WISSENSWERTES
Laßt uns anfangen, Gutes zu tun
Br. Verecund Scheffel zu seinem 70. Geburtstag
Die Pforte, die Tür • die Heilige Schrift und Christus selbst sprechen oft von ihr- sind für Br. Verecund Schef - fei im Kloster Marienthal zu einem „Schlüsselwort" geworden, zu einem „Wort des Lebens". Durch die Pforte gelangt man ins Haus hinein oder hinaus. Dabei kommt dem Pförtner, dem„Türhüter" eine besondere Aufgabe zu:
Er muß wachsam sein und freundlich; er muß erkennen und unterscheiden können.
Dies sind die Gedanken des P. Provinzial Silvester Neichel, Fulda, die er zum goldenen Ordensjubiläum von Br. Verecund am 5. Oktober 1980 äußerte, und sie gelten auch heute noch unverändert, wenn Br. Verecund am 7. Juni seinen 70. Geburtstag feiert.
Wer ist dieser Br. Verecund Scheffel? Ein Franziskaner ist er, seit mehr als 25 Jahren wirkt er als Pförtne^von 1962 bis 1979 in Bornhofen, dann im Marienthal, und immer ist er wachsam und freundlich.
Bruder Verecund war als "Sammelpater" Nachfolger des 1963 in Horbach verst. Br. Küster Columban.
Sein Lebensweg in Stichworten:
Am 7. Juni 1914 als jüngstes von acht Kindern in Döringsdorf im Eichsfeld, am Fuße des weithin bekannten Bonifa- tius-Heiligtums Hülfenberg bei Geismar, geboren, reifte in dem 14-jährigen Jungen der Entschluß, Franziskaner zu, werden. Auf dem Frauenberg bei Fulda meldete er sich als Ordensaspirant und reiste am 22. Mai 1928 zu dem Ordenskolleg der Fuldaer Franziskaner nach Sittard in Holland. Es folgten die Jahre der Ausbildung, dann trat er in das Postulat ein. Am 19. November 1938 war es dann soweit, am Fest der heiligen Elisabeth von Thüringen legte er die feierliche Ordensprofeß auf dem Frauenberg bie Fulda ab.
Doch nicht lange durfte der junge Bruder im Kloster wirken. Bereits im August 1939 wurde er Soldat und kam an die Westfront. Später betreute er in Norwegen Kranke, Verwundete und Gefangene. Eine ihm angetragene Beförderung zum Offizier lehnte Br. Verecund ab. Sie ließ sich nicht mit seiner religiösen Überzeugung vereinbaren, hätte er doch dann seinen katholischen Glauben über Bord werfen müssen.
Nach dem Krieg wurde auch Br. Verecund in den Strudel der schlimmen Ereignisse mit hineingerissen: Kriegsgefangenschaft; Requirierung seines Elternhauses durch die Besatzungsmacht; Landwirt, um seinen betagten Eltern den Lebensunterhalt mitzuverdienenj Einrichtung einer Schulspeisung im Kloster Salmünster unter primitiven Verhältnissen; wiederum Erntehelfer in seinem Heimatort.
Dann, ab 1947,war die Grenze geschlossen. Br. Verecund konnte in seinem Heimatort nicht mehr persönlich mit zupacken, lediglich durch Sammeln von Spenden konnte er die Notzeit lindern helfen. In der Nachkriegszeit begann auch seine Tätigkeit als „St. Nikolaus-Helfer" für Kinder und Vereine. Noch heute übt er gerne diese Tätigkeit aus, kann er doch damit die Menschen zu Liebe und Freundschaft aufrufen.
Wie sehr sich Br. Verecund zeit seines Lebens seiner Heimat Eichsfeld verbunden gefühlt hat, in der Nachkriegszeit konnte er sie nur selten sehen: 1948 und 1952 zur Beerdigung seiner Eltern und 1982,als seine Schwester zur Ruhe getragen wurde
Bekannt wurde Br. Verecund als Pförtner in Bornhofen. Für den Erweiterungsbau der Bornhofener Pilgerkirche und seine Ausgestaltung setzte er sich besonders ein. Althergebrachte Wallfahrten hat er an die Zeitverhältnisse angepaßt und neu belebt. Zu den seit vielen Jahren gut besuchten „Gebetstagen für Kirche und Welt" gab er erste Anregungen. Selbst als Pilger nach Rom, Assisi, in Heilige Land, nach Lourdes und nach Fatima unterwegs, hat er durch seine Vorträge das persönliche Erleben der Wallfahrt seinen Zuhörern vermitelt.
Die Unterstützung der Weltmission ist ihn seit jeher ein Herzensanliegen - 1939 stand er ja selbst kurz vor der Abreise nach Brasilien, doch dann kam der Krieg dazwischen.
Ein für seinen Orden, für die Kirche, für den Mitmenschen engagiertes Leben also, auf das Br. Verecund an seinem 70. Geburtstag zurückblicken kann- „Weichensteller Gottes" hat ihn einmal ein Brasilienmissionar seines Ordens .genannt. Und< sein wirken wurde auch von der Welt außerhalb des Klosters i gewürdigt. So erhielt Br. Verecund am 22. Mai 1978 anläßlich des 50. Jahrestages seines Eintrittes als Ordensaspirant vom Ortsbürgermeister der Gemeinde Kamp-Bornhofen den Ehrentellei der Gemeinde überreicht. Am 2. August 1982 danj Br. Verecund weilte bereits in Marientahl - überreichte ihm der Regierungspräsident Heinz Korbach aus Koblenz das Bundesverdienstkreuz. In seiner Dankansprache sagte Br. Verecund, und es gilt noch heute für ihn: „Elisabeth, die Heilige aus meinem Heimatland, sah in jedem Einsamen, in jedem Hilfsbedürftigen ein Abbild Christi des Gekreuzigten.
In diesem Sinne möchte ich weiterwirken. Und auch heute will ich schließen mit dem Appell des heiligen Franziskus: „Bruder, Schwester,laßt uns endlich anfangen, Gutes zu tun;J bislang haben wir nicht wenig - noch nichts getan .
Dr. Alexander Schulä
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