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Montabaur, 26.4.71, oo,o5 Uhr.
Ein Pkw-Fahrer der in Montabaur die Eschelbacherstraße befuhr, kam vermutlich infolge zu hoher Geschwindigkeit und unter Alkoholeinfluß stehend, ins Schleudern und stieß zunächst gegen einen Straßenbaum, dann gegen einen parkenden Pkw und überschlug sich anschliessend. Eine Blutprobe mußte ihm entnommen werden.
Kreisetat 1971
Ein Haushalt der Temperamentlosigkeit
Als einen Haushalt der Temperamentlosigkeit, bezeich- nete Landrat Dr. Heinen den Kreisetat 1971. Der Haushalt, der im ordentlichen Teil mit 25.677.91o DM in Einnahmen und Ausgaben und im außerordentlichen Teil mit 4.47o.2oo DM in Einnahmen und Ausgaben abschließt, sei gekennzeichnet durch nahezu ausgeschöpfte Möglichkeiten zur Kreditaufnahme, aufgebrauchte Rücklagen, Unfähigkeit zur Bildung neuer Reserven und eine angespannte Kreisumlage. Andererseits stehe der Kreis vor einem stetigen Aufgabenzuwachs und dem sich daraus ergebenden ansteigenden Finanzbedarf.
Nur ein sorgsames Abwägen bei der Aufstellung der Haushaltspläne könne daher gewährleisten, daß die notwendigen Maßnahmen durchgeführt werden können und andererseits noch ein geringer finanzwirtschaftlicher Spielraum für die zu erwartenden neuen Aufgaben in der Zukunft verbleibe.
Landkreise nicht zu erklären sei. Eine vom Landkreistag veranlaßte Untersuchung habe ergeben, daß das Finanzgefälle zwischen kreisfreien Städten und dem ländlichen Kommunalbereich weiter verschärft werde. Es sei daher dringend zu hoffen, daß die Landkreise bei einer bevorstehenden Novellierung des Finanzausgleichsgesetzes wieder besser gestellt werden, da die Aufgabenverwirklichung bei den Landkreisen nicht hinter der der kreisfreien Städte zurückstehen dürfe.
Verbesserung der Lebensverhältnisse u. bürgernahe Verwaltung
Sein Bemühen um bessere Lebensverhältnisse und eine bürgernahe Verwaltung versprach Landrat Dr. Heinen anläßlich seiner Bestätigung durch den Kreistag des Unterwesterwaldkreises am 21.4.1971.
Er bekannte sich zu einer möglichst transparenten Verwaltung und einem bürgerfreundlichen Stil, der erkennen lasse, daß die Verwaltung ausschließlich im Dienste des Bürgers handele. Zur Stellung des Landrats in Rheinland-Pfalz erklärte er, der staatliche Landrat mit gleichzeitiger kommunaler Funktion biete die gute Chance eines Ausgleichs zwischen verschiedenen Interessen in der staatlichen und kommunalen Verwaltung.
Als allgemeiner Vertreter der Landesregierung auf der unteren Ebene sei der Landrat gehalten, in Gesamtverantwortung für das Kreisgebiet ausgleichend, koordinierend und einwirkend tätig zu sein. Er bat die Kreisgremien, ihm dabei zu helfen, das Vertrauen zwischen Bürger und Verwaltung zu vergrößern.
Es sei mehr denn je schwer gewesen, das Notwendige gegenüber dem Wünschenswerten abzugrenzen und es mit dem finanziell Möglichen abzustimmen. Trotz des Anlegens strenger Maßstäbe sei aber der Ausweg in eine weitere Verschuldung unausweichlich geblieben. So habe das gesamte Straßenbausonderprogramm in den außerordentlichen Haushalt aufgenommen werden müssen und es sei heute noch nicht absehbar, wie der in der mittelfristigen Investitions- und Finanzplanung für die Zeit bis 1974 vorsichtig geschätzte Investitionsbedarf in Höhe von rund 3o Mio. DM gedeckt werden solle.
Im ordentlichen Haushalt sind folgende Ausgaben enthalten:
Allgemeine Verwaltung Öffentl.Sicherheit und Ordnung
Schulen 3
Kultur
Soziale Angelegenheiten 15 (davon 9 Mio. DM Lastenausgleich)
Gesundheitspflege Bau-u. Wohnungswesen 2
Öffentl. Einrichtungen- Wirtschaftsförderung Wirtschaftl. Unternehmen Finanzen und Steuern
1.453.33o DM
488.810 DM 3ol.92o DM 35.9oo DM 948.480 DM
566.45o DM 857.590 DM
637.940 DM 6.000 DM 381.490 DM
8,7 v.H.
