Einzelbild herunterladen

Montabaur

Nr. 32/91

tu

Fragen der Bewohner im ländlichen Raum wie beispielsweise - »Wie soll man denn Einkäufe er­ledigen, zum Arzt oder ins Amt kommen, Be-

, kannte in der näheren Umgebung besuchen.

; wenn man kein eigenes Auto hat oder wenn nie-

; mand da ist, der einen mitnimmt.dann sitzt

; man fest, dann kommt man aus seinem Dorf so gut wie nicht heraus.« - sollen bald der Vergan- > genheit angehören. Hierzu soll das Anruf-Sam- ! meltaxi eine erste Verbesserung darstellen. Wei- ! tere Schritte sind notwendig und werden auch in ; Zukunft erfolgen. So beabsichtigt die Stadt ; Montabaur zusammen mit den Elbertgemein- ; den bereits im Herbst ein weiteres Nahverkehrs- modell zu erproben.

Also bessere Zeiten für all diejenigen, die über kein Auto verfügen und dennoch mobil sein wol­len! Außerdem übernimmt die Verbandsge­meinde Montabaur mit ihrem Anruf-Sammelta- xi-System eine Vörreiterrolle im Nahverkehrsraum Koblenz. Gerade im Zusammenhang mit der Neugestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs in dieser Region können solche bedarfs­orientierten Nahverkehrsmodelle überall dort eine große Bedeutung finden, wo die Verkehrsnach­frage so gering ist, daß sich ein Buseinsatz aus wirtschaftlichen Gründen verbietet. Ein weiterer Abbau der Leistungen im öffentlichen Personennahverkehr ist aber aus sozialen und umweltpoliti­schen Gründen nicht länger verantwortbar. Eine mögliche Antwort auf dieses Dilemma ist das An­ruf-Sammeltaxi. Es hält den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum aufrecht, er­möglicht durch ein verbessertes Abend- und Wochenendangebot auch Autofahrern das Umsteigen vom eigenen PKW auf den öffentlichen Personennahverkehr und last but not least, Anruf-Sammel­taxen verursachen so gut wie keine Kosten, wenn kein Bedarf besteht.

Aber alle Probleme des öffentlichen Personennahverkehrs der Zukunft im ländlichen Raum lassen sich nur dann lösen, wenn Bundesbahn, Kommunen und ortsansässige Busunternehmen Zusam­menwirken. So ist es der Verbandsgemeinde Montabaur gelungen, neben der Rhein-Mosel-Ver- kehrsgesellschaft, auch das alteingesessene Busunternehmen Rossbach für die Zusammenarbeit zu gewinnen. Beide Unternehmen übernehmen für ihre jeweiligen Buslinien auch die Konzessionen für den Anruf-Sammeltaxi-Verkehr.

Also: Für Personen, die über kein eigenes Fahrzeug verfügen oder auch am Abend einmal auf ihr Auto verzichten wollen, besteht ab dem 1. August die Möglichkeit mit dem Anruf-Sammeltaxi von und nach Montabaur zu fahren.

Und so funktioniert das neue System:

In der Taxi-Zentrale ist eine eigene Telefonnummer (06485/300) für die AST-Zentrale eingerichtet. Wenn die Taxen im Dienst von AST unterwegs sind, so ist die Sonnenblende der Beifahrerseite - die mit den Buchstaben AST gekennzeichnet ist - herunterklappt. Wer mit dem Anruf-Sammeltaxi fahren will, ruft eine halbe Stunde vor der fahrplanmäßigen Abfahrt die AST-Zentrale an und sagt genau, wann er wo ein- und aussteigen möchte. Ins Anruf-Sammeltaxi nach dem Anruf einsteigen kann man an allen Bushaltestellen, die mit dem AST-Schild gekennzeichnet sind. Der Fahrgast wird bis vor die Haustür gebracht, was vor allem änglichste Frauen begrüßen dürften und ihnen ermöglichen wird, künftig abends auch einmal allein ins Kino etc. zu gehen. Beim Aussteigen wer­den die AST-Fahrer auch unseren älteren und /oder gehbehinderten Fahrgästen gerne behilflich sein. Zahlen muß der Fahrgast übrigens bei Fahrtantritt wie im Omnibus. Es gibt drei Preisstufen -je nach durchfahrener Entfernungszone. Erwachsene zahlen 3,00,4,50 und 6,00 DM, Kinder, Schü­ler bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (mit Schülerausweis) und Schwerbehinderte (mit Schwerbe­hindertenausweis und Wertmarke) zahlen die Hälfte.

ÄSl

0 I

7 (< «n

Zur Premiere des Anruf-Sammeltaxis fanden sich am Konrad-Adenau- er-Platz der Bürgermeister Dr. Possel-Dölken (3. v. 1.) und die Vertreter der betroffenen Busunternehmen Herr Rossbach (3. v. r.), Frau Reitz und Herr Strüder von der RMVfl. und2. v.l.) sowie der ausführende Thxiun- ternehmerHahn (4. v. Dein. Rechts im Bild die Planer des Ast-Projektes Herr Kühnen 12. v. r.) und Diplom-Volkswirt Jodiauk. In einerkurzen An­sprache bedankte sich Dr. Possel-Dölken im Namen aller Einwohner der Verben dsgemein de Mon tabaur, bei allen, die dieses Nahverkehrsprojekt ermöglicht haben und wünschte dem Anruf-Sammeltaxi einen glückli­chen Start. Danach verließ das AST den Konrad-Adenauer-Platz zu sei­ner ersten Auftragsfahrt nach Welschneudorf.