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Westerwald-Aktiv - 2 -

INTERVIEW.HEUTE:

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Jedem

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Chance!

Gespräch des Westerwälder $

Lahdtagsabgeordneten

KARL HOPPE, CDU (

mit

Kulturminister Dr. Bernhard Vogel

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MdL Hoppe:

Herr Minister Dr. Vogel, mit Beginn des neuen Jahres gibt es in Rheinland-Pfalz ein neues Schulgesetz. Welche Grundsätze sollen mit diesem Gesetz verwirklicht werden ?

Min. Dr. Vogel:

Die fortschrittliche Bildungs- und Kulturpolitik der CDU will ein Bildungssystem entwickeln, in dem jeder seine An­lagen voll entfalten kann, Benachteiligungen ausgeglichen werden und zu Leistungen angespornt wird. Dabei kommt es mehr auf die Inhalte und Ziele als auf die Organisation der Schule an. Wir wollen, daß unsere Kinder in freiheit­lichem Geiste aufwachsen und daß sie zu mündigen Bür­gern unseres demokratischen Staates werden. Wir wollen, daß die Schule nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch erzieht. Deshalb sind Lehrer und Eltern nicht Gegner, son­dern Partner.

MdL Hoppe:

Was sind die wichtigsten Ziele dieses neuen Ge­setzes ?

Min. Dr. Vogel:

Dieses moderne Schulgesetz verteidigt, was sich bewährt hat und ermöglicht Reformen mit Augenmaß. Chancen­gleichheit, Vielfalt der Bildungswege und Gleichrangigkeit der Schulabschlüsse sind nur einige der Aufgaben, die ge­zielt verwirklicht werden sollen. Den Schülern und El­tern bleibt die Wahl zwischen den verschiedenen Schular­ten und zwischen dem Studien- oder berufsbezogenen Bil­dungsweg. Entscheidend ist: die Wege sind zwar unter­schiedlich, aber gleichwertig. Die getroffene Entscheidung für eine Schullaufbahn kann später wieder korrigiert wer­den. Es gibt keine Sackgasse mehr, weitere Verteilerkrei­se eröffnen neue Möglichkeiten.

MdL Hoppe:

Vieles ist beim Ausbau des Schulwesens in unse­rem Lande erreicht worden. Wo liegen die Schwer­punkte für die nächsten Jahre ?

Min. Dr. Vogel:

Die CDU wird weiter daran arbeiten, den Lehrermangel dort wo er noch besteht, zu beseitigen, die Klassen weiter zu verkleinern, den Ausbau leistungsfähiger Hauptschu­len nach Möglichkeit in Schulzentren zum Abschluß zu bringen und das berufliche Bildungswesen nach dem Ak- i tionsplan der Landesregierung auszubauen. Um den be- hinderten Kindern eine Chance für ihr Leben in der Ge­sellschaft zu geben, muß das Sonderschulwesen nach dem i vorliegenden Entwicklungsplan zügig ausgebaut werden. r Das alles kann aber nur dann in absehbarer Zeit gelingen, wenn die Inflation endlich gestoppt wird und das Wirt­schaftswachstum sich nicht wesentlich verringert.

MdL Hoppe:

Die wirtschaftliche Entwicklung macht die Gren­zen der finanziellen Möglichkeiten deutlich. Wel­che Aufwendungen für die Bildungspolitik hat das Land erbracht ?

Min. Dr. Vogel:

Für den Schulbau sind in den letzten 4 Jahren 672 Mio.

DM an Zuschüssen gegeben worden. Die in besonderem Maße der Chancengerechtigkeit dienende Fahrtkostener­stattung, die stufenweise eingeführte Lernmittelfreiheit und die Ausbildungsförderung erfordern inzwischen jähr­lich über 150 Mio. DM. Auch im Bildungswesen kann nicht alles Wünschenswerte gleichzeitig verwirklicht wer­den, insbesondere auch deshalb nicht, weil die Grenze der Leistungsfähigkeit zunehmend deutlicher wird.

MdL Hoppe: Vielen Dank, Herr Minister