Montabaur
Nr. 49/91
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Vorrangiges Ziel der Integration wird durch ehrenamtliche Helfer unterstützt
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken besuchte Aussiedlerwohnheim in der Jugendherberge
Für 82 Aussiedler, überwiegend Rußland- Deutsche, ist die Jugendherberge in Montabaur zur vorübergehenden Heimat geworden. Bis vor kurzem mußte die zum Wohnheim umfunktionierte Jugendher- ; berge ständig über 130 Aussiedler beherbergen. Die Integration der Aussiedler, f meist sind es Familien, ist für Heimleitung und Sozialarbeiter das vorrangigste Ziel. Bürgermeister Dr. Possel-Dölken infor- | mierte sich vor Ort über die vielfältigen j Eingliederungsmöglichkeiten und sicher- ! te den Verantwortlichen hierbei die Unter- jj
Stützung der Stadt Montabaur zu. j?
Noch bis vor kurzem mußte die Wohn- l heimleitung ständig über 130 Aussiedler j betreuen. Eine nicht immer leichte Aufgabe, wie Wolf gang Klemmer, Leiter des Aus- siedlerwohnheimes in Montabaur, anführte. Soziale Probleme seien bei längerer Ver- r: weildauer im Wohnheim und bei einer \ solch großen Zahl von Menschen auf eng- j, stem Raum imvermeidbar. Der Rückgang der Bewohner auf z.Zt. 82 erleichtere die | soziale Betreuung daher erheblich, sagte §
die im Wohnheim täglich ansprechbare So- f
zialbetreuerin, Susanne Müller. Zurückzu- |
führen ist die geringe Zahl der Aussiedler | in Montabaur auf die neu hinzugekomme- f
nen Aufnahmemöglichkeiten in den neuen i
Bundesländern. *
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Familien im Wohnheim beträgt 12 Monata In Einzelfällen, so der Heimleiter, blieben e Familien bis zu zwei Jahren in der Jugendherberge. |
Ein großes Problem ist die Suche nach entsprechendem Wohnraum. Gerade Familien mit Kindern hätten es hierbei besonders | schwer. Der sich anfänglich abzeichnende Wünsch vieler Aussiedler nach einer Wohnung in den Ballungszentren sei neuerdings I rückläufig. I
Häufig würden die Aussiedler in der näheren Umgebung des Wohnheimes seßhaft. Dies führe man auch auf das zufriedenstellende I Arbeitsplatzangebot in der hiesigen Region zurück. Deutschkurse durch das Arbeitsamt förderten zudem die Aussichten auf einen f Arbeitsplatz. D as große Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger aus Montabaur helfe den Betreuungspersonen sehr bei ihren t Bemühungen, die Aussiedler zu integrieren, hob Heimleiter Klemmer hervor. Zusätzliche Informationen, die z.B. ein besseres Zu- f rechtfinden beim Einkäufen und im gesamten hauswirtschaftlichen Bereich in einer völligneuen Umgebung ermöglichen, würden | von ehrenamtlich tätigen Frauen aus der Stadt Montabaur vermittelt. D aneben bestehe das Angebot zur Betreuung der Kleinkin- ä der an den Nachmittagen. Beabsichtigt sei zudem eine Betreuung der Schulkinder bei ihren Hausaufgaben. Schulpflichtige Kinder | besuchen die Montabaurer Schulen, Kinder im Vorschulalter den Kindergarten. i
Pfarrer Manfred Schäfer lobte die hohe Akzeptanz, die den Aussiedlem in Monabaur entgegengebracht werde. Von allen Wohnhei- | men, die er als Vorsteher des Diakonissenhauses B ad Ems als Trägereinrichtung betreue, sei das Engagement der Bürger und der | Stadt in Montabaur am größten. Die meisten Aussiedler kommen nur mit dem nötigsten Hab und Gut nach Montabaur. Manchmal |:' müssen z.B. aber auch Möbel untergestellt werden, für die in der Jugendherberge keine Abstellmöglichkeiten vorhaden sind. |
Wer über leerstehende Lagerräumlichkeiten verfüge, könne sich jederzeit mit der Heimleitung in der Jugendherberge (Tbl. § 02602/5121) in Verbindung setzen. |
Für das soziale Engagement aller an der Integration der Aussiedler beteiligten Personen bedankte sich Bürgermeister Dr. Possel- Dölken auch im Namen der Stadt Montabaur. Gerne wolle sich die Stadt aktiv an der Eingliederung beteiligen und Verbindungen i>
zu kulturellen Einrichtungen hersteilen und den Aussiedlem z.B. auch die Ifeilnahme an kulturellen Veranstaltungen erleichtern. j:.
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Schule soll nicht nur Lernstätte
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sondern auch Lebensstätte für Kinder sein
Mit buntem Programm der Schulkinder Fertigstellung des Erweiterungsbaues an der Grundschule Ruppach-Goldhausen gefeiert
»Wer will fleißige Handwerker seh‘n?« Mit diesem Lied eröffneten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ruppach-Gold- hausen die Feier zur Einweihung des Erweiterungsbaues an ihrer Schule. Das 1965 errichtete Schulgebäude verfügt jetzt über die wegen gestiegener Schülerzahlen dringend notwendigen Räumlichkeiten. Ab sofort sind wieder alle Klassen unter einem Dach.
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Die Unterstützung der Stadt Montabaur bei der Integration der Aussiedier bot Bürgermeister Dr. Possel-Dölken der Heimleitung an. In der Diskussion mit den Betreuungspersonen wurde mit der Eingliederung der Aussiedlerfamilien in Verbindung stehende Probleme erörtert. Ein großes Problem stellt die Wohn ungssuche dar. Hier wünscht man sich eine größere Bereitschaft zurAufnahme von Aussiedlerfamilien bei Wohnungseigentümern. Im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Possel-Dölken (Mitte) Dirk Böckelder, Herbergsvater, Wohnheimleiter Wolfgang Klemmer, PfarrerManfred Schäfer, Sozialbetreuerin SusanneMüller und Frau Böckelder (von rechts).

