Montabaur 10/52/82
Aus den Gemeinden
Öl
MONTABAUR
Iral
Bericht über die Sitzung des Stadtrates vom 21. Dezember 1982
Haushaltssatzung und Haushaltsplan für 1983 verabschiedet ln seiner letzten Sitzung des Jahres 1982 verabschiedete der Stadtrat mehrheitlich (20 Ja- und 8 Nein-Stimmen) den Haushaltsplan für das kommende Jahr. Der Abstimmung über das Gesamtwerk waren zahlreiche Entscheidungen über Änderungsanträge und eine dreistündige Debatte vorausgegangen.
Die wichtigsten Informationen über das Haushältsgeschehen in der Stadt im kommenden Jahr, aber auch über die Finanzentwicklung der Stadt im mittelfristigen Vergleich sind aus dem Vorbericht zu ersehen. Ein Auszug des Vorberichts wird in der nächsten Ausgabe abgedruckt.
HAUSHALTSREDE DES BÜRGERMEISTERS Bürgermeister Mangel machte zu Beginn auf das Volumen des Haushaltes 1983 (24.326.600,00 DM) aufmerksam, das gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % gestiegen sei.
Während beim Verwaltungshaushalt (10.805.000,00 DM) ein Rückgang um 6,09 % zu verzeichnen sei, ergebe sich im Vermögenshaushalt (13.521.600,00 DM) eine erhebliche Steigerung (+ 12,9 %) . Diese Zahl bedürfe jedoch einer Erläuterung.
Im Volumen des Vermögenshaushaltes seien 6,5 Mio. DM für die Umschuldung von Krediten vorgesehen. Um diese Zahl müsse man die Steigerung des Vermögenshaushaltes reduzieren. Die Neuverschuldung von 430.000,00 DM sei notwendig, upn die von der Mehrheit des Stadtrates gewollten Maßnahmen durchführen zu können.
Der Bürgermeister machte auf die rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen und den Wegfall der erhöhten Schlüsselzu- Weisungen für die Eingliederung der Stadtteile aufmerksam. Angesichts dieser Situation hätte man durchaus über eine . Erhöhung der Steuerhebesätze nachdenken können. Dies wäre aber in der gegenwärtigen Wirtschaftslage falsch gewesen.
Daher beinhalte die Haushaltssatzung die gleichen Steuerhebesätze wie im vergangenen Jahr.
Auf der Einnahmeseite ergäben sich - so Bürgermeister Mangels • gewisse Unsicherheiten bei den Zuweisungen des Landes. Die Daten seien zwar grundsätzlich bekannt. Die wirtschaftlichen Entwicklung schlage sich aber auch in den Zuweisungen des Landes nieder, so daß es dort noch Verschiebungen geben könnte.
Der Rückgang des Verwaltungshaushaltes um 6,09 % entspreche dem wirtschaftlichen Gebot, die konsumtiven Ausgaben zurückzunehmen. Insbesondere bei den Personal kosten habe man gespart. Betragsmäßig seien die gleichen Personal kosten eingesetzt wie im Vorjahr, wenn sich auch prozentual eine kleine Steigerung ergebe.Einsparungen würden insbesondere beim Personaleinsatz im Wald erzielt. Aber auch bei den Sachausgaben stehe der Haushaltsplan unter dem Gesichtspunkt der Sparsamkeit (Steigerungsrate: 1 %).
Auf der Einnahmeseite des Verwaltungshaushaltes schlage der Wegfall des Eingemeindungszuschlages, der vom Land für 10 Jahre gezahlt wurde, negativ zu Buche. Man müsse aber erkennen, daß diese Leistung nach dem .-Gesetz nicht mehr zur Verfügung stehe. Dieser Eingemeindungszuschlag sei eine Leistung des Landes an die Stadt gewesenem die aufnehmende Gemeinde in die Lage zu versetzen, in den Stadtteilen zu investieren. Die Stadt habe diese Möglichkeit genutzt. Man könne heute feststellen, daß die Auseinandersetzungsverträge mit ihren
Investitionsprogrammen weitgehend erfüllt seien.
