Ausgabe 
10.9.1971
Seite
1188
 
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Wußten Sie schon...

daß am 18. Oktober 15o5 Kaiser Maximilian I. (1493-1519) in Montabaur mit 5oo Rittern und Reisigen zu Pferd in Begleitung des Landesherrn, des Trierer Erzbischofs Jakob II. von Baden (15o3- 1511) einzog. Der Erzbischof hatte ein Gefolge von 4o Mann zu Pferd. Der Kaiser übernachtete mit seiner Begleitung auf der Montabaurer Burg, der Erzbischof nahm mit seinem Gefolge im Pfarrhaus Quartier. Am nächsten Tag nahm der Kaiser mit dem Erzbischof auf der Burg die Mahlzeit ein.

Zu dieser machte der Montabaurer Stadtrat dem Kaiser ein Fuder, dem Landesherrn 2 Ohm Wein zum Geschenk. Des Kaisers Begleitmannschaft nahm an dieser Mahlzeit nicht teil. Die Grafen, Ritter und Edlen fanden vielmehr bei den Bürgern in der Stadt Quartier und Kost, die sie jedoch jeder selbst bezahlen mußten. Später machte sich Kaiser Maximilian mit seiner Begleitung auf den Weg nach Limburg, wobei ihm der Erzbischof Jakob II. mit seinem Gefolge ein Stück des Weges das Geleit gab.

.... daß der Herzog Hermann von Schwaben (+949), an den in Montabaur die "Hermannstraße" erinnert, die Kirche in Hum bach/Montabaur mit ihrem ausgedehnten Sprengel dem Marienkloster in Koblenz schenkte. Dieses aus dem Koblenzer Kö­nigsgut hervorgegangene Marienstift gewann durch diese Schenkung des Zehnten der zu seiner Burg Humbach gehörenden Mutterkirche im südlichen Teil des Engersgaues stark an Bedeutung. Herzog Hermann war einer der größten Gönner und Förde­rer des Koblenzer Marienstiftes, das eins der wohl­habendsten des gesamten Erzstifts Trier wurde. Um 948 wurden Reliquien des heiligen Priesters Florin,- nicht: "Florian, wie es irrig auf dem ausgehängten Grundriß an dem letzten Pfeiler der Montabaurer Pfarrkirche heißt,- von dessen Wirkungs- und Bei­setzungsstätte Remus im Vintschgau (Graubünden/ Schweiz) in das Koblenzer Marienstift überführt. Damit wurde St. Florin Mitpatron des Stiftes. Humbach/Montabaur war der Mittelpunkt des Zehntbezirks des Koblenzer St. Florinstiftes im Westerwald.

daß der Trierer Erzbischof Arnold II. aus dem Westerwälder Geschlecht der Isenburg (1242-1259) gute Beziehungen zu den Niederlanden unterhielt.

So war König Wilhelm von Holland, den die rheinischen Erzbischöfe 1247 zum Gegenkönig gewählt hatten, einige Zeit als sein Gast auf der Burg Montabaur. Dann aber geriet er mit ihm in Streitigkeiten, als der Holländer die Zahlung eines von Arnold neu eingerichteten Rheinzolls verweigerte. Arnold selbst starb am 5. November 1259 auf seiner Burg in Montabaur. Er ist aber nicht der einzige der Trierer Erzbischöfe, die in der Trierer Nebenresidenz Montabaur starben.

daß die Straßenbezeichnung "Rebstock" in Monta­baur von einem Hausnamen entlehnt wurde. So wird noch 1589 das "Haus der Rebenstuck" genannt. Als Familienname "Rebestocker tritt er 1387 auf, im "Rebestock" heißt er 1468. Am 26.Juni 145o heißt es in einer Testamentssache, daß die Testatarin den Dominikanern einen Schilling jähr­liche Gülte ließ, der ihr von dem Haus zufiel, das einst Andreas in dem Rebestock gehörte und Bruder Pote vom Dominikanerkloster als Terminierer zu Montabaur bewohnte. Distriktsbezeichnungen "Rebstock" treten jedoch auch im unteren Wester­wald auf. Ältere Montabaurer werden sich noch der stattlichen Rebstöcke an einem Haus in der Montabaurer Bahnhofstraße (gegenüber der Amtsapo­theke), an einem Haus am linken Straßenaufgang des Rebstocks zum Montabaurer Schloß wie auch an einem Haus am Amtmannsgarten erinnern.

