Ausgabe 
10.9.1971
Seite
1187
 
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Bauern mit ihrem Vieh diese ehrwürdigen Räume, deren romanische Architektur heute noch Bewunderung findet.

Ganz in der Nähe der Abtei können wir noch die poeti­sche Quelle St. Gauthier besuchen, beschirmt von einer Statue dieses guten Abbe's. Aus Zwillingsrinnen verläßt das Wasser den Berg um den nahen Bach zu speisen.

Le Cellier, Initiativ-Verband: Beendigen wir unsem Spaziergang mit einem Besuch des "Cellier de l'Hopital". Dieser gewölbte Saal ist der Sitz des Initiativ-Verbandes und gelegentlich der Versammlungsort der verschiedenen Ver eine von Tonnerre. Wir finden ihn auf dem Platz "Mar- guerite de Bourgogne" und zwar in dem Teil der Kapelle, der wie früher erwähnt, im XVIII Jh. von dem Haupt­schiff abgezweigt worden ist. Hier ist ein Platz geschaf­fen, der den Besuchern von Tonnerre die Möglichkeit gibt, sich über alles was historisch oder touristisch von Bedeutung ist, zu informieren, wie das auch heute in al­len unseren Städten als unentbehrlich gilt.

Wie steht es um das Geheimnis DEon?

Eine Studie über Tonnerre kann nicht beendet werden ohne seines berühmtesten Sohnes zu gedenken. Geboren im Jahre 1728 in Tonnerre, erhielt er die Namen Charles- Genevieve-Louise-Auguste-Andree Thimothde Eon oder d Eon. Er machte ausgezeichnete Studien und wurde Doktor des civilen und kanonischen Rechts. Er arbeitete in der Verwaltung widmete sich aber insbesondere der Wissenschaft,den Waffen und der "großen Welt", überall mit Erfolg. Dank seinem Charme und seinem Geiste stehen ihm die berühmtesten Salons offen.

Eine erste Mission in Russland, die er in Frauenkleidern unternommen haben soll (verschiedene Historiker verneinen dieses) ist der Anfang seiner Karriere. Später sichern ihm seine Qualitäten als offizieller Diplomat in Russland die Gunst Louis XV, die Zustimmung der Minister und die Bewunderung aller. Als Dragoner-Offizier nimmt er in Han­nover teil am 7-jährigen Krieg unter dem Kommando des Herzogs von Broglie. Als Adjutant des Herzogs de Nivernois erhält er für die Ausarbeitung des Friedensver­trages von Paris im Februar 1763 das Kreuz St. Louis. Nach London als bevollmächtigter Minister entsandt, führt er dort das Leben eines "Grand Seigneurs". Nach endgültiger Besetzung des Botschafterpostens durch den Grafen de Guer- chy entstehen Unstimmigkeiten zwischen diesen Beiden.

Aber Louis XV bewahrt ihm seine Gunst und beauftragt ihn sogar mit der sehr geheimen Mission der Vorbereitung seiner Landung in England.

Eines Tages aber gehen Gerüchte bezüglich seines Sexes um, ausgestreut von seinen Feinden, sie wollten ihn durch Zweifel an seiner Mannheit vernichten. Zunächst zeigt sich d'Eon wütend, aber dann läßt er alles gehen und später proklamiert er sich selbst, als Frau. Man versteht wohl diese Entscheidung als Wunsch nach Publicität. Nachdem er seine Rückkehr nach Frankreich wünscht, ver­mittelt ihm ein Herr Beaumarchais einen Kompromiß mit Louis XVI, wonach der König ihn nach Frankreich zurückkommen läßt und ihm seine Protektion verspricht unter der formellen Bedingung, daß d'Eon in Frauenklei­dern dort leben wird. D 'Eon kommt nach Frankreich zurück und lebt die meiste Zeit in Tonnerre von 1779- 1785. 1785 geht er nochmals nach England um einige zurückgelassene Angelegenheiten zu regeln aber mit dem Willen nach Hause zurückzukehren, um da sein Leben zu beschließen. Er sollte nie mehr dahin zurückkehren.

In England lebte er, ohne irgendwelche Differenzen, als Frau, führte aber mehr und mehr ein unstetes Leben nach Wegfall der ihm von seinem König zugesicherten Pension.

In seinen letzten Jahren kam er ins Elend. Er verstarb im Jahre 181o bei einer alten Freundin, die vollkommen über­rascht war, nach seinem Tode zu erfahren, daß sie mehre­re Jahre mit einem Manne zusammen gelebt hatte.

Zwei Geheimnisse stehen also über dieser Existenz, das erste bezüglich seiner Mission in Russland in Frauenkleidern, das zweite wegen der Beharrlichkeit mit der d'Eon seine Weiblichkeit verteidigte.

