Montabaur
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Nr. 51/52/91
Auf alle Entscheidungen und Vorhaben in unserer Verbandsgemeinde einzugehen, würde den Umfangeines Rückblickes und einer Vorausschau ins neue Jahr übersteigen. Ich möchte mich daher auf einige wenige Beispiele beschränken.
Wasserversorgung und A bwasserbeseitigung sind seit Gründung der Verbandsgemeinde Montabaur im Jahre 1972 Investitionsschwerpunkte. Die Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt und zum Nutzen unserer Bürger ausgezahlt. Durch die bereits im Vorjahr in Betrieb gegangene Ikichkläranlage in Niedererbach erhöhte sich die Zahl derer, die an eine mechanischbiologische Kläranlage an geschlossen sind, auf 78 %. Eineweitere Steigerungsteht uns bevor, wenn die unterhalb der Ortsgemeinde HollerimBau befindliche Kläranlage für die Gemeinden Holler, Untershausen und Niederelbert im kommenden Jahr fertiggestellt sein wird und die Ortsgemeinden Girod undNombom an die geplanteneue Kläranlage in Girod angeschlosen werden können. Vergeben werden konnten in diesem Jahr auch die Planungsaufträge zur Kläranlage für die Gemeinden Daubach, Stahlhofen, Horbach und Gackenbach im Daubachtal.
Investiert hat die VerbandsgemeindeMontabaur auch in diesem Jahr wieder in ihre Schulen. Die wegen angestiegener Schülerzahlen erforderliche Erweiterung der Grundschule Ruppach-Goldhausen konnte kürzlich abgeschlossen werden. Erst vor wenigen lägen fand die Einweihungsfeier statt. Dringend erforderlich ist auch eine Erweiterung der Augstschule Die entsprechenden Zuschußanträge sind bereits gestellt. Mit den Bauarbeiten soll im kommenden Jahr begonnen werden. Die neben der Augstschule entstehende Sportanlage, die von den Gemeinden Neuhäusel xmdEitelbom unter Inanspruchnahme von Landeszuschüssen finanziert wird, steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Um diese Sportanlage auch für den Schulsport nutzen zu können, beteiligt sich die Verbandsgemeinde Montabaur ebenfalls an den Investitionskosten. Den Sportlern und Schülern steht die Anlage im Frühjahr des kommenden Jahres zur Verfügung.
Die Schulorganisation im Ostteil unserer Verbandsgemeinde sieht den Neubau einer Grundschule in Nentershausen vor. Hier wurden der Zuschußantrag gestellt und die Planungsaufträge vergeben. Sobald uns von seiten der Landesregierung die beantragten Zuschüsse zugesagt werden, werden wir mit dem Bau der Grundschule beginnen.
Abi. August 1993 haben Kinder ab dem vollendeten 3. Lebensjahr einen einklagbaren Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir schon frühzeitig die Weichen gestellt. Bereits in diesem Jahr konnte in Eigendorf als Provisorium ein zweigruppiger Kindergarten eingerichtet werden. 1992 wird mit der Fertigstellungdes neuen Kindergartengebäudes in Eigendorf gerechnet. Gleich zu Beginn des neuen Jahres kann auch die Ortsgemeinde Niedererbach ihren ein- gruppigen Kindergarten in Betrieb nehmen. Der Bau weiterer Kindergärten ist im kommenden Jahr in Horbach und Neuhäusel vorgesehen. In Welschneudorf, Eiielbom und Kadenbach sind Erweiterungen beabsichtigt, um die erforderlichen Kindergartenplätze zu schaffen.
Dorfemeuerungsmaßnahmen nehmen in vielen unserer Ortsgemeinden zwischenzeitlich einen hohen Stellenwert ein. Daß sich der ortsgerechte Ausbau von Straßen und Plätzen, der Erhalt alter Bausubstanzen und die Wiederherstellung des dörfüchen Charakters auszahlt, zeigen die Plazierungen unserer Gemeinden im Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden«. Hier ist beispielhaft das hervorragende Engagement unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Nombom hervorzuheben.
DieGemeindeNombom, bereitsin den Vorjahren sehr erfolgreich, erzieltenacheinerGoldmedailleaufLandesebeneimdiesjährigen Bundeswettbewerb eine Silbermedaille Diegroßen, vorbildlichen Anstrengungen der letzten Jahre fanden durch die Plazierungen eine verdiente Anerkennung.