Mons Tabor, kleine Stadt

Im Glast versunken liegst du,kleine Stadt, die meine große Liebe hat.

Du bist, umrahmt von zaubrisch schöner Welt, Vergangenheit und Zukunft, lichtumhellt,

Mons Tabor, zur Verklärung auserwählt.

Wie war sie wundervoll, die Jugendzeit im Städtchen, in den Wäldern weit, und, wo zuhaus der Mutter Güte schwang, nur Heimatstolz des Vaters Wort durchdrang.

Ich lausche sinnend unvergess'nem Klang.

Nun führt mich Heimwehkranken hier der Weg, den Bach hinüber auch der Steg.

Du nimmst mich zärtlich auf in deine Hut. Schon hör ich Heimatlaute, klar und gut. Schenk kurze Weile, daß das Herz ausruht!

Aus offnen Fenstern grüßt der Blumen Flor, darüber schwebend Glockenchor- Die lange Lebensreise ohne Rast.

Die Ferne log; blieb einzig Leere, Last.

Die Heimat gab, was du besessen hast.

Umbranden Hast und Lärm auch unsre Zeit, du ruhst in der Unzeitlichkeit.

Du bist im Zauber, der verklärt dich hat, mit Kirchen, Gassen, der Burg auf hohem Grat: Mons Tabor, meine Liebe, kleine Stadt.

Walter Kalb

VEREINSMITTEILUNGEN

TuS Montabaur berichtet: - Fußball -

Erneute Niederlage der I. Mannschaft

Am vergangenen Sonntag mußte die TuS-Elf wiederum ei­ne Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft war zu Gast in Asbach.

Von Beginn an spielte Montabaur defensiv und versuchte, mit schnellen Vorstößen eine Entscheidung zu erzwingen.

In der 1. Spielhälfte ging das Konzept auf. Mit o:o Unent­schieden ging man in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff drängte Asbach noch stärker und kam in der 5o. Minute zum 1. Treffer. TuS-Torwart v.Janta war nicht ganz im Bilde.

Montabaur hatte danach noch einige gute Chancen, konnte diese jedoch nicht verwerten. Kurz vor Spielende gelang Asbach dann der 2. Treffer zum 2 : o Sieg.

Durch diese Niederlage fiel Montabaur ins Mittelfeld zurück. Am kommenden Sonntag muß dieElfinGüllesheim antreten. Wiederum ein sehr schweres Auswärtsspiel. Die Spieler müssen schon alle Kräfte aufbieten, um hier evtl, ein Unentschieden zu erreichen.

TuS Montabaur II - SG Malberg I o:3

Die II. Mannschaft des TuS hatte die starke I. Mann­schaft der SG Malberg zu Gast. Montabaur konnte das Spiel zunächst ausgeglichen gestalten, mußte sich dann aber der spielerischen Überlegenheit der Malberger beugen. Am kommenden Sonntag ist die Elf in Rappach-Goldhausen zu Gast.

Jugendspielergebnisse:

A-Jugend: TuS Montabaur - Steinefrenz 1:3

B-Jugend: VfL Neuwied - Montabaur o:lo

C-Jugend TuS Montabaur - Glas-Chemie III 7:1

D-Jugend: Niedererbach/Dreikirchen-Montabaur 1:1

D-Jugend: Montabaur II - Nauort o:7

HANDBALL . . ,

Wie sicherlich' allgemein bekannt, entsteht in Montabaur in unmittelbarer Nähe der Joseph-Kehrein-Schule, eine neue Turnhalle.

Den Neubau dieser Halle hat der TuS-Vorstand zum Anlaß genommen, eine Handballabteilung aufzubauen.Personen, die an der Mitwirkung in dieser Sportart interessiert sind, können sich beim 1. Vorsitzendenden Foerster, Montabaur,