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Montabaur

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Nr. 28 t

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Gedenkfeier aus Anlaß des 100. Geburtstages des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Montabaur,

Heinrich Roth

Am 8. Juli 1989 wäre Heinrji Roth 100 Jahre alt gewordej Sein Geburtstag war Anlaß f die Stadt Montabaur, an sei] Grabstätte auf dem Friedhof] Montabaur im Kreise von ] lienangehörigen, Freundem Ratsmitgliedern des StadtratJ der Stadt Montabaur, des ei maligen Bürgermeisters Landrats zu gedenken.

Der I. Beigeordnete der Sta Montabaur, Dr. Paul Hüttl würdigte in seiner Geder die Person Heinrich Roths,

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deren herausragende Charaktereigenschaften, Gradlinigkeit und Offenheit, Hilfsbereitschaft ui] Pflichtbewußtsein, sein Wirken zum Wohle seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger in Stadt, und Land bestimmte.

Am 8. Juli 1889 in Holler als sechstes von neun Kindern geboren, erlernte Heinrich Roth nach] such der Volksschule das Handwerk des Schriftsetzers. Nach politischen und volkswirtschaf chen Kursen an der Zentrale des Katholischen Volks vereins in Mönchengladbach wurde er Sekret des Katholischen Volksvereins mit Sitz in Montabaur, wo er u.a. den Rechtsschutz für alle Mitgl der und Minderbemittelten im Arbeitsrecht, Bürgerlichen Recht und der Sozialen Gesetzgebi wahrzunehmen hatte. Von 1919 bis 1930 gehörte er dem Nassauischen Kommunallandtag sov; dem Landesausschuß für den Regierungsbezirk Wiesbaden an. Gleichzeitig war er bis 1929 Kr« tagsmitglied für den Unterwesterwaldkreis. 1920 wurde er zum Kreisdeputierten gewählt ui [ : führte während des Ruhrkampfes vorübergehend die Dienstgeschäfte des Landrates bis zu sei# Verhaftung und Ausweisung aus dem besetzten Gebiet am 1. Juli 1923. Die Ausweisung wurdet August 1924 wieder aufgehoben. Von 1924 an gehörte Heinrich Roth als Zentrums abgeordnet nacheinander dem Deutschen Reichstag, dem Preußischen Staatsrat und dem Preußischen Lat; tag bis zu dessen Auflösung im Jahre 1933 an. Am 30. Juni 1926 wurde Roth zum Bürgermeistl der Stadt Montabaur gewählt. Dieses Amt nahm er bis zum Juli 1933 wahr, als er auf Initiatif| des damaligen Kreisleiters der NSDAP, Koch, und führenden Mitgliedern des Stahlhelms ohi¥ Pension fristlos entlassen wurde und zunächst in Schutzhaft geriet. In der Folgezeit mußte er d; ' Lebensunterhalt für seine Familie als Vertreter für die Firma Flügel bzw. für eine LebensversicifL rung verdienen. Im Anschluß an das am 20. Juli 1944 erfolgte Attentat auf Hitler wurde Hemrift Roth von der Gestapo festgenommen und in das Polizeigefängnis nach Frankfurt gebracht, woi nahezu zwei Monate festgehalten wurde. Anschließend stand er bis zum Eintreffen der Amerikar| unter Polizeiaufsicht. Am 28.Mail945 wurde Heinrich Roth wieder in sein Amt als Bürgermeistl eingesetzt und am 10. April 1945 zum Bürgermeister der Stadt Montabaur ernannt. Am 1. Janu) 1946 erfolgte dann seine Ernennung zum Kommissarischen Landrat des Unterwesterwaldkrei% Im Herbst 1947 winde er wegen einer höheren Kartoffelzuweisung an die notleidende Bevölkenit - als es im Besatzungsstatut vorgesehen war, von seinem Amt abberufen und am 4. November 19C als Landrat zum Kreis St. Goar versetzt. Der damalige hohe Kommissar in der französischen Besijf zungszone bezeichnete Roth als einen der tüchtigsten aber auch gefährlichsten Landräte. Er leitet § den Kreis St. Goar bis zum Jahre 1955, ein Jahr über seine Pensionsgrenze hinaus. Am 25.11.1St verstarb Heinrich Roth.

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Als Bürgermeister der Stadt Montabaur hat sich Heinrich Roth zahlreiche Verdienste erworbei Marksteine seines Wirkens als Bürgermeister sind der Bau der Volksschule, der Bau des Brunnei häuschens am Sauerbrunnen, der Ausbau vieler Straßen in der Stadt, die Einrichtung des Bat sowie die Vervollständigung einer guten Ausstattung der städtischen Feuerwehr.

Der I. Beigeordnete der Stadt Montabaur, Dr. Paul Hütte, beendete seine Gedenkrede mit der Fes Stellung, daß Heinrich Roth sicherlich kein leicht zu nehmender politischer Gegner war, er war) doch ein Mensch, an dem sich unsere vielfach in der Furcht vor der negativen Bewertung durch! Medien zaudernde Gesellschaft orientieren könnte; ein Mensch, der Geschichte geschrieben hu ein Mensch, vor dem wir uns anerkennend nicht nur aus Anlaß seines 100. Geburtstages verneig! sollten. Die Gedenkfeier wurde musikalisch mitgestaltet durch den Musikverein Horressen.