Montabaur
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Mehr Risiko - mehr Unfälle Polizeibilanz des Verkehrsgeschehens im ersten Halbjahr 1989
Immer mehr Verkehrsteilnehmer nehmen ein immer größeres Risiko in Kauf. Ob aus Leichtsinn oder Dummheit - Tatsache ist, daß sich auf Westerwälder Straßen immer mehr Unfälle ereignen. Genau 2.902 registrierte die Polizei des Kreises iro ersten Halbjahr 1989. Das sind 9,2 % mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Alle Kontrollen und Aufklärungsaktionen der Polizei scheinen da nichts zu nützen.
Besorgniserregend ist insbesondere die hohe Zahl an schweren Unfällen. Dabei wurden von Januar bis Juni dieses Jahres 17 Ftersonen (12) getötet, 170 Personen (197) schwer verletzt und 487 Personen (421) leicht verletzt. Die in Klammem gesetzten Vergleichszahlen des Vorjahres unterstreichen die zum Tfeil dramatische Entwicklung. Unfallopfer waren häufig Senioren, motorisierte Zweiradfahrer, Kinder und Radfahrer, also die zumeist schwächsten Verkehrsteilnehmer.
Zu schnelles Fahren und Alkohol am Steuer sind nach wie vor die Hauptunfallursachen. Insgesamt ereigneten sich 117 Alkoholunfälle, das sind 14,7 % mehr als in 1988. Und noch lange nicht jeder steht zu seinem Hin: bei 443 Unfällen entfernten sich die Beteiligten unerlaubt vom Unfallort, das entspricht einem Plus von 13,8 %.
Der deutliche Anstieg der Verkehrsunfälle steht im Zusammenhang mit »der seit einiger Zeit zu beobachtenden Steigerung der subjektiven Risikobereitschaft vieler motorisierter Verkehrsteilnehmer«, so der O-Tbn der Polizei. Wichtige Sicherheitsregeln werden immer häufiger mißachtet. Begünstigt wurde das Unfallgeschehen aber auch durch die milde Witterung zu Beginn des Jahres. Normalerweise mindern winterliche Bedingungen die Zahl der schweren Unfälle, in diesem J ahr blieb dieser Effekt aus.
Unerfreulich ist die Bilanz auch deshalb, so die Pressemeldung aus dem Kreishaus, weil die Polizei ihre Maßnahmen zur Unfall- bekämpftung im Berichtszeitraum erneut verstärkte. Insgesamt wurden über 10.000 Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen, Verwarnungen und Mängelberichte verteilt. Aber nur in Teilbereichen wirkte sich das positiv auf das Verkehrs geschehen aus.
Bedauerlich ist auch, daß es der Polizei trotz schwerpunktmäßiger Kontrollen, zahlreicher Aufklärungsmaßnahmen sowie der strafrechtlichen Verfolgung von 133 folgenlosen TVunkenheits- f ährten und der Verhinderung von 172 beabsichtigten TVunken- heitssfährten offensichtlich nicht ausreichend gelungen ist, den Fahrzeugführem die Gefahren des Alkohols im Straßenverkehr bewußt zu machen.
Vielen Verkehrsteilnehmern fehlt es immer noch an der nötigen Einsicht und Bereitschaft, verantwortungsbewußt zu handeln. Die Polizei des Westerwaldkreises wird auch weiterhin ihre M ög- lichkeiten zur Vermeidungvon Unfällen ausschöpfen. Sie bedarf dabei aber dringend der Unterstützung der Verkehrsteilnehmer und der für die Verkehrssicherheit Verantwortlichen.
Nomborn, Unnau-Stangenrod und Dreifelden im Landesentscheid der Dorfverschönerung
Wäller Gemeinden erzielen hervorragende Ergebnisse auf Bezirksebene
»Überrascht waren alle drei, verdient haben sie es in gleicher Weise!« Im Pressedienst der Kreisverwaltung ist die Rede von den drei Westerwälder Orten Unnau-Stangenrod, Dreifelden und Nombom. Sie hatten im Bezirksentscheid »Unser Dorf soll schöner werden« vordere Plätze belegt, die ihnen mm die Tfeil- nahme am Wettbewerb auf Landesebene ermöglichen.
Nicht umsonst und auch nicht vergebens waren all die Anstrengungen der Bürger dieser Gemeinden, ihrem Ort zu neuem Glanz zu verhelfen. Ihre Leistungen trugen mit dazu bei, die Wohnqualität im Westerwald zu verbessern.
Sie erbrachten den Beweis, daß Westerwälder Dörfer zukunftsorientiert und heimatbewußt zugleich sind. Denn nicht den
kurzfristigen Erfolg suchten die drei Gemeinden, sondern sie planten vorausschauend für kommende Jahrzehnte:
Dies hat die Bezirkskommission im Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« honoriert: Unnau-Stangenrod belegte den 4. Platz und Dreifelden den 5. Platz in der Hauptklasse. Nombom hatte »die N ase weit vom« und erreichte den 1. Platz in der Sonderklasse.
