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Montabaur

Seite 10

Westerwaldkre

Die Gleichstellungsstelle der Kreisverwaltung informiert

Kc,

Info 3:

Was ist Arbeit für die Familie wert?

»Männer und Frauen sind gleichberedltigt« - so steht es in unserem Grundgesetz.

Jeder weiß jedoch, und die meisten Frauen können es aus eigener Erfahrung bestätigen, daß es in der sozialen Wirklichkeit noch viele Benachteiligungen und Hemmnisse für Frauen gibt, und daß sie es oft schwer haben, ihre gleichen Rechte auch zu verwirklichen. Für das Bestre­ben, gleichberechtigt zu leben, müssen Frauen oft einen hohen Preis bezahlen,

- wenn sie im Berufsleben besser sein müssen als Männer, um gleiche Aufstiegschancen zu haben,

- wenn sie die Doppelbelastung von Beruf und Familie tragen müssen,

- wenn die verdiente öffentliche Anerkennung fehlt, wo eine Frau zugunsten von Familie und Kindern nicht berufstätig ist.

Wenn die Familie als Grundlage für jede größere Gemeinschaft funktionieren soll, muß die Arbeit für die Familie die ihr zukommende Wertschätzung haben. Den Stellenwert der Fami- lienarbeit in das öffentliche Bewußtsein rücken: Dazu will das vorliegende Info-Blatt einen Beitrag leisten. Informationen über die Probleme berufstätiger Frauen werden sich in den Folgenummem anschließen.

Hausfrau und Mutter zu sein ...

»Hausfrau und Mutter zu sein, ist eine Schraube ohne Ende«, so die Aussage vieler Frauen. Zu Recht fragen sie sich: »Kochen, Waschen, Bügeln, Kind in den Kindergarten bringen, wie­der abholen, dazwischen Einkäufen, Aufräumen, Putzen, Nähen, Hausaufgaben überwachen, sich mit den Kindern beschäftigen - eine Kette, die nicht abreißt und in der es nie einen Abschluß gibt. Ist das alles etwa nichts?«

Die für die Familien erbrachte Arbeit findet noch immer nicht die öffentliche Anerkennung, die ihrer Bedeutung ent­spricht, da sie unbezahlte Arbeit ist und sich nicht an Geldmaßstäben mißt Nach einer vom Bundesfamilienministe­rium in Auftrag gegebenen Untersu­chung entspricht der Arbeitsumfang, den eine »Familienhausfrau« im Durch­schnitt bewältigt, mit rund 8 Stunde^ pro Tag der Arbeitszeit eines Voll- erwerbstätigen und steigt bei höherer Kinderzahl und bei der Erwerbstätigkeit der Frau noch an. Das belegt auch das Statistische Landesamt Baden-Württem­berg mit genauen Zeitangaben (siehe Grafik).

Zeitangaben pro Tag für im Haushalt anfallende Arbeiten nach Feststellungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg

500

47 Minuten

38 Minuten

400

40 Minuten

56 Minuten

300

81 Minuten

200

89 Minuten

100

138 Minuten

Min.

Haushaltsplanung u. Reparaturen

Geschirr

Einkauf

Wäschepflege Putzen und Aufräumen

Zubereitung v. Mahlzeiten Beschäftigung mit den Kindern

489 Minuten = rd. 8 Stunden - meist auch am Wochenende

Berufstätig oder Hausfrau?

Die Verwirklichung von Gleichberechtigung setzt als wichtigen Baustein voraus, daß die Arbeit im Beruf und die Arbeit in der Familie als gleichwertig anerkannt werden. Frauen wehren sich zu Recht dagegen, daß Selbstverwirklichung nur im Beruf möglich sein soll; der Wert der Familienarbeit für die Gesellschaft ist nicht geringer als der Wert bezahlter Berufstä­tigkeit.

Frauen wollen sich meist nicht in jungen Jahren endgültig zwischen Familienarbeit und Berufstätigkeit entscheiden, sondern in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche