerntet. Damit ist nach Berech­nungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems das Vorjah­resergebnis um 25 Prozent und der Zehnjahresdurchschnitt im­merhin noch um 6 Prozent überschritten worden.

Regionale Unterschiede sind jedoch deutlich ausgeprägt. Früh­jahrefröste haben vor allem am Mittelrhein, an Obermosel und Saar zu Ertragseinbußen geführt. So lag die Ernte in den An­baugebieten Mittelrhein und Mosel-Saar-Ruwer um 16 bzw. 24 Prozent unter dem mehrjährigenMittel. Überdurchschnittliche Mengen wurden dagegen an der Nahe (Plus 15 Prozent), in Rheinhessen (plus 19 Prozent) und in der Rheinpfalz (plus 11 Prozent) geerntet.

Nach drei Prädikatsweinjahrgängen erreichten gut drei Viertel der 91er Ernte nur die Eignung als Qualitätswein. Die weithin fehlende ausreichendeNiederschlagsversorgungder Reben ließ keine höheren Mostgewichte zu. Der Anteil von Qualitätswein mit Prädikat, überwiegend Kabinett, blieb mit 21 Prozent hin­ter dem Vorjahr (54 Prozent) zurück.

Von den wichtigsten Rebsorten erzielten Müller-Thurgau (133 Hektoliter/Hektar), Silvaner (121 Hektoliter/Hektar) und Por­tugieser (142 Hektoliter/Hektar) überdurchschnittliche Erträ­ge Kaum Abweichungen vom langjährigen Mittel gab es bei Kerner und Scheurebe. Unterdurchschnittlich fiel die Ernte beim Riesling(95 Hektoliter/Hektar)und vor allembeimElbling (65 Hektoliter/Hektar) aus. Diese ansonsten ertragreiche Sorte wurde infolge ihres regional begrenzten Anbaus besonders hart durch die Frostschäden getroffen.

Rückgang bei den Schulabgängern hat sich abgeschwächt

Die Zahl der Schulabgänger der allgemeinbildenden Schulen ist im vergangenen Schuljahr in geringerem Umfang als in den vor­herigen Jahren zurückgegangen. Zum Ende des Schuljahres 1990/91 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes inBadEms 35.900 Schüler aus den allgemeinbildenden Schulen (ohne Sonderschulen) entlassen, 1989/90 waren es noch 36.400 gewesen, ein Jahr davor 38.300.

Von den Schulentlassenen, dieEndedes Schuljahres 1990/91 die allgemeinbildenden Schulen verließen, hatten 37 Prozent einen Hauptschulabschluß (Vorjahr 38 Prozent), 31 Prozent (Vorjahr 30 Prozent) einen qualifizierten Sekundarabschluß I und 26 Pro­zent (27 Prozent) das Abitur. Ohne Abschluß gingen 5,8 Prozent aller Schulabgänger aus den allgemeinbildenden Schulen ab (Vorjahr 6,6 Prozent).

V.

,Nr. 4/92

Fachschulen verzeichnen stärksten Zugang an Schülern

Bei den Schülerzahlen an den berufsbildenden Schulen des Lan­des Rheinland-Pfalz zeichnen sich zum Schuljahr 1991/92 sehr unterschiedliche Entwicklungen an den einzelnen Schulformen ab. Während die Berufsschulen mit 86.100 von rund 3.700 Schü­lern weniger besucht werden als im Vorjahr (minus 4,1 Prozent) und auch die Beruf sf achschulen sowie die Berufsaufbauschulen mit einem Rückgang um 590 Schüler auf 13.100 (minus 4,3 Pro­zent), beziehungsweise um 35 auf 890 (minus 3,8 Prozent) eine Abnahme verzeichnen, stiegen nach Meldung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems die Schülerzahlen an Fachoberschu­len, beruflichen Gymnasien und Fachschulen an. Die Fachschu­len hatten fast 690 oder 8,2 Prozent mehr Schüler als im Vorjahr. Die beruflichen Gymnasien werden von 110 Schülern (plus 4,4 Prozent), die Fachoberschulen von 125 Schülern mehr (plus 3,0 Prozent) besucht. %

Insgesamt werden im laufenden Schuljahr 116.000 Schüler an den berufsbildenden Schulen unterrichtet. Im Vorjahr waren es noch gut 119.400 gewesen. Die Klassenzahlen wurden im Ver­gleich zum Vorjahr um 98 auf 5.814 verringert. Die durch­schnittliche Klassengröße liegt an den berufsbildenden Schulen bei 20,0 Schülern (Vorjahr 20,2).

Anzeige

Auch 1991 Trend zum Erdgas

Der Primärenergieverbrauch in den alten Bundesländern ist 1991 gegenüber dem Vorjahrum 4,2 Prozent auf408,5 Millionen Ibnnen Steinkohleneinheiten (Mia t SKE) gestiegen. Der Erd­gasverbrauch lag mit 74 Mio. t SKE um 7,8 Prozent höher als 1990. Der Anteil des Erdgases am Primärenergieverbrauch er­höhte sich auf 18,1 Prozent. Damit konnte das Erdgas seine Po- sitionim PrimärenergieverbrauchnachMineralölund Steinkoh­le weiter festigen. Grund für diese Zunahme waren die im Ver­gleich zum Vorjahr kühlere Witterungund die zunehmende Zahl der Erdgasverbraucher in Haushalten, Handel, Gewerbe und Industrie Auch 1991 entschieden sich knapp zwei Drittel aller Bauherren für eine Erdgasheizung.

In den fünf neuen Bundesländern ist der Primärenergiever­brauch 1991 gegenüber dem Vorjahr wegen der wirtschaftlichen Lage um 26,5 Prozent auf 82,5 Mia t SKE gesunken. Der Erd­gasverbrauch lag mit 8,3 Mia t SKE um 13 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Wirtschaft contra Bildungsurlaubs-Gesetz

Die grundlegenden Bedenken der Wirtschaft in Rheinland- Pfalz gegen das von der Regierung geplante Bildungsurlaubs- Gesetz haben die vier Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie­land Handelskammern bei einem Iteffen mit Wirtschafts- und Verkehrsminister Rainer Brüderle in Deidesheim vorgetragen. Das geplante Bildungsurlaubs-Gesetz sei aus ordnungs- und wirtschaftspolitischen Gründen abzulehnen. In einer Zeit, in der die deutschen Betriebe im internationalen Vergleich durch eine hohe Unternehmensbesteuerung und Umweltgesetzge­bung stark belastet werden, müsse die Politik M aßnahmen ver­meiden, die nur weitere Kosten mit sich bringen und die Diskus­sion über den Untemehmensstandort Bundesrepublik weiter aufheizen.

Die Wirtschaft trage die Verantwortung für die berufliche Bil­dung ihrer Mitarbeiter. Die Weiterbildung der Arbeitskräfte le­ge wichtige Grundlagen für die betriebliche Personalplanung und -entwicklung. Ein Weiterbildungs-Freistellungsgesetz würde hier reglementierend eingreifen und die Freiheit unter­nehmerischer Entscheidung beschneiden. Bildungsurlaubs-Gesetze sind bereits in einigen Bundeslän­dern verabschiedet worden. Die Erfahrungen zeigen, daß sie die Weiterbildung nicht fördern können. Dies liege nach Auffas­sung der Wirtschaft zum einen an dem engen formalen Korsett, aber auch daran, daß häufig allgemeine, beruf sfeme Inhalte im Vordergrund stehen.

Hauptanliegen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Koblenz waren der für die künftige Nutzung des Flughafens Hahn/Hunsrück dringend notwendige überregionale Ausbau der Infrastruktur sowie die Verbesserung der West-Ost-Verbin- dungen aus dem mittelrheinischen Raum nach Ostdeutschland. Obwohl der Minister die Überlegungen der K amm er für die Fortführung der A 48 vom Dembacher Dreieck in den Raum Gießen teilt, sieht er in absehbarer Zeit wegen der Haltung des Landes Hessen keine Realisierungschance.

1

V

f