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Montabaur 28/9/85

Festliche Ernennung von Peter Paul Weinert zum Landrat des Westerwaldkreises

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Aus nah und fern waren sie herbeigeeilt, um an der Feierstunde zur offiziellen Er­nennung des neuen Landrates imHaus Mons Tabor" in Montabaur teilzunehmen und G lückwünsche zu überbringen:

Der Minister des Innern und für Sport KURT BÖCKMANN, Bundestags-und Landtagsabgeordnete, Landräte, Verbands­und Ortsbürgermeister, Mitglieder des Kreistages, Vertreter der K irchen, der Bun­deswehr und der Wirtschaft, die Fraktionen und deren Vorsitzende sowie eine große An zahl Westerwälder Bürger.

Mit 40 Ja-Stimmen, 5 fiein-Stimmen und 1 Stimmenthaltung gaben die Mitglieder des Kreistages ihren Willen für eine gedeih-! liehe Zusammenarbeit mit Peter Paul Wei- i nert zum Ausdruck, der als Nachfolgerseinj hochgeachteten Vorgängers, Dr. Norbert

_Heinen, nunmehr an der Spitze des Wester]

waldkreises steht.

Man ist stolz, Westerwälder zu sein", führte MINISTER BÖCKMANN aus, selbst halber Westerwälder und Pfälzer. Nur derjenige, der die Lebensumstände der Bürger kennt, kann seine Aufgabe erfüllen. Der Landrat ist Mittler zwischen Selbstverwaltung und Staatsverwaltung. Er muß die Fähigkeit besitzen, Spannungen zum Wohl der Bürger zu egalisieren, er muß sich um den Interesser ausgleich bemühen, bereit sein zu lernen, vor Ort wirken und gestalten für die Zukunft. Die Menschen haben den Landrat in der Erwartung gewählt, daß auf diesen Menschen Verlaß ist.

Landrat Peter Paul Weinert und Staatsminister Böckmann

Für die Fraktionen überbrachte JOACHIM HÖRSTER,MdL. CDU, seine Glückwünsche, gefolgt von HARALD SCHWEIT­ZER, SPD, und EDGAR KÖTH,FWG. Landrat ALFRED BETH, Altenkirchen, gratulierte im Namen des Landkreis­tages und aller Landräte in Rheinland-Pfalz, während PAUL MÜLLER, als Vorsitzender des Personalrates der Kreisverwal­tung sich eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem neuen Chef versprach.

In seiner Antrittsrede führte der 36jährige Volljurist WEI NERT aus dem württembergischen Heidenheim aus, daß er in den letzten Wochen, in denen er kommissarisch bestellt war, mit vielen Menschen gesprochen habe, um aus erster Hand zu erfahren, welche Sorgen und Probleme die Menschen in seinem Kreis bewegen. In vielerlei Hinsicht liege der Wester­waldkreis über dem Landesdurchschnitt, in nicht wenigen Be­reichen sogar an der Spitze.

Für die Zukunft erscheinen LANDRAT PETER PAUL WEINERT vier Aufgabenbereiche besonders wichtig:

Das Investitionsklima - oder umfassender gesagt - das in der Öffentichkeit herrschende Klima für wirtschaftliche Betäti­gung. Wer unternehmerisches Risiko auf sich nimmt, dem sollten keine Steine in den Weg gelegt werden sondern muß unterstützt werden. Arbeitnehmer haben ihren gerechten Lohn verdient. Die Gewinne der Unternehmen sollen den Unterneh­mer ernähren, aber darüber hinaus Arbeitsplätze schaffen. Auf Dauer können nur rentable Unternehmen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen - und das ist das Entscheidende. Aus diesem Grunde wird die Kreisverwaltung im Rahmen der geltenden Rechtsnormen ihre eingeräumten Spielräume im Interesse der Wirtschaft nutzen, soweit nicht anderweitige Gesichtspunkte unausweichlich entgegenstehen. Wichtig ist aber, daß auch außerhalb der Verwaltung in der gesamten Öffentlichkeit die Einstellung zur wirtschaftlichen Betätigung positiver wird. Handwerk, Handel und Industrie sind aufgerufen, zu einem

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JOACHIM HÖRSTER, MdL.