Auf Anhieb gelang es auch der Ortsgemeinde Niederelbert, den zwölften Platz auf Landesebene zu belegen.
Zwei herausragende Einsätze bei Großbränden haben im zu Ende gehenden Jahr den guten Ausbildungsstand und den Einsatzwillen unserer Freiwilligen Feuerwehren belegt. Mitten im Wettkampfstanden Pferd und Reiter während der »Internationalen Westerwälder Reitertage 1991« aufderReitsportanlageinMontabaur-Horressen, als es zum Brand des Reiterhofes kam. Umsichtiges Handeln und die gute Zusammenarbeit aller am Einsatz beteiligten Wehren und Hilfsorganisationen haben einen noch größeren Schaden vermieden. Die Notwendigkeit unserer Freiwilligen Feuerwehren wurde gleichfalls beim Großbrand eines Industriebetriebes vor einigen Wochen in Nentershausen bewiesen.
Der hohe technische Ausrüstungsstand und die Vielzahl der »Freiwilligen« in unseren Feuerwehren sind auch ein Verdienst des kürz lieh aus Altersgründen ausgeschiedenen Verbandsgemeindewehrleiters Hubert Klimke 16 Jahre hatte sich Hubert Klimke mit besonderem Engagement für die Verbandsgemeindefeuerwehr eingesetzt und seinem Nachfolger Heinz Vietze eine gute ausgebildete und motivierte Wehr übergeben.
Beispielhaftes Engagement haben unsere Feuerwehren auch am Rh einlan d-Pfalz-Thg un d an den Festtagen zum 700jährigen Stadtjubiläum gezeigt. Neben anderen technischen Hilfsdiensten, der Polizei und der Bundeswehr, haben sie wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen.
Für die Stadt Montabaur war das zu Ende gehende Jahr ein besonderes Festjahr. Schon seit mehreren Jahren hatte man sich auf das Jubiläum »700 Jahre Stadtrechte« vorbereitet. Die Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Helfer in den Arbeitsgruppen, die besondere Unterstützung durch unsere Vereine und der beispielhafte Einsatz desstädt. Bauhofes ermöglichten erst, daß wir dieses Jubiläum gebührend feiern und ausgestalten konnten.
Der Rheinland-Pfalz-Tag, den die Stadt Montabaur gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Montabaur, dem Westerwaldkreis und dem LandRheinland-Pfalz ausrichtete, hat uns für einige Tage in den Mittelpunkt unseres Landes gerückt. Durch den 8. Rheinland- Pfalz Jhg in Montabaur ist unsere Region in einem Umfang bekannt geworden, der sich auch künftig für unsere Bürger, den Handel und das Gewerbe auswirken wird. Neben dem Rheinland-Pfalz-Tkg war die Festwoche zur » 700 Jahr-Feier« der Stadt Montabaur im September ein weiterer Höhepunkt. Das »Historische Altstadtfest« und der »Historische Festzug« haben den Gästen ein eindrucksvolles Bild unserer Stadt und ihrer Geschichte vermittelt. Hierzu gebührt allen, die am Festzug mit gewirkt haben, die das sorgfältigerarbeitete Programm beispielhaft umgesetzt und ausgestaltet haben, ein besonders herzliches Wort des Dankes. Viele Gäste waren beeindruckt von dem, was die »kleine« Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde mit ihren Ortsgemeinden dabei leisten konnte. Die Identifikation unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit »ihrer« Stadt und Verbandsgemeinde hat im Jahre 1991 eine wichtigeneue Grundlage erhalten; damit wurde ein wichtiges Ziel dieses »Jubiläumsjahres« erreicht. Ein besonderes Lob] gilt hier - neben zahllosen ehrenamthehen Helferinnen und Helfern - vielen sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern\ der Verbandsgemeindeverwaltung. Uns allen und den vielen Besuchern im Jubiläumsjahr wird das Jahr 1991 in guter Erinnerung bleiben.
Allen, die zum Gelingen des Festjahres beigetragen haben, an dieser Stelle nochmals ein »Dankeschön«.
Für das kommende Jahr 1992 wünsche ich mir, daß wir die gestellten Aufgaben in den Ortsgemeinden und in der Stadt Montabaur 1 mit gegenseitigem Verständnis und mit.Kompromißbereitschaft bewältigen und unsere gemeinsamen Anstrengungen Erfolg haben. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien
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evn fideelwcdleb und e^cd^elcdve^ 4992
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•■Av
Dr. Possel-Dölken Bürgermeister

