Einzelbild herunterladen

Existenzgründungen aus der Hochschule

iVjele Hochschulabsolventen haben ein großes Fachwis­sen. Das allein reicht aber nicht aus, um als Existenz- Gründer erfolgreich zu sein. Kaufmännisches Wissen ist Br den Bestand einer Existenzgründung genauso wichtig nie fachliches Know-how. Wichtig: Informations- und Qua­ikationsdefizite gehören zu den häufigsten Pleiteursa- jchen! Viele Hochschulabsolventen gründen ein Unterneh­men mit einer ganz besonderen Geschäftsidee - gerade [lechnologieorientierte Gründer, die vielleicht sogar eine Erfindung gemacht haben. Ihnen fehlen allzuoft aber Kenntnisse darüber, welche Produkte oder Dienstleistun­gen am Markt bestehen können, oder ob es Konkurrenten jmit einem ähnlichen Angebot gibt.

Vor allem für ein technologieorientiertes Unternehmen [benötigen Gründer viel Kapital. Besonders dann, wenn für feine Erfindung erst ein Prototyp erarbeitet werden muß, [bevor das Produkt in Serie hergestellt werden kann. Mit |jnem passenden Finanzplan - der auch staatliche För- lermittel, Bürgschaften und Beteiligungskapital berück­sichtigt - können hohe Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionskosten gedeckt werden.

Iliele - vor allem technologieorientierte - Gründer haben eine exzellente Geschäftsidee. Sie vergessen darüber aber Iftzu ermitteln, welche Kunden für ihr Angebot in Frage [kommen und wie diese erreicht werden können. Wichtig: [Ohne ein gutes Vertriebsnetz nützt das beste Produkt oder nie beste Dienstleistung nichts. Es müssen Kontakte, etwa p Messen, geknüpft und Informationen über Vertriebs­wege (z. B. bei den Auslandshandelskammern) eingeholt [«erden.

[gerade für technologieorientierte Gründungen benötigt Bian viel Kapital, das unternehmerische Risiko ist hoch, ||er Bedarf an Know-how ebenso. Hier mit einem oder phreren Partnern zu arbeiten hat viele Vorteile: Ausgleich llachlicher bzw. kaufmännischer Defizite, höheres Eigen- napital, höherer Anteil an Geldern aus Förderprogrammen, pikostreuung. Technologie- und Gründerzentren, die sich läufig in der Nachbarschaft von Hochschulen angesiedelt laben, leisten gute Hilfestellungen bei der Suche nach Einem Kooperationspartner. In jedem Fall gilt: Beratung lud Unterstützung für den Weg in die Existenzgründung lind wichtig!

I

irobleme von Existenzgründern und Existenzgründe- Hnnen

Eine Studie der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) als Hauptsäule staatlicher Gründungsförderung in der Bun- iesrepublik Deutschland hat in den kaufmännisch-unter- Ishmerischen Qualifikationsdefiziten von Existenzgründern d-gründerinnen die Hauptursache für jungunternehme- fcches Scheitern ausgemacht. Es fehlt dabei meist die fähigkeit, ein Unternehmen global unter allen gewinnbe- ieutsamen Aspekten zu führen. Als ein eher abgeleiteter usfallgrund folgt der Mangel an Eigenkapital. Mit anderen orten: Hochqualifizierte und stark engagierte Gründerin- En sind eher in der Lage, erfolgreich zu gründen, als mit oßem Eigenkapital aber wenig Qualifikation und Einsatz beitende Gründerinnen.

Ijioblembereich Qualifikation

Me dafür, daß hierzulande weniger Frauen als Män- ereine eigene Existenz wagen, gibt es viele. So bevor- gen Mädchen immer noch Ausbildungsgänge, die sel- ner als die der Jungen eine selbständige Existenz mög- Bh machen, z. B. Modeberufe wie Verkäuferinnen und Bzthelferinnen oder Studiengänge wie Pädagogik oder zialwissenschaften.

Boblembereich Familie

rden für Gründerinnen sind oftmals der Lebenspartner IN Kinder. Unbestritten ist: Wer sich selbständig machen V- egal ob Mann oder Frau - braucht die Unterstützung 'Familie. Hier ziehen die Gründerinnen nach aller Erfah- >0 deutlich den kürzeren.

