Ausgabe 
9.7.1971
Seite
1086
 
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|« n stwo der Gemarkung verbotenerweise abgelagert

Ivird,

lUnter den Begriff des Sperrgutes fallen ausschließlich Le in Haushaltungen gelegentlich anfallenden sperrigen Gegenstände, die sich nicht in den Müllgefäßen unter- Ibringcn lassen oder wegen ihrer Art und Beschaffenheit diesen nicht beigefüllt werden dürfen, weil hierdurch [Beschädigungen an der Mechanik des Müllwagens ver- lursacht werden können.

hu dem Begriff "Sperrgut" gehören u. a. Möbelstücke,

Sessel und Liegemöbel, Matratzen, Öfen, Ofenrohre, (Teppiche in gerolltem und verschnürtem Zustand, Kinder­tagen, Fahrräder und sonstige sperrige Haushaltswagen, [Verpackungsmaterial aus Holz und Pappe soweit diese flach zusammengelegt und zu handlichen Packs verschnürt sind.

Ausgeschlossen von der Sperrgutabfuhr sind sämtliche [Abfälle, Verpackungsmaterialien und Gegenstände aus gewerblichen Betrieben, Kraftfahrzeuge oder deren Zube­hör und Ersatzteile, ferner Bauelemente, Bauschutt, Fla- Isehen, Einmachgläser, Blumentöpfe oder ähnliche Dinge.

[Die Sperrgüter sollen auf dem Bürgersteig an der Bord- fsteinkante derart bereitgestellt werden, daß eine Straßen- IVerunreinigung sowie eine Verkehrsgefährdung oder -behin- |derung unterbleibt.

gez. Frink, Bürgermeister.

ELGENDORF

| Elternabend

in der Verbandsschule Horressen - Eigendorf

Am 16.6.1971 fand in der Verbandsschule ein Elternabend statt. Es waren fast 2oo Mütter und Väter erschienen, eine erfreuliche Tatsache!

Zuerst hielt Herr Henges von der Sonderschule für Lern­behinderte in Wirges einen lehrreichen Vortrag über die Legasthenie.

Der Vortrag war gegliedert in vier Abschnitte:

1. ) Was ist Legasthenie?

Unter Legasthenie versteht man die Unfähigkeit .trotz | normaler Begabung richtig zu lesen und richtig zu schrei­ben. Leg asthenische Kinder sind int der Regel weder dumm | noch faul, leiden aber unter einer auffalenden Schwäche ta Erlernen des Lesens und indirekt auch des Rechtschrei­bens, bei sonst intakter oder relativ guter Intelligenz»

2. ) Anzeichen für 1 e g asthe nische Störungen

ausgelassen.

3. ) Die Ve r ur sachungs m om e nt e einer

Legasthen ie .

Die Wissenschaft hat bis heute noch nicht mit absoluter Sicherheit feststellen können, wodurch die Legasthenie entsteht. Durch Untersuchungen hat man eine Reihe von Faktoren festgestellt, die den Verlauf einer Legasthe­nie ungünstig beeinflussen können. Als solche kommen in Frage:

a) Das Zusammentreffen von Linkshändigkeit und mangelhafter Sprachentwicklung.

b) Hirnschädigungen, die oftmals eine spontane Besse­rungstendenz verhindern.

c) Der Sozialstatus. Es besteht eine enge Verbindung zwischen dem Auftreten einer Legasthenie und der Berufsausübung der Mutter, der Geschwisterzahl oder dem Leseinteresse der Eltern.

4. ) Hilfe für legasthenische Kinder

Grundsätzlich ist die Diagnose und Behandlung einer Legasthenie Aufgabe des Psychologen oder des geschul­ten Pädagogen. Da es jedoch an solchen Fachleuten mangelt, müssen wohl oder übel die Eltern den Kindern helfen.