Mit Blick auf die Umlagen konstatierte der Bürgermeister, die Gesamtbelastung der Umlagen seien zwar prozentual durch die Erhöhung der Verbandsgemeindeumlage gestiegen. Trotzdem ergebe sich der gleiche Betrag wie im Vorjahr, weil die Umlagegrundlagen zurückgegangen seien. Immerhin machten die Umlagen von Kreis und Verbandsgemeinde 51 % des Gesamtvolumens des Haushaltes der Stadt aus.
Diese Zahl könne aber nicht Anlaß zu Kritik sein, weil die Verbandsgemeinde wesentliche Aufgaben erfülle,die früher der Stadt oblagen. Mit Blick auf die Ortsgemeinden müsse man erkennen, daß die Verbandsgemeinde die Aufgaben wahrnehme, die die Ortsgemeinden finanziell überforderten. Die Verbandsgemeinde habe auch (insbesondere im Bereich der Abwasserbeseitigung, der Wasserversorgung und der Schulen) von der Stadt Schulden übernommen.
Trotz aller Sparsamkeit - so Bürgermeister Mengels - sei nur eine Mindestzuführung des Verwaltungshaushaltes an den Vermögenshaushalt möglich.
Zum Vermögenshaushalt erläuterte Bürgermeister Mangels zunächst, daß auf der Einnahmenseite des Vermögenshaushaltes ein erheblicher Betrag aus der Veräußerung von Grundstücken für die Ansiedlung eines Betriebes "Am alten Galgen" eingeplant sei. Man hoffe, daß dadurch insbesondere zusätzliche Arbeitsplätze im Raum Montabaur geschaffen werden könnten. Die Stadt müsse aber auch erheblich investieren, um das Baugebiet "Alter Galgen" zu erschließen.
Als weiteren Schwerpunkt des Haushaltes 83 bezeichnete der Bürgermeister die Erschließung des innerstädtischen Bereichs und die Fortsetzung der Altstadtsanierung. Ifür den Stdtteil Eschelbach sei der Umbau der alten Schule in ein Dorfgemeinschaftshaus geplant. Insgesamt könne man zum Vermögenshaushalt feststellen, daß trotz der von der Wirtschaftslage gebotenen Zurückhaltung beachtliche Investitionen in Angriff genommen würden. Man mache jedoch "keine großen Sprünge", sondern setze die bisherige Stadtratspolitik fort, um eine Weiterentwicklung der Stadt zu ermöglichen. Rück- . blickend könne man feststellen, daß in den vergangenen Jahren Wesentliches für die Infrastruktur der Stadt getan worden sei.
STELLUNGNAHMEN DER FRAKTIONEN 1. Für die CDU—Fraktion nahm deren Vorsitzender, Dr. Hütte, Stellung und führte aus, der Haushalt des Jahres 1982 sei ein Haushalt der "Superlative" gewesen. Dies könne man vom Haushalt 1983 nicht sagen. Dies liege nicht nur an der Zurückhaltung des Stadtrates, sondern auch daran, daß in den vergangenen Jahren die wesentlichen Investitionen die anstanden, getätigt worden seien, Dafür habe die Stadt auch erhebliche Mittel investieren müssen, so daß jetzt eine gewisse Zurückhaltung bei den Investitionen möglich und geboten sei.
Zum Investitionsprogramm bemerkte der CDU—Sprecher, hier seien die wesentlichen Vorstellungen seiner Fraktion, die sie im Herbst an die Verwaltung herangetragen habe, berücksichtigt. Insofern bestehe kein Anlaß zu Kritik.
Ratsmitglied Dr. Hütte machte unter Hinweis auf die Entwicklung des Haushaltsvolumens darauf aufmerksam, daß die Steigerung gegenüber dem Vorjahr (+ 3,6 %) unter der Teuerungsrate liege. Insofern sei sie durchaus vertretbar, insbesondere wenn man berücksichtige, daß der Verwaltungshaushalt um 6,09 % zurückgehe.
Kritisch zu betrachten sei - so Ratsmitglied Dr. Hütte - daß die freie Finanzspitze von Jahr zu Jahr zurückgehe.
In den kommenden Jahren werde die Decke immer kürzer.
Man müsse in den kommenden Jahren also den Rotstift noch mehr ansetzen als in diesem Jahr.
Als bedauerlich bezeichnete es Ratemitglied Dr. Hütte, daß die Gewerbesteuer seit 1980 rückläufig sei. Die Gewerbesteuer-

