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Wochenblatt

der Verbandsgemeinde Montabaur

Wochenzeitung mit öffentlichen Bekanntmachungen der Ortegemeinden

Boden, Daubach, Eitelborn, Gackenbach, Girod, Görgeshausen, Großhoibach, Heilberscheid, Heifigenroth, Holler, Horbach, Hübingen, Kadenbach, Montabaur, Nentershausen, Neuhäusel, Niederelbert, Niedererbach, Nomborn, Oberelbert, Ruppach-Goldhausen, Simmern, Stahlhofen, Untershausen, Welschneudorf

sowie der Zweckverbände gemäß § 27 der Gemeindeardnung für Rheinland-Pfalz vom 14. Dezember 1973 - GVBt. $ 419 - in der derzeit gültigen Fassung - und den Bestimmungen der Hauptsatzung.

J ahrgang 19

FREITAG, 20. Dezember 1991

Nummer 61/52

t

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es sind nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel.

In den letzten Tagen des Jahres besamen wir uns oft auf die zu­rückliegenden TageundMonate, lassen, beeinflußt von persönli­chen Erfahrungen und Eindrücken, das alte Jahr »Revue« pas­sieren. Ein Rückblick sollte mit einem Blick in die Zukunft ver­bunden sein. Denn täglich müssen wir uns neuen Aufgaben, die uns persöhhch betreffen oder uns in der Gemeinschaft gesteht werden, zu wen den.

Von welchen großen Ereignissen war das Jahr 1991 geprägt? Das Jahr 1991 war nur wenige läge alt, als der Nah-Ost-Krieg nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak, den gescheiterten Verhandlungen und den letzten Bemühungen, eine friedhche Lösung herbeizuführen, viele Menschen in Angst versetzte. Es wurde nicht nur deuthch, daß viele Männer, Frauen und Kinder wiedermal einem fanatischen Gewaltregime im Irak und in Ku­wait zum Opfer fielen^ sondern daß auch Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind, vielmehr immer wieder neu errun­gen und verteidigt werden müssen. Die Freude, Fastnachtzu fei­ern, war vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern vergangen, und zum Leidwesen unserer engagierten Fastnachtsgesellschaften mußte der Karneval 1991 ausfallen.

War es Anfang des Jahres der Krieg im Naben Osten, so ist es in diesen Woeben der Krieg in Jugoslawien, der uns tägheb vor Augen führt, daß Freiheit und nationale Selbstbestimmimg nicht durch Gewalt unterdrückt werden darf. Hier ist entschlos­senes Handeln der europäischen Nachbarländer, auch von uns, im Sinne von Frieden und Freiheit geboten. Denn nur weil diese Ziele über Jahrzehnte unser Handeln prägten, ging ein langer­sehnter Wunsch der westhehen Welt in Erfüllung, als sich im Osten vor wenigen Jahren das Scheitern der kommunistischen Ideologie und Planwirtschaft offenbarte, der Drang nach Frei­heit und Demokratieverständnis Einzug hielt und viele bisher Winterlandschaft bei Gackenbach unterdrückte Völker das Recht auf mehr Selbstbestimmung er-

- : -:- ringen konnten.

Wir hoffen alle, daß diese Entwicklung - vor allem in der Sowjetunion zu einem dauerhaften Frieden in Europa führt. Dem deut­schen Volk hat dasScheitem des Kommunismus im OstenEuropasimJahrel990die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglicht Hier ist von uns aßen noch viel zu tun, nach 40 Jähren der Trennung das Ziel, gleiche Lebensverhältnisse für aße zu schaffen, zu erreichen. Die zunehmende Investitionsbereitschaft der Whtschaft, die Unterstützungbeim Aufbau geordneter Verwaltungen und auch die sich mehrenden persönlichen und menschßchen Kontakte, sind Zeichen, die uns aber mit großem Optimismus in die Zu­kunft bßcken lassen.

In diesem Zusammenhang freut es mich, daß neben der Stadt Montabaur, die schon vor der Wiedervereinigung im August 1990, eine heute sehr lebhafte Partnerschaft mit der Stadt Sebnitz eingegangen ist, auch die Ortsgemeinden Niederelbert, Oberelbert und Eitelborn im Jahre 1991 offizieße Partnerschaften mit Gemeindenderehemaßgen DDR begründet haben und damit das schnel­lere Zusammenwachsen unseres lange geteilten Landes unterstützen.

Aße Aufgaben, mit denen wir täglich in der Verbandsgememde Montabaur konfrontiert werden, sind nur in konstruktiver Zusam­menarbeit mit den Ortsgemeinderäten, dem Stadtrat und dem Verbandsgemeinderat zu bewältigen.

mm.