2,9 v.H.
19.8 v.H. o,2 v.H.
41.8 v.H.
3,4 v.H. 17,1 v.H.
3,8 v.H.
2,3 v.H.
Im außerordentlichen Haushalt sind folgende Maßnahmen veranschlagt:
Neubau eines Verwaltungsgebäudes in Montabaur,
Neubau der Realschule Montabaur,
Hergabe von Instandsetzungsdarlehen,
Hergabe von Wohnungsbaudarlehen und Straßenbaumaßnahmen.
Für diese Maßnahmen sollen 4.47o. 2oo DM ausgegeben werden. Dieser Betrag liegt um 4.95o. 9oo DM unter den außerordentlichen Ausgaben des Jahres l97o. Dies erklärt sich daraus, daß der überwiegende Kostenanteil für den Neubau der Realschule in Montabaur im Jahre 197o aufgebracht wurde.
Im Zusammenhang mit dem Haushaltsplan beschäftigte sich der Landrat auch kritisch mit der Situation des kommunalen Finanzausgleichs in Rheinland-Pfalz. Er stellte fest, daß sich der Anteil der Landkreise an den Schlüsselzuweisungen des Landes von ursprünglich 4o v.H. auf jetzt 35 v.H. zu Gunsten der kreisfreien Städte verringert habe. Er wies dabei darauf hin, daß dies mit Rücksicht auf den steigenden Finanzbedarf auch der
Zu seinen Vorstellungen im Bereich der Kreispolitik erklärte der neue Landrat, es gehe darum, die sozialökonomischen Voraussetzungen so zu gestalten, daß jeder aus eigener Kraft sich bestmöglich entfalten könne. Daher müßten die Wirtschaftsbetriebe gesund erhalten werden und neue Betriebe auch solcher Branchen angesiedelt werden, die bei unterschiedlichem Konjunkturverlauf einen Ausgleich schaffen könnten.
Das immer noch starke Zurückbleiben des Unterwesterwaldkreises im durchschnittlichen Industrieumsatz hinter den Werten des Landes verbiete es, davon zu sprechen, daß es sich um einen "reichen Kreis" handele, der keiner Wirtschaftsförderung bedürfe. Zu einer Strukturverbesserung gehöre auch ein weiterer Ausbau des Schulwesens. Hier sagte der Landrat Initiativen im Bereich der Gymnasien, Realschulen und Sonderschulen zu. Einene weiteren Schwerpunkt sieht er im berufsbilden-, den Schulwesen und in der Erwachsenenbildung. Darüber hinaus versprach er ein Engagement für den Bau von Kindergärten und die Schaffung von Krankenbetten sowie eine Intensivierung der Altenpflege. Das weitere Engagement soll dem Sportstättenbau und der Förderung sportlicher Veranstaltungen überhaupt gelten, wobei er den Sportstättenleitplan des Sozialministeriums für den Unterwesterwaldkreis begrüßte.
Im übrigen versprach er eine Fortsetzung der Bemühungen im Bereich des Fremdenverkehrs, wobei er sich insbesondere für den Ausbau der Naherholungszentren ersetzen möchte.
Alle erforderlichen Maßnahmen können nach Meinung des Landrats in der richtigen Abstimmung und Reihenfolge nur durchgeführt werden, wenn ihnen eine systematische Planung zugrunde liegt. Er schlug daher vor, in Ergänzung der Raumordnungspläne einen Kreisentwicklungsplan zu erstellen, aus dem sich die Grundlagen für die Gestaltung des Kreises und die Beurteilungskriterien für die Festlegung der Prioritäten bei den einzelnen Maßnahmen ergeben.
"Der Zarewitsch"
Franz Lehars Meisterwerk als Gastspiel des "Wiener Operetten-Theaters" in Montabaur, Festsaal d.Jos.Kehr- ein-Schule am lo. Mai 1971.
Am 23. Juli 197o meldete sich bei einem Wiener Reisebüro der Leiter einer großen amerikanischen Reisegesellschaft, die auf ihrer Europa-Tour Österreich besuchte. "Meine Leute möchten gerne eine echte Wiener Operette sehen - am liebsten den "Zarewitsch'".