Nun sind alle drei für den Landesentscheid nominiert, wo* ne Unterteilung in Klassen - Anfang August »zur Sachet Eine Kommission, eingesetzt von der Landesregie™? Mainz, wird dann die schönsten Orte des Landes küiend’ danach die Teilnahme am Bundesentscheid offensteht Erfahrungen auf Landes- und Bundesebene konnten Wäll&r meinden schon seit Beginn des Wettbewerbs »Unser Dorf 1 ' schöner werden« sammeln. Groß ist die Zahl der Dörfer Westerwaldkreis in den vergangenen J ahren auf höherer Eli vertreten haben. Zuletzt war es die Ortsgemeinde Astert? beim Bundeswettbewerb 1986 im Internationalen Consj«fu trum Berlin aus der Hand des BundeslandwirtschaftsiS? die Silbermedaille entgegennehmen konnte. *
Auf der Bühne des Kurfürstlichen Schlosses Mainz, wo alii, lieh die Preisverleihung auf Landesebene stattfindet, sind])- fer aus dem Westerwaldkreis seit jeher Stammgäste! *' Nicht unerwähnt bleiben kann, daß neben den drei a us«; , neten Gemeinden noch weitere Orte aus dem Kreisgebiet aS zirksebene im Wettbewerb 1989 dabei waren und ebenfalls raschend gute Plazierungen erreichten: es waren die (W meinden Hübingen (Platz 12), Meudt-Eisen (Platz 13)undStJ hofen am Wiesensee (Platz 17). *
Sie alle haben beste Werbungfür den Westerwaldkreis t und die Präambel der Richtlinien zum Wettbewerb »Ur.._ soll schöner werden« in hervorragender Weise umgesetzt! iwl heißt es unter anderem: »Ortsgemeinden sollen angeregt« den, ihren unmittelbaren Lebensraum auf der Grundlage his rischer Entwicklungund landschaftlicher Gegebenheitensoi das Zusammenleben ihrer Bevölkerung auf der Grundlageli geschäftlicher Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen t zu gestalten und zu pflegen.«
Bezirksverkehrswacht im Aufwind
Schon mehr als 20 Jahre bemühen sich die Mitglieder der bJ zirksverkehrswacht Montabaur e.V. im Rhein-Lahn- und%| sterwaldkreis, vom Kindergartenkind beginnend, t führende Schulen, bei Fortbildungskursen für Kindergärtna nen, bei Moderatorenabenden für Eltern, im Rahmen von zeichnungsveranstatungen bewährter Kraftfahrer, bei Bunde wehr, DRK, Feuerwehr und sonstigen Vereinen, bis zu d Senioren, eine neue Welt des Verkehrs zu schaffen. Der erstes^ kennbare Erfolg konnte im Jahre 1987 verbucht wi Vor allem im Rhein-Lahn-Kreis ist die Zahl der Kinden sichtbar zurückgegangen.
- es wurde 1987 nur 1 Kind getötet - im Jahre 1988 konnte!« tödlicher Kinderunfall festgestellt werden. - Diese geringe Unfallquote mit Kindern ist ausschließlich au!i| intensive Zusammenarbeit von geschulten Polizeibeamten,! deratoren der Verkehrswacht bei Elternabenden sowie Kin^ gärtnerinnen und Erziehern zurückzuführen.
Inzwischen hat sich herausgestellt, daß es nur eine Möglich! gibt, Kinder verkehrstüchtigzumachenund siedadurchvorl) fallgefahren zu schützen.
Es ist das Verkehrsspiel im Kindergarten (ft Verkehrsteppich pp.) in Verbindung mit dem Heranführeni Kinder an den Borsteinrand durch ausgebildete Polizeibeai Diesen Weg hat die Bezirksverkehrwacht mit großer Intenw beschnitten und somit auch die Hilfe von Sponsoren (Bankajj aus Überschüssen des Gewinnsparens) den oben bezeichn« Erfolg erzielt. Da sich die Bezirksverkehrswacht aussch" * aus Fachleuten (Richter, Amtsanwälte, Pädagogen, Polh amte, ein Arzt, ein Ausbildungsleiter des DRK) zusai setzt, die sich bereiterklären, ihre Fachkenntnisse der gutal che zur Verfügung zu stellen, war es möglich, auf breiter Bij Verkehrsinformation für jung und alt anzubieten.
Es ist gelungen, durch ein Informationsprogramm, (Montat* rer Modell) die Oberkläßler der 29 weiterführendenSchulal Bezirks (Berufsbildende Schulen, Realschulen, Gymnasial die Referate über die, .Grenzen der motorisierten Freiheit teressieren. Das Auftreten der schulfremden Fachleute®! die Schüler etwas Besonderes und wird wohl von den Schliß Lehrern als auch Eltern sehr begrüßt.
Ein oft fachlich geprägtes Unterrichtsprogramm für ein® J
mittag wird durch Film, Dias und Diskussionen ge den Schülern schmackhaft gemacht.
Auch die Bundeswehr nimmt an unseren Verkehrsinfon nen teil. Hier sprechen Referenten sowohl den jüngsten li ten als auch Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere an. Mit Themen:

