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Montabaur

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Nr. 27/90

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STADTBUCHEREI

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Die StadtbUcheiei Montabaur ist ab Montag, dem 9.7. nach der einwöchigen Sommerpause für den Rest der Sommerferien ge­öffnet.

Öffnungszeiten:

Montag.

Dienstag.

Donnerstag... Samstag.

16.00-18.30 Uhr 16.00-18.00 Uhr 16.00-18.00 Uhr 10.00 -12.00 Uhr

MONTABAUR

Den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver gestalten

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger von Montabaur,

die Arbeitsgruppe «öffentlicher Personennahverkehr« (ÖPNV) des Stadtrates Montabaur hat sich in ihrer ersten Sitzung mit der derzeitigen Situation der Busverbindungen im Bereich der Stadt Montabaur befaßt. Die Arbeitsgruppe hat es sich zum 1. Ziel gesetzt, die bestehenden Busverbindungen innerhalb der Stadt Montabaur für ihre Benutzerinnen und Benutzer attrak­tiver zu gestalten und - nach einer ersten Bestandsaufnahme - evtl, bestehende Lücken in Zusammenarbeit mit den zuständi­gen Verkehrsunternehmen zu schließen.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die bestehenden Busverbin­dungen im Bereich der Stadt Montabaur und ihren Stadtteilen in übersichtlicher Form darzustellen und an interessierte Bürge­rinnen und Bürger weiterzuleiten. Es wurde eine Broschüre er­stellt, aus der für jede Haltestelle in Montabaur zu entnehmen ist, welche Busse die jeweilige Haltestelle anfahren und welche weiteren Haltestellen innerhalb von Montabaur jeweils von dort zu erreichen sind.

Diese Broschüre liegt ab sofort in derVerbandsgemeindeverwal­tung aus. (Informationsständer) und wird auf Wunsch auch zu­geschickt. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an Herrn Sehr, TbL 02602/126.109.)

Als sie daraufhin »dumme Gesichter gemacht« hätten, habe sie der Akzessist auf gefordert, mit ihm in den Ruf einzustimmen: »Unser Herr Herzog lebe vivat hoch - hoch - hoch 1 Unn do hunn se all mitgerufe: Hoch! Unn so war die Revolution unerdrickt unn die Monarchie widderher gestellt I« (2)

Was hier von Ermelhahn erzählt wird, hat analog auch das 'alte* Rathaus in Montabaur das von 1636 erlebt. Auch in unserer Stadt hatte die N achricht van dem Volksaufstand in Wiesbaden (1. März 1848) und der Bewilligung aller revolutionären Forde­rungen durch den Herzog Adolf(4. März 1848) zu revolutionären Aktionen geführt: Man setzte 'Bürgermeister und Hebamme ab' und mißhandelte den Oberförster, »weil er einen Arzbacher statt eines Montabaurers zum Holzmeister eingesetzt hatte«.

(3) Es wurde »nach Belieben Holz gefällt und das Wild nieder­geknallt..... Manche dunkle Gestalten schickten sich in den Th- gen an, Bäckerläden zu plündern«. (3) Man war amdhaalenM Als aber dann der Bürgermeister Waterloo das Bürgermeisteramt ohne Salär zu verwalten versprach und Kaufmann Müller - dem man »ungewöhnliche Körperkräfte« nachsagte-der Major eines 'Bürgerwehr-Bataillons Montabaur* wurde, waren Ruhe und Ordnung wieder eingekehrt, so daß der Führer des Bataillons später »füur sein treues Wirken schriftlich« durch das nassaui- sche Ministerium und durch Herzog Adolf darauf persönlich »Dank und Anerkennung« erfuhr. (3)

Was s o in der Chronik von 1930 steht, verkürzt allerdings den Beitrag unserer Stadt zu einem liberaleren Zeitalter auf komi­sche Weise und unzulässig. - Zwar verdankten die Liberalen in Nassau - wie andeswo - das Gehör breiter Kreise besonders auf- dem Lande - weniger Verfassungsfragen; die Menschen hatten wirtschaftliche Sorgen. »Schon 1846.... waren erstmals über 2200Personen - etwa viermal soviel als in jedem J ahr zuvor - fort­gezogen. Die meisten dieser Auswanderer stammten aus dem Westerwald. ...1848/49 waren es vor allem die Ämter Herborn, Selters und Montabaur...., die starke Kontigente stellten..... Als Gründe für die Auswanderung hatten die herzoglichen Be­amten 1847 die andauernde Tfeuerung,die Unzufriedenheit mit den heimischen Verhältnissen und die Sehnsucht nach freiem Leben festgestellt.« (4)

In diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten nun erwiesen sich große Gruppen des Bürgertums in Nassau durchaus nicht als 'fort­schrittlich', sondern erhofften gerade durch Einschränkung li­beraler Entwicklungen - durch Beseitigung der unumschränk­ten Gewerbefreiheit und durch innerdeutsche Schutzzölle - dem freien Wettbewerb auszuweichen.