Boblembereich Eigenkapital und Sicherheiten

Bp Frauen, die mit der richtigen Qualifikation den Schritt Pe Selbständigkeit tun wollen, stehen dann vor neuer- 'en Hürden auf dem Weg zum eigenen Unternehmen:

Mangel an Eigenkapital und fehlenden Sicherheiten Kredite. Beide wurden der DtA (Deutsche Ausgleichs- (p) von Bankern als Hauptgründe dafür genannt, Kre­

ditanträge abzulehnen - unabhängig vom Geschlecht des Antragstellers. Gründe für die knappen Eigenmittel von Gründerinnen sind nicht zuletzt das fehlende eigene Ein­kommen und die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Lebenspartner, in der noch immer viele Frauen leben.

Problembereich Bankgespräch

Geld gibt es von den Banken allerdings nicht allein bei ausreichenden Eigenmitteln und Sicherheiten; das Unter­nehmenskonzept muß vor allem erfolgversprechend sein. Erfolg verspricht es nicht zuletzt dann, wenn es - im Gespräch mit der Bank - überzeugend präsentiert wird. Von den - in der Regel männlichen - Bankern werden Exi­stenzgründerinnen aber nicht immerfür voll genommen. Anders als Männer scheinen Frauen den Unterneh­menserfolg nicht zu garantieren.

Tips für das Bankgespräch

Fördermittel und Bankkredite werden von der Hausbank bewilligt. Aber: Vor allem Gründerinnen haben dabei nicht immer Erfolg. Eine Kreditzusage steht und fällt zwar mit einem erfolgversprechenden Unternehmenskonzept. Wichtig ist aber auch ein gut vorbereitetes und überzeu­gendes Gespräch mit der Bank.

Eine gute Vorbereitung des Bankgespräches ist unerläß­lich. Dazu gehört vor allem ein ausgereiftes Konzept, das genaue Angaben über Investitionen, die Rentabilität und die geplanten Absatzwege des geplanten Unternehmens enthalten muß.

Natürlich kann man einen Berater bitten, den Weg zur Bank mitzugehen. Aber: Reden muß hauptsächlich der/die Exi­stenzgründerin. Denn er/sie - und das Konzept - müssen überzeugen. Die vom Berater berechneten finanziellen Details des Konzeptes sollten sie selbst erläutern. Ein Banker würde niemals an den Erfolg glauben, wenn man sein Projekt nicht selbst erläutern kann.

Wichtig ist die Rollenverteilung, wenn der Berater oder Partner mit zum Bankgespräch kommt. Viele Banker sehen nur Männer als ernsthafte Gesprächspartner an. Dem Gesprächspartner muß klar werden, daß er/sie - als Gründerin - die Hauptperson ist. Man sollte auch die Gesprächsführung übernehmen.

Man darf nicht als Bittstellerin, sondern muß als ein/eine künftige/künftiger Geschäftspartnerin, an dem/der auch die Bank Interesse hat, auftreten. Also: Selbstsicheres Auf­treten ist angesagt. Dabei sollten Existenzgründerinnen stets im Hinterkopf haben, daß mehr Männer- als Frauen- Betriebe pleite machen.

Zunächst ist die Bank zu überzeugen, das Vorhaben zu finanzieren. Die Finanzierung geschieht in der Regel durch öffentliche Fördermittel, ergänzt um ein Hausbankdarle­hen. Man muß darauf bestehen, über die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung zu sprechen.

Es lohnt sich, wenn man die in Frage kommenden Pro­gramme nennen kann. Vor dem Bankgespräch steht also wieder das Sammeln von Informationen. So kommt man der Information zuvor, daß es kein Förderprogramm für die Investition gibt. Beschaffen kann man sich die Informati­onsmaterialien bei der Deutschen Ausgleichsbank (DtA), dem Bundesministerium für Wirtschaft, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz, der lnvestitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz GmbH und natürlich bei der IHK.

Es ist immer damit zu rechnen, daß nicht jede Bank das Gründungsvorhaben finanzieren will. Deshalb ist der Gang zu verschiedenen Banken angeraten. Vergleiche über die Konditionen der verschiedenen Bankkredite lohnen; hier gibt es teilweise große Unterschiede.

In der nächsten Folge:

Woher kommt das Startkapital?

Geldquellen - Öffentliche Finanzmittel - Leasing - Finanzierungsbeispiel -

Weitere Informationen über die Existenzgründungs-Beratungsstelle der IHK, Bezirksstelle Montabaur,

Kaiserstraße 1,56410 Montabaur

Telefon: 0 26 02/ 15 63-0 Fax: 0 26 02/15 63-20

IHK

f

Eine Gemeinschafts- aktion von:

IHK

KOBLENZ

Bezirksstelle

Montabaur

VERLAG

WITTICH

Höhr-

Grenzhausen