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Montabaur 11 / 43 / 83

nicht möglich war, seien Wege neu angelegt und befestigt wor­den, so daß sie nun auch mit Lkws befahren werden können. Gleichwohl müsse man auf diesem Gebiet auch in Zukunft noch einiges investieren.

Forstamtmann Velten berichtete, bis zur Einführung einer modernen Waldwirtschaft im 19. Jahrhundert habe das jetzige Forstrevier Gelbachtal überwiegend aus Mittel- und Nieder­wald bestanden. Bereits im 19. Jahrhundert sei man dazu über­gegangen, große Teile in den ertragsreicheren Hochwald umzu­wandeln. Diese Umwandlung sei bis auf einige ertragsarme Boden­partien abgeschlossen und weise sehr zufriedenstellende Ergeb­nisse auf. Velen erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, daß der Wald nicht mehr nur als Wirtschaftsfaktor gesehen werde, sondern seine Erholungsfunktion immer mehr an Bedeutung zunehme.

Dazu seien im Forstrevier Gelbachtal in den vergangenen Jah­renein weitmaschiges Wanderwegenetz und viele Erholungsein­richtungen (Schutzhütten, Ruhebänke etc.) angelegt worden.

Zur Bewirtschaftung bemerkte Otto Velten, daß wegen der Anfälligkeit der Fichten, Buchen und Lärchenbestände für Schneebruch- und Insektenschäden in den letzten Jahren größere Teile mit Douglasien bepflanzt wurden. Diese Umwandlungen sollen auch in Zukunft fortgesetzt werden. Als Schwerpunkt bei den allgemeinen waldbaulichen Maßnahmen beabsichtige man

den Anbau von Edellaubhölzern auf den dafür geeigneten Flä­chen.

In den letzten 10 Jahren habe man in den Forstrevieren Bla­dernheim, Reckenthal und Eschelbach insgesamt 6 ha mit Esche und Ahorn unter Beimischung von Buche oder Linde aufgefor­stet. Diese Baumarten zeigten auf geeigneten Böden hohe Erträge, seien allerdings in der Bewirtschaftung sehr pflegeintensiv. Für die Anpflanzung von Bergahorn und Esche spreche auch die gegenwärtige Marktlage, da die dafür erzielbaren Preise wesent­lich über den Preisen für die Buche liegen.

Das Forstrevier Gelbachtal gehöre - so Velten - zum entfernten Rotwildrandgebiet. Rotwildschäden kämen daher im Forstre­vier Gelbachtal so gut wie nicht vor. Dafür sei das Rehwild in großer Zahl vertreten. Gegen Wildschäden schütze man sich durch die Einfriedigung der Jungbestände.

Die Kosten dazu seien durch die Wildschadenspauschale der Jagdpächter abgedeckt.

In der nachfolgenden Diskussion spielte insbesondere das Reiz» wortWaldsterben eine große Rolle. I.Beigeordneter Dr. Hütte (zugleich Leiter des staatlichen Forstamtes Montabaur) gab er­gänzende Informationen über die Ursachen des Waldsterbens, den Stand der Diskussion über Maßnahmen zur Schadstoff­verringerung und über einen Versuch, durch Düngung der Wald­böden die Schäden zu begrenzen.

Stadtrat in Tonnerre

Unter Leitung des Bürgermeisters der Stadt Montabaur, Dr. Paul Pos- sel-Dölken, verbrachten Beigeordnete und Ratsmitglieder der Stadt Montabaur sowie Vertreter der Deutsch-Französi­schen Gesellschaft einige Tage in der Part­nerstadt Tonnerre in Burgund.

Der Aufenthalt war zustandegekommen, aufgrund einer Einladung, die Bürgermeister Georges Roze bei seinem Aufenthalt in Montabaur anläßlich der Einführung des neuen Bürgermeisters im Aufträge seines Stadtrates ausgesprochen hatte.

Besonderer Anlaß des Besuches war gleichzeitig eine Ordens­verleihung:

^Bürgermeister Georges Roze wurde durch den Präfekten von Auxerre mit dem OrdenChevalier de tordre national dumfcrite für seine Verdienste um die Öffentlichkeit, insbeson­dere aber um die Stadt Tonnerre und um die Partnerschaft zwischen den Städten Tonnerre und Montabaur ausgezeichnet.

An der Ehrung nahmen die Stadträte von Tonnerre und Monta­baur sowie zahlreiche Vertreter der Öffentlichkeit teil. So war as nicht verwunderlich, daß in den Glückwünschen, die unter anderem vom Präfekten, von Bürgermeister Dr. Possei - Dölken und vom I. Beigeordneten der Stadt Tonnerre, Herrn Bonnino ausgesprochen wurden, auch immer wieder die Ver­dienste von Bürgermeister Georges Roze um die deutsch­französische Freundschaft hervorgehoben wurden, w. Possel-Dölken überreichte im Namen des Rates der Stadt °ntabaur einen Falstaff-Krug, wobei er die Hoffnung zum Aus­druck brachte, daß der Krug stets mit Bier bzw. Wein gefüllt sein möge und mit ihm auf die Partnerschaft zwischen Tonnerre und Montabaur angestoßen werde.

^ ne der zentralen Veranstaltungen des Aufenthaltes bildete uuse gemeinsame Stadtratsitzung, in der Grußworte ausge­sucht und Probleme, vor allem aus der Stadt Tonnerre, dis- üert wurden. In diesem Zusammenhang erinnerte Bürger­meister Roze anseinen verstorbenen Freund Willi Mangels, er einmal in einer Rede geäußert habe,daß man nicht rasten

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noch ruhen dürfe, bis die Grenzen zwischen Frankreich und Deutschland aufgehoben wären.

Diese gemeinsame Sitzung führte nicht nur zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, sondern machte den Sitzungsteilneh­mern deutlich, daß sich die kommunalen Probleme in beiden Städten ähneln, die unterschiedlichen Kommunal- und Finanz­verfassungen beider Länder jedoch unterschiedliche Lösungs­wege erfordern. Die Partnerstadt Tonnerre ist ein Mittelzentrum mit vielfältigen Bildungs- und Dienstleistungseinrichtungen für die umliegenden Gemeinden desTonnerrois. Neben der

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