Einzelbild herunterladen

Kein Kahlschlag beim BAFÖG

Die drückende Last der Versäumnisse und die Miß­wirtschaft sozialdemokratischer Herrschaft in Bonn muß nun Stück für Stück abgebaut werden. Um über­haupt einen Haushalt des Bundes finanzieren zu kön­nen, hat die Bundesregierung allen Bevölkerungs­schichten Opfer zugemutet. Das gilt auch für Schüler und Studenten. Die vorgesehenen Kürzungen und strukturellen Veränderungen werden von den SPD- Schlagwortpolitikern alsKahlschlag diffamiert, ob­wohl die frühere SPD/FDP-Koalition bereits 1981 be­schlossen hat, alle Schüler der Berufsgrundschuljah­re und der 10. Klassen der Berufsfachschulen ab 1.8.1983 nicht mehr zu fördern.

- ; *r:

'V

ü,

Einweihung der berufsbildenden Schule Montabaur v. /in/cs: MdB August Hanz. Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel, Landrat Dr. Heinen, MdL Karl Hoppe, Dir. Wolfgang Müller.

' \

Die Lage im Westerwaldkreis sieht nach dem 1. Au­gust 83 auf der Grundlage der Zahlen des lfd. Schul­jahres wie folgt aus:

Zur Zeit empfangen 2.532 Schüler aller Schularten BAFÖG. Bund und Land bringen dafür 5.841.718,-- DM jährlich auf. 887 Schüler besuchen Gymnasien; 1.645 Schüler die Berufsbildenden Schulen (Berufsfach­schulen, Fachschulen, Berufsgrundschuljahre und den 2. Bildungsweg).

Durch Beschluß der früheren SPD/FDP-Koalition fal­len 60 % der Berufsschüler ab 1.8.1983 aus der Fördev rung heraus. Das sind fast 1.000 von den bisher 1.645 geförderten Schülern.

Gerade in diesem Punkt klingen die SPD Klagen be­sonders hohl, da es sich bei den bisher Geförderten größtenteils um Arbeitnehmerkinder handelt.

Ein Drittel der verbliebenen 1.500 Schüler werden durch eine Härteregelung für einkommensschwache Familien, (200,-- DM monatliche Förderung) durch ei­ne Regelung bei notwendiger auswärtiger Unterbrin­gung und beim Besuch eines Kollegs, einer Fach­oder Abendschule, die eine abgeschlossene Berufs­ausbildung voraussetzen, weiter gefördert.

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat auf Vorschlag der CDU-Fraktion die Einbeziehung der bisher BAFÖG-Berechtigten in die Schülerbeförderung und die Lernmittelfreiheit beschlossen. Damit werden die

Fahrtkosten der Fahrschüler bei einem Elternbeitrag von monatlich DM 15,-- übernommen und finanzielle! Hilfe beim Kauf von Schulbüchern gewährt.,

Studentenförderung

Die Förderung der Studenten wird zum Winterseme | ster 1983/84 von DM 620,-- auf DM 660,- erhöht. Sie] wird jedoch als zinsloses Darlehn gewährt. Heute be­trägt der Darlehnsanteil am BAFÖG DM 150,-.

Das Darlehn wird ab dem 6. Jahr nach dem Ende derl normalen Studiendauer innerhalb von 20 Jahren ein-j kommensabhängig zurückgezahlt. In der Zeit, in der] jemand arbeitslos ist oder weniger verdient, zahlt er | nichts zurück.

Teile des Darlehns werden erlassen, wenn Studenten) vorzeitig ihr Examen machen, besonders gute Noten | erreichen oder vorzeitig ihr Darlehn zurückzahlen.

Es wird auch hier keinen Kahlschlag geben. Die La-1 sten werden nur gerechter verteilt. Wer als Akademi­ker später mehr Geld verdient, weil er eine teure Aus­bildung hatte, soll auch einen Eigenbeitrag für seine Ausbildung leisten, wie das der junge Handwerksge­selle immer schon tun mußte, ohne daß sich jemand darüber aufgeregt hätte. Er mußte sowohl die Kosten für die Meisterprüfung als auch für die Existenzgrün­dung aufbringen, und das in den allermeisten Fällen über die Aufnahme von Darlehn, die er mit Zins und Tilgung zurückzahlen mußte.

Wer die BAFÖG-Änderung und die damit verbundene Einsparung (immerhin 800 Mio. DM von 1,6 Milliarden jährl.) ablehnt, der unuß wissen, daß diese Millionen hur über höhere Steuern finanziert werden können. Eine Steuererhöhung trifft aber wiederum die Arbeit­nehmer, die oft weniger monatliches Taschengeld ha­ben, als Schüler, die z. Zt. BAFÖG,erhalten.

Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte noch am 26. Febr. 1982:

Es wäre nicht verkehrt, über die darlehnsweise Ver­gabe von BAFÖG an Studenten ernsthaft nachzuden­ken.

Die Haushaltstage zwingt die Bundesregierung, es nicht beim Nachdenken zu belassen, sondern zu han­deln: Das hätte ein Kanzler Schmidt vor einer Neu­wahl abgestritten,, aber nach der Wahl getan, wie 1976 beim Rentenbetrug, 1980 bei der Schuldenlüge und 1982 bei der Haushaltslüge.

Die Politik der Union ist wahrhaft und redlich. Bun­deskanzler Helmut Kohl sagt vor der Wahl, was auf die Bürger zukömmt. Er nimmt den mündigen Bürger ernst.

X

Mit Rheinland-Pfalz

vertraut

Impressum: Herausgeber: CDU-Westerwald; Koblenzer Str. 46,5430 Montabaur, Telefon-Nr. 02602/2030. Dienstzeiten: Mo. - Fr. 8.Ö0 bis 12.30 Uhr, 13.30 bis 117.00 Uhr oder "ach Verein­barung. Verantwortlich u. Redaktion: Geschäftsführer Stefan Stlnner. Druck: VERLAG + DRUCK Linus Wlttlch, Rhelnstr. 41, 5410 Höhr-Grenzhausen, Telefon-Nr. 02624 f 3061-64

I

I