Montabaur
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Nr. 26/87
In den ersten Patenschaftsjahren gerieten die Lords, gewollt oder ungewollt, wer weiß das schon,
häufig in den TVubel der närrischen Zeit. Sapperlot! Da haben sie auch auf dem Narrenschiff ihren Mann gestanden. Da Gastfreundschaft auch immer mit Betreuungsaufgaben verbunden ist, und man die Feste feiern soll wie sie fallen, hat ach so mancher brave Hausherr den Seemannsgangzu Lande erlernt.
Die Gegenbesuche in Flensburg Mürwik, dem Heimathafen des Patenschiffes, waren auch nicht gerade mit Trauerspielen vergleichbar. Gastspiele wurden dafür recht häufig geboten.
Wer zählt die Völker, kennt die N amen, die gastlich dort zusammenkamen. Zunächst einmal als Irrläufer zwischen Backbord und Steuerbord. Indem verwirrenden Irrgarten der Auf-und Niedergänge fanden sich die meisten erst einmal dort wieder, wo sie gar nicht hin wollten. Aber mit der Zeit klappte es doch.
Die Gewalten der Natur gingen beim Auslaufen in die offene See eigentlich gnädig um mit den „Fremdkörpern” an Bord. Schwieriger war es da schon, ohne auszulaufen, den Anfechtungen des Leibes zu widerstehn, wenn es bei fröhlicher Backschaft zur Sache ging.
Wer immer auch auszog aus der Patenstadt im schönen Westerwald, und manchmal auch aus der Umgebung, um den festen Boden der Heimat mit den Schiffsplanken des „Westerwald” zu tauschen - ein Erlebnis war es allemal, das schwimmende Patenkind im Heimathafen oder auf See zu erleben.
Wie alles begann, erzählt sich aber wohl der Reihe nach besser.
Dabei läßt sich die variantenreiche Geschichte des Patenschaftsverhältnisses lückenlos aus den Aktenordnern der Stadt zurückverfolgen bis auf die Anfrage aus Brake, vom März 1967.
Versorgungsflottille -Al -
An den
Bürgermeister der Stadt Montabaur 643 Montabaur
288 Brake (Utw.), 14. März 1967 Marinekaserne - Stabsgebäude TbL: 2981 - 83, App.: 246
men,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Ein Schiff der Versorgungsflottille trägt den Namen „Westerwald”. Die „Westerwald” ist ein Munitionstransporter mit einer Wasserverdrängung von 3400 Tbnnen und hat eine milit. Besatzung von etwa 50 Mann. Sie winde am 11.2.67 in Dienst gestellt.
Wie alle Kampfeinheiten der Marine, sollen auch die Einheiten der Versorgungsflottille am Schiff sbug das Wappen einer Patenstadt bzw. ein dem Schiffsnamen entsprechendes Wappen führen. Wir haben Ihre Stadt ausgewählt und würden uns freuen, wenn Sieund der Rat der Stadt Montabaur das Einverständnis zur Übernahme der Patenschaft für die „Westerwald” geben würden.
Fügen Sie bitte der Zusage ein farbiges Muster des Stadt Wappens bei Weitere Einzelheiten über die „Westerwald” und das Paten Schaftsverhältnis ergeht von hier nach Rücksprache mit dem Kommandanten.
Um baldige Nachricht wird gebeten.
Mit freundlichem Gruß! Hochachtungsvoll
Im Auftrag, Becker, Korvettenkapitän
Die Antwort auf dieses Schreiben läßt nicht lange auf sich warten. Bereits am 28. März 1967 faßte der Stadtrat einstimmig folgenden Beschluß:
Der Stadtrat beschließt die Übernahme der Patenschaft für das Schiff „Westerwald” der Versorgungsflottille der Bundesmarine in Brake / Unterweser. Gleichzeitig wird die Zustimmung gegeben, daß das Schiff „Westerwald” das Wappen der Stadt Montabaur trägt.
Der Bundesminister der Verteidigung segnet am 16. Mai 1967 das Patenschaftsverhältnis ab. Dabei hofft er auf ein enges, freundschaftliches Verhältnis zwischen den Bürgern der Stadt und der Westerwaldbesatzung. Es blieb kein frommer Wunsch. Eine zwanzigjährige Wirklichkeit hat alle Erwartungen übertroffen.
Erster Kommandant, Korvettenkapitän Hans Wöjak, entwickelte von Bord aus (begleiche Aktivität das Patenschaftsverhältnis lebendig zu gestalten, wie sein „Ansprechpartner” in Montabaur, Bürgermeister Wilhelm Mangels.
Die erste Begegnung in der Patenstadt ließ nicht lange auf sich warten. Am 24. November 1967, bei regenschwerem, grauen Himmel, erhob man die Gläser zum Willkommenstrunk. Ganze Drei- Mann-hoch waren zum ersten Kennenlernen angereist. Der Kommandant, sein Stabsbootsmann Schlick und der Obergefreite Reck. Es war eigentlich kein Wetter für einen Antrittsbesuch.
Doch mit diesem grauen Novembertag begann ein anderes, beachtliches Kapitel in der Stadtge: schichte. In zweifacher Hinsicht. Im Sitzungssaal des Rathauses konnte der Bürgermeister der, ^ q S tadt nicht nur die Gäste des Patenschiffes zum ersten Mal begrüßen. ’
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