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Montabaur

Die Zuwendungen stammen aus den Erträgen der Naspa-eige- nen Stiftung »Initiative und Leistung«, die anläßlich des 150jährigen Jubiläums derNaspainsLeben gerufen wurde. Der Stiftungszweck soll durch die Jugendförderungsowie die Förde­rung von Kultur, Kirnst, Sport, Heimat- und Brauchtumspflege verwirklicht werden.

Spendenempfänger waren der Westerwaldverein Montabaur, der mit dem Spendenbetrag den Aufbau bzw. die Rekonstruk­tion eines Limesturmes durchführen will Die Stadtkapelle Ren­nerod erhielt einen Beitrag zum Bau eines Probelokals. Weitere Spenden erhielten der Caritasverband Montabaur sowie das Diakonische Werk Westerburg zur Einrichtung von Schuldner­beratungen.

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Tolle Premiere im Audi Zentrum

Der Deutsche Meister Frank Biela und Audi-Rennsportleiter Bas che bei der Eröffnung der Show zur Deutschen Tourenwa- genmeisterschaft

Premierenerfolg im Audi Zentrum Koblenz: Über 2000 interes­sierte Besucher kamen zur Eröffnungsveranstaltung der Audi DTM-Show91. Diese Informationsausstellung startet von Ko­blenz aus zu einer Deutschland-lbumee durch alle Audi Zentren. Bei der Eröffnung in Koblenz begrüßte Ferdinand Duckwitz, Geschäftsführer im Audi Zentrum, als »Stargäste ohne Staral­lüren« den Audi-Motorsportchef Dieter Basche und Frank Bie­la, Deutscher Iburenwagenmeister 1991. Nicht minder wichtig war ein stummer Gast: Der Audi V8 quattro, der Siegertyp der Deutschen Iburenwagenmeisterschaft 1990 und 1991.

In einer lockeren Thlk-Runde ließen sich Basche und Biela be­reitwillig auf den Zahn fühlen und gaben auch zu kniffligen Fra­gen bemerkenswert offene Antworten. Zu einigen überharten »Kampfszenen« in der abgelaufenen DTM-Saison etwa sagte der frischgebackene Meister: »Es geht in dieser Meisterschaft um sehr viel. Da wird mit harten Bandagen gekämpft. Im allge­meinen bleibt man dabei aber fair. Wenn jemand absichtlich ab­geschossen wird, sollte der Übeltäter hart bestraft werden.« Biela zögerte auch keine Sekunde mit der Antwort auf die Frage nach seiner Lieblingsrennstrecke: »Die Nürburgring-Nord­schleife, denn das ist die größte Herausforderung, die es für ei­nen Rennfahrer geben kann.«

Außer Biela und Basche waren auch hochkarätige Audi-Mitar- beiter der Bereiche Marketingimd Verkauf zur Premiere gekom­men. Sie waren sehr angetan von der Informations-Show, deren Mittelpunkt die Deutsche Iburenwagenmeisterschaft ist. Bil­der, Tfexte, Grafiken und Filme machen die Besucher mit dem spannenden Geschehen in der besten Iburenwagen-Rennserie der Welt bekannt. Doch auch der Blick in die große Motorsport- Ttadition der Marke mit den vier Ringen wird nicht versäumt. Da werden Erinnerungen an die »Silberpfeile« der Auto Union in den 30er J ahren und an ihre berühmten Fahrer, Bernd Rose­meyer, Hans Stuck und Ihzio Nuvolari geweckt. Einprägsam wird auch die historische Entwicklung von Audi, angefangen mit dem in Winningen an der Mosel geborenen genialen Kon­strukteur August Horch, dargestellt.

Iblle Sache«, kommentierte Frank Biela die Info-Show, wäh­rend er eine Pause beim Schreiben von Autogrammen machte und der hervorragend aufgelegten Mike-Melcher-Showband das Feld überließ.

Ein Montabäurer erinnert sich.

Dr. Felix Buse, Jahrgang 1901, heute wohnhaft in Siebers im All­gäu, gratulierte vor wenigen Tagen der Stadt Montabaur als »Ehemaliger« der Stadt Montabaur zu ihrem 700jährigen Jubi­läum. Seinem Glückwunschschreiben fügte der frühere Monta- baurer seine Eindrücke und Erinnerungen seines 25jährigen »Gastspiels« in Montabaur bei. Alles in allem ein interessanter Rückblick, wie die nachfolgenden Zeilen belegen.

Als gebürtiger Montabäurer fühle ich mich verpflichtet, einen wenigstens bescheidenen Beitrag zur Aufhellung der Vergan­genheit zu Eurem großartigen 700jährigen Stadtjubiläum zu leisten, das Ihr in diesem Jahr feiert. Ich stamme nämlich aus dem Jahre 1901 undkann deshalb noch viel erzählen aus derZeit vor dem Ersten Weltkrieg, von der ja nur wenige unter Euch noch etwas wissen werden. Damals war Montabaur, ein Kreis­städtchen von 3000 Einwohnern, nämlich noch gut preußisch und gehörte zum Regierungsbezirk Hessen-Nassau mit dem Sitz der Regierung in Wiesbaden.

