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Montabaur

Seite 12

Nr. 3/90 Monta

MONTABAUR

Annäherungen an die 700jährige Stadt Montabaur 1291 bis 1991

Mysterien des Hauses Grandry: der Beginn einer zweiten Karriere (1789)

Als der den Ideen der Aufklä­rung sehr gewogene Clemens Wenzeslaus von Sachsen, letz­ter Kurfürst des Erzstiftes Tier, sich intensiv einer Schul- und Bildungsreform widmete, waren die Weichen für eine zwei­te Karriere des Hauses Grandry gestellt auch wenn seine Eigen­tümer es noch nicht ahn en konnten. Die Verordnungen und Hirtenbriefe des eifrigen Refor­mers führten geradewegs zum Verkauf des Hauses an die Stadt Montaaur.

1776 hatte der Kurfürst, der die »Verbesserung des allgemeinen Unterrichts der Jugend als die Grundlage des guten Christen und des rechtschaffenen und nützlichen (gesp.d.V.) Bürgers« anstrebte, festgestellt, daß die Unterrichtung in sogenannten »Hecken Gymnasia« nur »Bau­ern und wenig vermögende Leute« den Weg öffnen würde, »ihre Kindere.... zu ihrem eigenen Verderben den höheren Studien« zu­zuführen. Aus diesem Grunde sollen »die zu Boppard, Oberwe­sel, Montabaur (gesp.d.V.), Hillesheim, Zell, Herschbach und Merl aufgestellten lateinischen Land Schuhlen...aufgehoben werden«. (1)

Die Stadt erreichte es 1778, daß wenigstens drei Klassen weiter geführt wurden; 1781 wurden wieder alle fünf Klassen unter­richtet, obwohl die Leistungen, aber auch die Einrichtung der Schiile weiterhin Anlaß zur Kritik boten. So mußte z.B. der 1740 als Lehrer eingestellte Karl Kaspar Mieß aus Ehrenbreitstein in einem Schulraum unterrichten, in dem die B änke so niedrig wa­ren, »daß die Studenten beim Schreiben fast auf der Erde liegen mußten, wodurch natürlich »die Jugendt in Unsauberkeit gerat- hen thäte«.(2)

Die seit 1776 sich oft wiederholenden Besuche der Churfürstli­chen Revisions-Deputationen müssen den Magistrat und die Bürger der Stadt zunehmend verunsichert haben, so daß es 1789 zu einem außerordentlichen Kraftakt kam: - das Haus Grandry ging aus dem Besitz des Kommerzienrats Aegidius Josef Gran­dry »für 1816 Thlr.« (3) in den Besitz der Stadt über, es wurde zum Haus der Latein- bzw. Studentenschule, die schon seit 1746 auch »Gymnasium» genannt wurde. Ob es damit auch reüssiert hatte, bleibt dem Urteil des Lesers überlassen, der aus dem heu­tigen Stand und Verwendungszweck des Hauses abwägen könn­te, ob diese »Institutionalisierung« zum Vor- oder Nachteil des Hauses gereicht hat. Zwar sind zum Ankauf neuen Schulmobi­liars denken wir zurück an die oben genannten niedrigen Bänke - keine Akten überliefert, doch die Sauberkeit in einem Schul­haus ist ja nicht allein von dessen Einrichtung abhängig, wie man weiß.

Wie der Augenschein zeigt, ist die Beendigung des »Privatle­bens» unseres Hauses nur der Beginn einer zweiten Karriere, deren Fortgang ebenfalls interessieren könnte.

Günter Henkel Stadtarchiv Montabaur

Anmerkung:

(l)Zur Entwicklung der Latein- bzw. Studentenschule bei ande­rer Gelegenheit mehr; hier vorläufig folgende Anmerkungen: Ab 1668 ist die Unterrichtung der Schüler an einer Lateinschule belegt (Beneficium der Hospitalkapelle für Schulbedürfnise ein­gezogen). Von nun an kann die Arbeit der Schule kontinuierlich durch Urkunden und Akten verfolgt erden: 1744 Erweiterung der Schule durch eine Oberstufe und 1746 Übernahme des Ober­stufenunterrichts durch Fratres des Fanziskanerklosters. Die

MONTABAUR

700 JAHRE STADTRECHTE

Krisen der 70iger und 80iger Jahre des 18. Jahrhundets um den Bestand der Schule bis Mn zum Ankauf des Hauses Grandry, das tatsächlich als erstes belegbares Schulgebäude in die Schul geschichte der Stadt eingeht.

(2) Nach M. Thamm, Reform.

