Montabaur 10/52/81
daß die jetzt geplanten Maßnahmen des Bundes die Steigerungen in diesem Bereich etwas bremsten.
Als „etwas erregender" bezeichnete er die Steigerung der Ausgaben für die Zinsaufwendungen (583.000 DM). Die Ursache (das derzeit hohe Zinsniveau) sei allgemein bekannt, und die Verbandsgemeinde hoffe - sicher so wie mancher private Haushalt, auf eine Senkung der Zinsen.
Zu den EINNAHMEN des Verwaltungshaushaltes erklärt der Bgm., die Verbandsgemeinde erwarte 1982 Einnahmen aus Finanzzuweisungen, Steuern und Umlagen in Höhe von 8,8 Mill. DM (= 52,76 % der Einnahmen des Verwaltungshaushaltes), Er sprach in diesem Zusammenhang die Erhöhung_der Verbandsgemeindeumlage um 3 % von 29 auf 32 % an. Daraus resultierten Mehreinnahmen für die Verbandsgemeinde in Höhe von 461.000 DM. Man habe auf Antrag der CDU-Fraktion, sich bei der Erhöhung der Verbandsgemeindeumlage auf das Allernotwendigste beschränkt. Die Folge sei daß die Verwaltung bei der Erstellung des Haushaltsplanentwurfes im Verwaltungshaushalt bereits den Maßstab strengster Sparsamkeit angelegt habe und von sich aus Ausgabepositionen wo irgend möglich gekürzt habe. Die Erhöhung der Verbandsgemeindeumlage auf 32 % schränke die Ortsgemeinden sicher ein, trotzdem werde keine Ortsgemeinde in ihrer freien Finanzspitze vollends beschränkt.
Zu den Personalausgaben (gegenüber 1981 119.000 DM) betonte Bgm. Mangels, die Verwaltung sei auch hier maßvoll vorgegangen. Er konnte den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates erklären, daß eine vorgesehene zusätzliche Stelle für eine Schreibkraft aufgrund hausinterner Untersuchungen eingespart werden kann und somit im Stellenplan nur noch eine zusätzliche Stelle für einen Hausmeister im Verwaltungsgebäude benötigt wird.
Aus der Tatsache,daß die Zuführung des Verwaltungshaushaltes an den .Vermögenshaushalt in diesem Jahr nur noch in Höhe der Mindestzuführung erfolgt, schloß Bgm. Mangels, die Verbandsgemeinde erreiche damit wirklich Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Bei seinen Erklärungen zum VERMÖGENSHAUSHALT betonte Bgm. Mangels, das Volumen von 23 Mill. DM sei sicher ein Ausnahmefall. Die enorme Höhe der für 1982 vorgesehenen Investitionen entspringe nicht einer „Lust am Investieren" sondern resultiere aus der Notwendigkeit, drei Großprojekte (Hauptschulneubauten in Montabaur und Nentershausen sowie Rathaus'erweite- rungsbau) gleichzeitig in Angriff zu nehmen. Außerdem wies der Bgm. darauf hin, daß im Rahmen des Nachtragshaushaltsplanes
1981 verschiedene Investitionsmaßnahmen in das Jahr 1982 verlagert werden mußten.
Als nicht unerheblich bezeichnete er die Investitionen der Verbandsgemeinde im Bereich der Abwasserbeseitigung (3,4 Mill.
DM) Gerade in diesem Bereich sei eine enge Abstimmung mit den Ortsgemeinden notwendig. Trotz der knappen Mittel geschehe auf dem Bereich der Abwasserbeseitigung in der Ver- bandsgemeinde Montabaur relativ viel. Es gehe allerdings nicht mehr in der gleichen Geschwindigkeit voran wie in den vergangenen Jahren. Erneuerungsmaßnahmen, für die es keine Landeszuschüsse gebe, müßten in der Zeit des „knappen Geldes" zurückgestellt werden. Mit den Ortsbürgermeistern sei über diese Frage gesprochen worden, und diese hätten Verständnis für die Sachzwänge gezeigt. Die Ortsbürgermeister stimmten dem Haushaltsplan im Bereich der Abwasserbeseitigungsmaßnahmen, aber auch in seiner Gesamtheit zu.
Zu den Einnahmen des Vermögenshaushaltes verwies der Bgm. auf die Abhängigkeiten der Verbandsgemeinde von Investitionszuweisungen Dritter. So erwarte die Verbandsgemeinde für das Jahr
1982 Landeszuweisungen in Höhe von 3,6 Mill DM. Angesichts der anstehenden Sparmaßnahmen des Landes seien einige Investitionszuweisungen, die man in den Haushaltsplan eingestellt habe, mit einem Fragezeichen zu versehen.