Das ist, befreit von romantischen Fantasien, die erstaun­liche Karriere des Ritters d 'Eon, der sonderbaren Persön­lichkeit, die heute noch Geschichtsamateure in Atem hält.

Ende.

SPD-Ortsvereinsvor stände

Montabaur und Horressen tagten gemeinsam

Auf Einladung der Ortsvereinsvorsitzenden E. Witte, Monta­baur und G. Hannappel, Horressen, waren die Ortsvereins­vorstände zusammengekommen, um gemeinsame Probleme zu erörtern.

Wesentlicher Beratungsgegenstand war der Stand des An­schlusses von Nachbargemeinden an die Stadt Montabaur.

Zu diesem Punkt berichtete E. Witte, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion: Auf Grund von Gemeinderatsbeschlüs­sen wollen die Nachbargemeinden Horressen und Eschel­bach, sowie die Gelbachtalgemeinden Wirzenborn, Recken­thal, Bladernheim und Ettersdorf sich auflösen und in die Stadt Montabaur eingegliedert werden. Der Stadtrat von Montabaur hat dem zugestimmt. Nach der von der Auf­sichtsbehörde auszusprechenden Auflösung der anschlußwilli-

f en Gemeinden ist die Neuwahl des Stadtrates von Monta- aur notwendig. Als Wahltermin war zunächst der 24. Io. 1971 genannt worden. Neuesten Informationen zufolge will die Landesregierung in Mainz die gemeindlichen Zusammen­schlüsse aber erst zu einem späteren Zeitpunkt wirksam werden lassen. Der neue Stadtrat soll nunmehr, nach Bil­dung der Verbandsgemeinde Montabaur durch Gesetz, ge­meinsam mit der Verbandsgemeindevertretung für die Verbandsgemeinde Montabaur gewählt werden.

Nach den Vorstellungen in Mainz soll der Wahltermin im April 1972 liegen. Durch die Verschiebung des Wahlter­mins vom Oktober 1971 in den April 1972 können nunmehr auch die beabsichtigten Verhandlungen wegen des An­schlusses der Nachbargemeinde Eigendorf an die Stadt Montabaur ohne Zeitdruck anlaufen.

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Die beiden Ortsvereinsvorstände kamen in Anbetracht der I bevorstehenden kommunalen Neuordnung überein, die I

Vorbereitungen für den organisatorischen Zusammenschluß 1

der Ortsvereine zu treffen. Entsprechende Beschlußvor- f

Schläge werden den für Oktober 1971 vorgesehenen Mit- | gliederversammlungen unterbreitet. T

Die Vorstände nahmen davon Kenntnis, daß auch im Be- f reich des Ortsvereins Montabaur im Jahre 1971 ein erfreu- 11 licher Mitgliederzugang zu verzeichnen war. j

Schließlich kamen die Ortsvereinsvorstände überein,die 1

Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der SPD-Ortsvereine im |

Bereich der künftigen Verbandsgemeinde Montabaur vorzu- ? bereiten. |

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MITTEILUNGEN

Kreisverwaltung Unterwesterwald j

Ermittlung der f

Agrarstruktur im Unterwesterwaldkreis ft

Der Unterwesterwaldkreis hat die Landsiedlung Rheinland- j;

Pfalz GmbH, Koblenz, beauftragt, in den vorwiegend :

landschaftlich orientierten Kreisteilen eine agrarstruktu- \\

relle Vorplanung nach den hierzu ergangenen Bundes-und {

Landesrichtlinien durchzuführen. 1;

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Im Rahmen dieser Untersuchung, die vom Bund und vom t Land finanziell gefördert wird, sollen die Entwicklungsmög- j; lichkeiten der Landwirtschaft, der gewerblichen Wirtschaft, fj des Fremdenverkehrs, des Wohnungsbaues und bei den!

öffentlichen Einrichtungen der Gemeinden unter besonderer !j Berücksichtigung des äußerst akuten Sozialbrache-Problems ]' sorgfältig geprüft und Vorschläge für die landeskulturelle Neuordnung erarbeitet werden. j

Um verläßliche Angaben über die agrarstrukturellen Ver- { hältnisse zu erhalten, wird die Landsiedlung Rheinland- ) Pfalz in den nächsten Wochen örtliche Erhebungen durch- f führen, in die alle landwirtschaftlichen Betriebe, die f

2,o ha und mehr bewirtschaften, einbezogen sind. Dabei L werden die Betriebsleiter einzeln zu einem kurzen Gespräch |l aufgesucht. Die Befragung wird ausschließlich dem vorbe- 1, zeichneten Zweck dienen und unterliegt, da es sich um sta* 4 tistische Feststellungen handelt, den Geheimhaltungsbestinr i mungen. xj