Ausgabe 
16.4.1971
Seite
922
 
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Bequem zahlen - vom Girokonto

Man sagt zwar, und dieses Sprichwort gilt auch heute noch, beim Geld höre der Spaß auf, meint damit aber keineswegs auch die Bequemlichkeit im Umgang mit Geld. Sie braucht darunter nicht zu leiden. Einen zahlenschweren Beweis hier­für erbrachte die

Kreissparkasse Unterwesterwald, Montabaur Nach Angaben der Kreissparkasse wurden nämlich von ihr 1970 insgesamt 379.751 Aufträge im Überweisungsverkehr ausge­führt. Also rund 380.000 mal sparte man Wege und Zeit und zahlte bequem vom Schreibtisch aus. Und die Zahl derer, die sich den Geldverkehr auf diese Weise bequem machen, steigt von Jahr zu Jahr.

Noch bequemer macht es dem, der Zahlungen vorzunehmen hat, der Lastschrifteinzugsverkehr. Eine einmalige, widerruf­liche Einzugsermächtigung an den Zahlungsempfänger für gleichbleibende periodische Zahlungen erübrigt sogar die im sonstigen Überweisungsverkehr erforderliche Schreibtischar­beit. Die Zahlung im Lastschrifteinzugsverfahren wurde in­zwischen so beliebt, daß im vergangenen Jahr das Anwachsen des Lastschrift- und Scheckeinzugsverkehrs die relative Zu­nahme des Überweisungsverkehrs bei der Kreissparkasse über­flügelte.

Alle Anzeichen deuten daraufhin, daß auch in Zukunft der bargeldlose Zahlungsverkehr - weil er so bequem ist - weiter erheblich wachsen wird.

Polizeibericht

Montabaur, den 10.4.1971, 12.50 Uhr

Pkw-Fahrerin befuhr die B 49 aus Richtung Koblenz kommend in Richtung Stadtmitte. Als sie bei km 20,214 nach links ab- biegen wollte, kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Pkw, der bereits zum Überholen angesetzt hatte. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Personen wurden keine verletzt.

Gackenbach, 12.4.1971, 24.00 Uhr

Ein bisher noch unbekannter Pkw-Fahrer fuhr "Im Vasem 47" gegen den Gartenzaun eines Anwesens und beschädigte die­sen auf einer Länge von 25 m. Der Fahrer entfernte sich von der Unfallstelle, ohne sich um den angerichteten Sachschaden zu kümmern.

Zeugen, die Angaben über den Fahrer oder das Fahrzeug ma­chen können, werden gebeten, sich beim Gendarmerie-Kom­mando in Montabaur zu melden.

Eigendorf, 13.4.1971, 12.50 Uhr

Kradfahrer befuhr die K 15 von Eigendorf, Ortsmitte, kommend in Richtung Baumbach. Bei km 9,734 wollte er nach links ab- biegen. Hier kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Pkw, der zum Überholen des Kradfahrers angesetzt hatte. Der Krad­fahrer wurde erheblich verletzt. Er mußte in das Krankenhaus Montabaur eingeliefert werden. An beiden Fahrzeugen ent­stand Sachschaden.

Montabaur, 13.4.1971, 16.45 Uhr

Zu einem Verkehrsunfall auf der B 255 kam es, als ein Pkw- Fahrer von der BAB Frankfurt kommend, ohne die Vorfahrt eines auf der B 255 fahrenden Pkw-Fahrers zu beachten, auf die B 255 auffuhr. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. Personen wurden keine verletzt.

Vermerk:

ln der Zeit des Osterreiseverkehrs ereigneten sich im Zustän­digkeitsbereich der Gendarmerie des Unterwesterwaldkreises 22 Verkehrsunfälle, bei denen 3 Personen schwer und 1 Person leicht verletzt wurde.

STOP !

lautet das neue Verkehrszeichen, vor dem angehalten werden muß, um die Vorfahrt zu gewähren, sagt Oberamtsanwalt Feilen von der Bezirksverkehrswacht Montabaur. Stop müß­te auch all denen gesagt werden, die trotz neuer StVO, sich nicht an die Verkehrsregeln halten* Die ersten 2 Wochen nach Inkrafttreten der neuen StVO, verhielten sich die meisten Kraftfahrer abwartend und zögernd*Die neuen Regeln wurden zufriedenstellend befolgt. Die Unfälle verminderten sich. In­zwischen sind viele Verkehrsteilnehmer wieder in ihre alten Sünden zurückgefallen, von denen an erster Stelle die Unauf­merksamkeit dominiert.

Denken Sie an Ihre Familie und Ihre Mitmenschen, mahnt

Feilen und beachten Sie, wie ein Lokführer bei der Bahn, mit größter Aufmerksamkeit die Verkehrszeichen. Nur so können Sie dazu beitragen, daß das Unfallrisiko vermindert wird.