Abschließend bezeichnete der Bgm. die Verschuldunssituation der Verbandsgemeinde als „noch nicht erschreckend" und verwies auf die Verschuldenssituation anderer vergleichbarer Verbandsgemeinden.
Trotzdem ergebe sich aus der mittelfristigen Finanzplanung für die Zukunft, daß man in den kommenden Jahren nicht mehr alles Notwendige, sondern nur das Notwendigste an neuen Investitionsmaßnahmen finanzieren könne. Er verwies darauf, daß die Verbandsgemeinde an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gelange, und es notwendig sei, die Verbandsgemeindeumlage in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen. Die Verwaltung fühle sich jedenfalls gehalten, aus den Sachzwängen heraus bei der Ausführung des Haushaltsplanes 1982 größte Sparsamkeit walten zu lassen.
STELLUNGNAHMEN DER FRAKTIONEN 1. Für die CDU- Fraktion führte Ratsmitglied (RM) Seul aus, der Haushaltsplan werde immer umfangreicher, und es werde für die ehrenamtlich tätigen Räte, die auch ihren Mann im Berufleben stehen müßten, immer schwieriger, dieses Werk zu bearbeiten. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die erhebliche zeitliche Belastung der Räte. Es habe oft den Anschein, so RM Seul, daß die Öffentlichkeit die Arbeit des Verbandsgemeinderates nur unzureichend einzuschätzen wisse. Er sehe hier die Verpflichtung, auch diesen Teil der Arbeit des Verbandsgemeinderates und seiner Mitglieder deutlicher zu machen und ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken, daß im Verbandsgemeinderat ernste Arbeit geleistet wird. Die Entscheidungen der ehrenamtlichen Ratsmitglieder entspringen ernster Arbeit und seien nicht leichtfertig sondern verantwortlich.
Zum Haushaltsplan 1982 erklärte RM. Seul, das Haushaltsgeschehen in der Verbandsgemeinde Montabaur sei eingebettet in das wirtschaftliche Umfeld, und hier müsse man eine erschreckende Entwicklung der Haushalte der öffentlichen Hand in Bund und Ländern, nachlassendes Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auf Innen- und Außenmärkten, nach wie vor vorhandene inflationäre Entwicklungen, negative Steuerschätzungen, Haushaltssicherungsgesetze in Bund und Ländern und die Durchforstung der Haushalte nach Ausgaben, deren Berechtigung zunehmend bezweifelt werden müsse, konstatieren. Diese Gesamtlage wirke sich auch auf die kleineren Gebietskörperschaften aus und bilde den Hintergrund für die Beratungen des Haushaltsplanes 1982. Der finanzielle Bewegungsspielraum sei nicht mehr vorhanden, was die fehlende freiwillige Zuführung von Mitteln des Verwaltungshaushaltes an den Vermögenshaushalt dokumentiere.
Nach den Worten von CDU-Sprecher Seul ist der Haushalt 1982 zwangsläufig vorherbestimmt durch die Investitionsentscheidungen für den Hauptschulbereich, den Abwasserbereich und den Rathauserweiterungsbau. In allen drei Bereichen handele es sich um langfristig angelegte Entscheidungen, die sorgfältig vorberaten seien. Derartige Investitionsentscheidungen könnten nicht, so RM Seul, beliebig angehalten und wieder angefahren werden. Man habe diese Entscheidungen in schwieriger Phase nun durchzuhalten und müsse versuchen, ohne Schaden über die Hürden zu kommen. Dem Einwand, derartige Entscheidungen müsse man „strecken" und die Belastungen auf mehrere Generationen verteilen, sei entgegenzuhalten, Schülern z.B. sei nicht damit gedient, daß in Etappen von Jahrzehnten optimale Lernbedingungen geschaffen werden, sondern für sie komme es darauf an, daß für ihre eigene Lernzeit vorgesorgt worden sei. Die CDU-Fraktion steht unter diesen Gesichtspunkten nach wie vor zu den Investitionsentscheidungen.
In der gegenwärtigen Situation sei zu fragen, ob das Gesamtbild des Haushaltes den Zwängen angemessen und angepaßt sei.
Der Verwaltungshaushalt sei bei den Personal. - und Sachausgaben auf seine Ausgewogenheit zu prüfen. Die CDU-Fraktion habe sich davon überzeugt, daß hier „am äußersten Rand der personellen Möglichkeiten" gefahren werde.
Die CDU-Fraktion habe sich davon überzeugt, daß bei den sächlichen Verwaltungsausgaben Ausgewogenheit herrsche.
Bei den Schulen sei der unabweisbare Bedarf wegen der Schulneubaumaßnahmen in Montabaur u.Nentershausen zu berücksichtigen.