(3) NachK.A.A. Meister, GescMchte der Stadt und Burg Monta baur

Anmeldung in den Kindergärten

Anmeldung für die Kindergärten »St. Peter, St. Martin und D<® Bosco« in Monabaur und Kindergarten »St. Johannes« in Hot' ressen. * ^

Vom 22.1. bis zum 2.2.1990 können Kinder in der Zeit von 9.00 ^ f

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-11.00 Uhr im jeweiligen Kindergarten angemeldet werden. Wii Lan bitten darum, die Kinder nur in einer Einrichtung anzumelden Son

Sprechstunde Ulla Schmidt, MdL Am Donnerstag, dem 26. Januar 1990, ab 18.00 Uhr findet in der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Monabaur, Koblenzer Str. 48, eine Sprechstunde der CDU-Landtagsabgeordneten Ulla Schmidt statt.

Eine vorherige telefonische Anmeldung bei der CDU Kreisgeschäftsstelle wird empfoMen (TteL 02602/2030).

Mitgliederversammlung Freie Wähler Hiermit laden wir herzlich zur Mitgliederversammlung am Frei tag, dem 26. Januar 1990, Beginn 20.00 Uhr imTtenniscenter bei unserem Mitglied J. Keck ein.

Tagesordnung:

1. Begrüßung und Bericht des Vorsitzenden, 2. Aussprachezum Bericht des Vorsitzenden, 3. Bericht des Kassenwartes, 4. Be­richt der Kassenprüfer, 5. Aussprache zum Bericht des Kassen­wartes, 6. Entlastung des Vorstandes, 7. Neuwahl des Vorstan­des a) 1. Vorsitzender, b) 2. Vorsitzender, c) Kassenwart, d) Pres­sewart, 8. Verschiedenes.

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Karnevalsgeeellschaft »Heiterkeit« KAPPENSITZUNGEN

1. Sitzung am 3.2.1990 im Haus Mons Thbor mit den bekannten Büttenassen der Heiterkeit und den Tanz- und Showgruppen:

1. Deichstadtgarde Neuwied, KG Alpenrose Witterschlick, Schloß Garde Mons Tabor und der Gesangsgruppe Conbrios.

2. Sitzung am 10.2.1990 im HausMonsTabor mit den bekannten Büttenassen der Heiterkeit und den Tanz- und Showgruppen 1. Deichstadtgarde Neuwied, KG »Spitz pas op« Eudenbach, ScMoß Garde Mons Thbor und der Gesangsgruppe Conbrios. Vorverkaufsstellen:

Augenoptik Flach, Kirchstraße, Brillen-Shop, Bahnhofstraße, Gerti's Wöschelädchen, Großer Markt, Haus Mons Tabor und: bei den Mitgliedern der KG Heiterkeit.

Kartenverkauf auch am 21.1.1990 ab 17.00 Uhr in der Gaststät­te Rothbrust, Kirchstraße.

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Arbeiterwohlfahrt

Die VORSTANDSSITZUNG der Arbeiterwohlfahrt findet am! 31.01.1990, um 18.30 Uhr im Büro der Waldbachhalle in Eschel­bach statt.

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Rollsportverein Blau-Gold Montabaur e.V. MITGLIEDERVERSAMMLUNG Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 24. Januar 1990, um 19.30 Uhr im Restaurant »Schusterjunge«, Montabaur, Bahnhofstr. 16. Wir bitten auch;, die Eltern der Kinder und Jugendlichen dringend, mit den Kin­dern zur Versammlung zu kommen, da es um wichtige Entschei­dungen geht, die auch die Kinder betreffen.

Tagesordnung:

1. Begrüßung, 2. Berichte, 3. Anträge, 4. Verschiedenes.

Wir bitten um vollzähliges und pünktliches Erscheinen.

Das Mittwochstraining in Eigendorf muß vorläufig ausfallen. Wir fahren deshalb jeden Freitag zum Training nach Diez. Ab fahrt jeweils um 13.30 Uhr vom Konrad-Adenauer-Platz (Kreis­sparkasse).

Wichtiger Hinweis:

Der Rollsportverein Montabaur bietet bis auf weiteres allen DDR-Übersiedlem, Aussiedlern und Asylanten beitragsfreie Mitgliedschaft. Anmeldungen und Auskünfte über TfeL 02602/4617.

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Hausfrauenbund Montabaur

Am Dienstag, dem 23.1.1990 wandern wir auf den Köppel. Ab marsch pünktlich um 14.00 Uhr ab Hallenbad Montabaur oder um 14.16 Uhr ab Waldkinderspielplatz Horressen. Gäste sind wie immer willkommen. Keine Anmeldung.

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