Wenn es auch schwer fällt, sich an Vorschriften zu gewöh­nen, so sind sie im Straßenverkehr unumgänglich, meint Kreisgendarmeriechef Peter Rombach, Montabaur.

Die neue StVO, ist kein Buch mit sieben Siegeln. Sie gibt jedem Verkehrsteilnehmer, der guten Willens ist die Mög­lichkeit, sich schnell und einfach die Verkehrsregeln anzu­eignen. Noch ist es auch für diejenigen Zeit, die noch nicht den Dia-Mustervortrag der Bezirksverkehrswacht gehört haben. Achten Sie auf die Presseveröffentlichungen.

Denken Sie auch daran, daß mit Standlicht nicht mehr ge­fahren werden darf, erwähnt Günter Holly, Vorsitzender der Bezirksverkehrswacht. Auch das "deutlich'Fahren" sollte viel mehr praktiziert werden. Achten Sie vor allem auf die Gefahrenzeichen. Sie werden nicht ohne Grund aufgestellt. Auch das Schild "abknickende Vorfahrt" - dicke gekrümte schwarze Linie mit 2 dünnen Balken - sagt Polizeichef Schmitt, Montabaur - ist vielen Kraftfahrern nicht geläufig. Hier wird der Verlauf einer Vorfahrtstraße bekanntgegeben. Wer ihm folgen will, muß dies rechtzeitig und deutlich an­kündigen. Hierbei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benut­zen.

Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Bezirksverkehrs­wacht und Presse, betont Oberamtsanwalt Feilen, war es bisher möglich die Unterrichtung einer sehr großen Bevölke­rungsschicht über die neuen Verkehrsregeln herbeizuführen.

Es ist der dringende Wunsch aller, sagt Feilen, daß der Straßenverkehr sicherer und gefahrloser wird.

Darum bemühen auch Sie sich, die neuen Verkehrszeichen zu beherrschen und durch Ihr Verhalten zu einer größeren Sicherheit beizutragen. Fahren Sie mit Verstand und Gefühl und Sie können der Zukunft beruhigt ins Auge sehen.

Tropenurlaub erholsam ?

Für jemanden, der sich im Urlaub erholen möchte, sind die Tropen in der Regel nicht das Richtige. Wie die Bar­mer Ersatzkasse (BEK) in der neuesten Ausgabe ihrer Mit­gliederzeitschrift berichtet, stellt eine ausreichende Klima­anpassung sich selbst bei einem kerngesunden Menschen mit bester Kondition erst nach mehreren Wochen ein. Der Tou­rist aber kann sich während eines Kurzaufenthaltes nicht voll auf das tropische Klima umstellen. So ist ein kurzer Tropen­aufenthalt eine mehr oder weniger starke Belastung für den Organismus, manchmal sogar ein wirklicher Streß, von Er­holung ganz zu schweigen.

Sieben Liter pro Minute

Pro Minute atmet ein Mensch, der gemütlich im Sessel sitzt, sieben Liter Luft ein und aus. Wer flott spazierengeht (5,4 km in einer Stunde), braucht fast das Vierfache, näm- lich-26 Liter Luft pro Minute. Das heißt also: wer täglich eine Stunde marschiert, atmet zusätzlich 1140 Liter Luft ein, bei einem durchschnittlichen Sauerstoffgehalt von 20 Prozent also 228 Liter zusätzlichen Sauerstoff. Wie die Bar­mer Ersatzkasse in der neuesten Ausgabe ihrer BEK-Mit- gliederzeitschrift berichtet, "tankt" so jeder, der seinen Feierabend regelmäßig mit einem einstündigen Spaziergang krönt, im Jahr über 80.000 Liter Sauerstoff mehr als sein Nachbar, der nach Dienstschluß nur zu Hause in den Sessel sinkt. Wie sich dieses Mehr an Sauerstoff, das beim Spazier­gänger mit zusätzlichem Verbrauch von 126.000 Kalorien pro Jahr einhergeht, auf Gesundheit, Kondition und Lei­stungsfähigkeit auswirkt, bedarf wohl keiner Erörterung.

Bei Platzverweis Prügel von der Polizei

Rauhe Sitten herrschen im afrikanischen Fußball, so berich­tet Jupp Derwall, Trainer der deutschen Olympia-Fußball­auswahl, in der neuesten Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Barmer Ersatzkasse von einer Afrikareise, die er mit der Amateur-Nationalelf unternommen hat. Bei einem Spiel in Liberia, erzählt BEK-Mitglied Jupp Derwall, wurde ein vom Platz gestellter Spieler am Spielfeldrand von der Polizei mit einer Tracht Prügel empfangen. Jupp Derwall: Afrika ist unberechenbar geblieben wie ein Marsch durch den Busch. Die Schiedsrichter haben von Regelkunde keine Ahnung, Selbst Angriff auf den Mann wird nicht gepfiffen. Wir hatten Schürfwunden en gros. Trotzdem: es war eine unvergeßliche Reise.