Nr. 51/52/91

Mein Vater war dort als Oberförster, später Forstmeister tätig, seit 1898undhatte ein großes Revier im Stadtwald zu verwalten. Täglich fuhr er mit der Kutsche und zwei Pferden dorthin und brachte uns Kindern oft ein »Hasenbrot« mit (nämlich den Rest seines Frühstücks), das wir mit Genuß und Andacht verzehrten. Wir wohnten in dem großen Haus unten am Fuße des Schloßber­ges, in dem heute die Polizei ist und das die »Oberförsterei« hieß. Dort hatte der Kurfürst von Hier, wenn er zur Jagd kam, seine vielen Gäste untergebracht, weil nicht alle im Schloß wohnen konnten.

Das Haus war damals ziemlich verfallen, und meine Mutter hat­te einige Mühe, es im Laufe der J ahre zu einem neuen stattlichen Gästehaus herzurichten, mit am Ende 24 gut möblierten Zim­mern, denn auch wir bekamen öfter Besuch von auswärts. Sie brachte schon zwei Buben und meine Schwester Maria mit, die alle noch klein waren. Als viertes Kind wurde ich dann geboren und später noch meine Schwester Olga, die sicher einige von Euch noch kennen werden; denn sie starb erst 1966 und wohnte zuletzt wieder bei Euch. Auf dem Schloß saß die Kreisverwal- tungund an ihrer Spitze der Landrat, der damals ein Marschall von Bieberstein war.

Das gesellschaftliche Leben war damals im Gegensatz zu heute minimal. Höhepunkte waren »Kaisers Geburtstag« im Januar und die mehrtägie Kirmes im August, die auf dem sog. Juxplatz stattfand. Man sang noch brav »Heil Dir im Siegerkranz« und ging am Sonntag gemeinsam in die Kirche. Wir alle - meine Brü­der und ich besuchten nach der Volksschule das dortige »Kaiser- Wilhelm-Gymnasium«, das ja heute von der Finanzbehörde be­setzt ist, damals aber ein hohes Bildungsniveau bot, da es sich um ein humanistisches Gymnasium handelte (also mit Latein und Griechisch als Hauptfächern). Meine beiden Schwestern be­suchten die höhere Mädchenschule »Selekta« genannt, die heu­te zu einem Hotel geworden ist, und damals von einem Fräulein Hartmann geleitet wurde. In der Volksschule gab es zuerst ein Fräulein Luhs, die wir alle gern hatten, weil sie nett und freund­lich zu uns war, und später einen Lehrer Manker, den wir weniger schätzten, weil er sehr streng und wenig freundlich war. Er be­nutzte z.B. statt Rohrstock ein Stück Treibriemen, mit dem er uns auf die Hände schlug, wenn wir nicht brav waren oder etwas falsch machten. Das tat ganz schön weh 1 Ich war damals erlöst, als ich mit zehn J ahren endlich aufs Gym­nasium überwechseln konnte und dort schon als Sextaner Aner­kennung fand, als mir der Direktor Dr. Thamm zu Kaisers Ge­burtstag am 27.1.1912 als Geschenk seiner Majestät des Kai­sers »in Anerkennung seines lobenswerten Fleißes, seiner regen Aufmerksamkeit und seiner guten Leistungen« ein Büchein über Friedrich den Großen überreichte, das ich jetzt anläßlich seiner Überführung nach Potsdam endlich auch einmal ganz durchgelesen habe, denn ich besitze es heute noch !

So lebten wir recht geruhsam und sorglos unsere Tage Nur sel­ten raste einmal eins der modernen Autos mit 40 Sachen an unse­rem Haus vorbei oder ein Zeppelin brummte in aller Ruhe am Himmel entlang. Das änderte sich, als 1911, dem berühmten Jahr des Elferweines, ein richtiger Komet am Himmel erschien, der vage bundierende Halley-Komet nämlich, den wir sehr be­staunten, der aber nichts Gutes verhieß. Und so kam es auch: als wir im Winter darauf eine Schlittenfahrt durch die verschneite Stadt unternehmen wollten, spannte der Kutscher die beiden Pferde wohl zu kurz an, so daß sie bei schnellerem Lauf hinten anschlugen mit den Beinen. Zuerst ging alles gut, solange sie Schritt gingen. Doch als sie dann in Trab kamen, schlugen die Pferde hinten an und wurden, je schneller sie liefen, immer wilder bis sie schließlich regelrecht durchgingen und der Kutscher sie nicht mehr bändigen konnte. So rasten wir auf den Marktplatz zu und die Pferde wollten uns partout ins Sauertal hinunterzie­hen, als der Kutscher sie mit einem letzten Ruck noch nach rechts lenkte, so daß wir mit Karacho in das Schaufenster des auf der Ecke liegenden Modegeschäftes hineinknallten. An Leib und Seele zitternd krochen wir alle aus dem Schlitten, der zum Glück heilgeblieben war und dankten Gott, daß er Schlimmeres verhütet hatte Denn das wäre unser sicherer Tbd gewesen, da hinunter zu rasen.

N ach diesem Erlebnis hatte meine Mutter wohl genug vom Kut­schieren, und wir stiegen auf ein Auto um, mit dem mein Vater fortan ins Revier fuhr. DieFreude damit währte jedoch nicht lan­ge Bald kam der Mordanschlag von Sarajewo und mit ihm der Erste Weltkrieg. Mein Vater mußte sofort weg, denn die Mobil­machungsorder hatte er schon geraume Zeit im Schreibtisch lie­gen und mein Bruder Hermann war ohnehin schon auf dem We­ge zum Offizier. Ich weiß noch genau, mit welcher Begeisterung unsere Soldaten ins Feld zogen. Man sang »Siegreich wolln wir Frankreich schlagen...« und sagte: »Zu Weihnachten sind wir

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