Dafür sind folgende Übungen empfehlenswert:

a) Sprechübungen: Ein Text wird akzentuiert und ar­tikuliert vor- und dann nachgesprochen.

b) Lautierübungen.

c) Silbentrennen.

d) Konzentrationsübungen.

e) Schulung des Gedächtnisses durch Erlernen von Sprichwörtern.

f) Beschleunigung des Arbeitstempos.

g) Klopfübungen

h) Fleißiges Üben im Erkennen und Schreiben ganzer Wortbilder.

i) Tägliches Auswendiglernen und Schreiben eines kleinen Satzes.

j) Ausfüllen von fehlenden Wörtern in Lückentexten.

k) Sammeln fehlerhaft geschriebener Wörter in einer Liste.

Wichtig ist, daß das Kind bei all diesen Übungen nie unter Zeitdruck stehen darf. Derselbe Text soll öfter gelesen werden, damit sich die Freude am Erfolg ein­stellt.

Nach der Pause hielt Herr Greif ein Referat über die Verkehrserziehung in der Schule

a) Optische Anzeichen:

Sehr häufig ist die Links-Rechts-Unsicherheit beim op­tischen Auffassen. Die linke oder rechte Seite eines Blattes oder Heftes können nach Aufforderung nicht gezeigt wer­den.

Bildergeschichten werden von rechts nach links gelegt.

Das Kind vermag die Uhr nicht zu lesen, weil ihm die Zeiger verkehrt herumlaufen.

Fehler, die in diesem Zusammenhang auftreten, sind:

das seitenverkehrte Schreiben von Blockbuchstaben und

Ziffern, die Neigung, beim Zusammenschleifen von

2 Buchstaben mit dem zweiten zu beginnen,

die Neigung zum Umstellen von Silben,

die Reversionen und Inversionen von Buchstaben,

das Vertauschen von Zehner- und Einerstellen beim Zah-

knlesen.

Die 17.000 Verkehrstoten des Jahres 197o erinnern alle Lehrer und Eltern daran, daß sie der Verkehrserziehung der Kinder große Sorgfalt zukommen lassen.

Die Kinder müssen intensiv und geduldig mit dem Ver­kehr vertraut gemacht werden. Das beginnt mit dem Augenblick, da das Kind laufen kann. In diesem Alter kann natürlich noch keine Wissensvermittlung stattfin­den, Stattdessen ist das Kind hellhörig zu machen. Es ist aufmerksam zu machen auf die Einrichtungen des Verkehrs in Stadt und Dorf. Der junge Mensch muß im Alter von fünf Jahren wissen, welche Aufgaben Über­wege, Fahrradwege, Ampeln und Polizisten haben.

Beim vorschulpflichtigen Kind sind außerdem die wich­tigsten Verkehrszeichen einzuprägen, der Schulweg ist einzuüben, das Überqueren der Straße ebenso.

Akusto-motorische Anzeichen:

Das Heraushören einzelner Laute aus einem Wort ist er­schwert. Die Kinder leiden unter Wortfindungsschwierig­keiten, d.h. sie suchen oft minutenlang nach einem be­stimmten Wort.

kgasthenische Kinder können vorgesprochene Muster Manchmal nur mit Mühe aus der Umwelt entnehmen.

Sie Versprechen sich häufig und vermögen beispielsweise scchzehnsilbige Sätzchen nicht nachzusprechen.

Häufig werden auch Silben, Wörter und ganze Satzteile

Herr Greif appellierte an die Eltern, ihre Kinder durch ihr Vorbildsein zu sicheren Verkehrsteilnehmern zu erziehen. Nur so können wir die Kinder vor den Gefah­ren des Straßenverkehrs schützen und die ständig stei­gende Todeskurve zum Stillstand bringen oder gar nach unten zwingen.

Im Anschluß daran zeigte Herr Gey zwei Filme, in denen Kinder als Fußgänger und Radfahrer im Straßen­verkehr gezeigt wurden. Er sprach dann noch über die