Diese Initiative soll dazu beitragen, den innerstädtischen Perso- nennahverkehr besser bekannt und nutzbar zu machen. Es wür­de mich daher freuen, wenn Sie von unserem Angebot Gebrauch machen würden und sich anhand der Broschüre einen Überblick über die bestehenden Busverbindungen verschaffen und diese nach Möglichkeit auch nutzen. Für Anregungen und Kritik ha­ben wir ein offenes Ohr. Sollten Sie deshalb Vorschläge haben, wie der öffentliche Personennahverkehr attraktiver zu gestalten ist bzw. wo ggf. ein Bedarf an einer weiteren Busverbindung be­steht, lassen Sie uns dies wissen.

Mit freundlichem Gruß Ihr

Dr. Possel-Dölken Bürgermeister

Annäherungen an die 700jährige

Stadt Montabaur (1291 -1991)

(5) Rathäuser in Montabaur

Auf seine alten Thge mußte das Rathaus von 1536 noch

* »Revoluzzer« erleben

TUO JAHRE STADTRECHTF.

MONTXBALR

Storzepeter aus Ermelhahn hat er­zählt, »wie des war, wie aach in Ermel­hahn im J ahr Achtunverzig e Revolu- zion war« und wieder Akzessist (1) die Leute gefragt habe, was sie wünsch­ten. »Do hunn se all gekrische: Dhaale wolle mer, dhaale dhaale ... die Ge- maan, - das Lendsche! «Der Herr Ak­zessist habe ihnen aber vorgestellt, daß dieGemeinde« und das 'Land' kein 'Quetschekuchen' sei und man sie nicht »in Sticker schneide könne«.

Im Gegensatz hierzu zeigten viele Bürger Montabaurs - Schuh­macher, Schreiner, Schlosser, Gastwirte, Krämer, Färber, Metz­ger, Schneider und Landwirte-durch Eingaben an die National­versammlung in Frankfurt, daß sie im innerdeutschen Freihan­del die Zukunft der Stadt und des Nassauer Landes sahen. (6) Besonders die 1849 sich ankündigende Politik Herzog Adolfs, mit dem preußisch-deutschen Zollverein zugunsten Österreichs zu brechen, stieß auf den Widerstand der Einwohner des Amtes Montabaur, die auf ihre enge Verbindung mit dem preußischen Nachbarn hinwiesen, waren doch z.B. Ehrenbreitstein und Ko­blenz zu dieser Zeit preußische Städte - Schließlich eröffneten die Montabaurer Gewerbetreibenden schon 1868 eine Gewerbe­ausstellung (6), 6 Jahre vor der ersten Landesausstellung in Wiesbaden. Diese Ausstellung wird in den Ratsprotokollen der Stadt mit keinem Wort berührt, ist also eine Sache des seit J äh­ren bestehenden G ewerbevereins und seiner privaten Initiative. Wir können sehen, daß die Montabaurer die Zeichen der Zeit durchaus verstanden hatten.

Stadtarchiv Montabaur Günter Henkel

(1) Akzise: Eine Verbrauchssteuer

(2) Ohne Verfasserangaba Stadtarchiv Montabaur, Abt. 3

(3) Ebert und Ebert, Ein Gang durch Montabaurs tausendjähri­ge Geschichte. In: 1000 Jahre Montabaur - 930 bis 1930, S. 80

(4) Franz Lemer, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Nassau- er Raumes 1816 1964, Wiesbaden 1966, S. 111

(5) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 3

(6) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 3.

Montabaur-Horressen:

Fahnen entwendet

In der Nacht vom 4.6. auf den 6.6.90 wurden die anläßlich der Kirmes vor der Kirche aufgestellten 6 gelb-weißen Fahnen ent­wendet.

Wer hierzu sachdienliche Angaben machen k ann , wende sich bit­te an die Schutzpolizeiinspektion, 5430 Montabaur.