Ausgabe 
13.8.1970
Seite
367
 
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12 Jahren allein auf dem Friedhof nichts zu suchen haben.

Gartenstraße wtd äusgebaut

Die Gartenstraße, in der auch die Praxis eines praktischen Arztes liegt, ist zur Zeit für den Verkehr teilweise gesperrt, da dort Versorgungslei­tungen verlegt werden. I hr Ausbau ist vorgesehen.

Weg zurFestung wird befestigt

Der zum "Steinchen" (auch "Festung" genannt) hochführende Gemar­kungsweg, der in einem unserer letzten "Sonntagsspaziergänge" be­schrieben worden war, wird zur Zeit mit Steinschotter befestigt.

WOCHENSPIEGEL

Moskau-Reise ist zu Ende, das Vertragswerk steht nun fest.

Floffen wir, daß eine Wende sich zum Guten greifen läßt Der Verleih von Arbeitskräften wird von Bonn legalisiert.

In großen Industrie-Geschäften mit Polen man vereint marschiert.

Elf Jahr' kinderlos gewesen,

Sechsling Römerin gebar.

An Laos Grenze, stand zu lesen, jetzt große Offensive war.

Moderner Fünfkampf ward bestritten, und "Bronze" Deutschland hier gewann; Onishenko, schwer gelitten, obendrein gerügt noch dann.

Urtain hatte "tief" geschlagen.

Frankreich-Süd im Wirbelwind.

In Neuwied vier Güterwagen abgerutscht vom Bahndamm sind.

Wenig Milch die Deutschen trinken,

Irland größter Konsument.

Ulbricht jetzt Erfolge winken, da ihn Indien anerkennt.

Arabiens "Gipfel" sich kaum einigt, es schwelt im Untergrund zu sehr.

"Poseidon" USA bescheinigt, daß sie atomgerüstet, schwer.

Kambodscha meldet neu Erfolge, gestützt auf seine Strategie.

Die Tennis-Stars sind eine "Wolke",

solch' Können zeigten sie noch nie. ,

"Panorama" warnte weiter:

Ostsee-Strand... senfgasverseucht.

Beim "GATT" ist niemand jetzt gescheiter, es droht ein Handelskrieg vielleicht.

Onassis zum Geburtstag schenkte Riesen-Ohrring' seiner Frau.

Jumbo-Jet nach Kuba lenkte.

Bummelfahrt im Urlaubs-Stau.

In Freiheit ist der "Schwarze Panther".

In Unna herrschte das "Kuß-in".

Das Sittenrecht will man entspannter.

Barnard ward "goldene Hand" verliehn.

In den Trierer Kaiser-Thermen plant man Katholikentag.

Japans Jazzer sind am "lärmen",

... Fünf Milliarden Tassen "Hag". Realschulmittel fest jetzt liegen,

Kreisstadt Schule bald schon hat,

24 Klassen in 4 Zügen,

800 Schüler faßt sie glatt.

Mängel ist man am beheben,

Spielplatz baute "Luther-King".

Volksbank Richtfest tat erleben,

W. Dümler hat geplant das "Ding".

Kommando gab's in Höhr-Grenzhausen, die Gendarmerie-Präsenz ist gut, da alldieweil sie ohne Pausen.

Was nächste Woche sich wohl tut.

EGON GRÄUEL

WIRZENBORN

Bald ein Montabaurer Stadtteil:

WIRZENBORN - EIN IDYLL! SC HES DÖRFCHEN

Mit der großen Prozession der Montabaurer Katholiken, die an diesem Samstag zum 25. Mal zur Gnadenkapelle Unserer Lieben Frau von Wir­zenborn führt, tritt dieses ruhige Dörfchen für kurze Zeit stärker in Er­scheinung.

Vom "Pflanzental auf "Wietsebuen"

Ursprünglich hieß das Dörfchen "Wirzendale" oder "Wirzental", was soviel wie "Pflanzental bedeutete. Noch im vorigen Jahrhundert nann­te man es "Würzenbom" und erst in den letzten 50 Jahren ist die heuti­ge Schreibweise aufgekommen.

Wird das Dörfchen im 14. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, so stand in der Nähe auf dem Geiersberg in Richtung Montabaur schon im 10. bis 13. Jahrhundert ein befestigtes Gehöft mit einer kleinen Ringwallanlage. Im Jahre 1951 hat man diesen alten Herrensitz ausge­graben, der Mittelpunkt einer Isen burgischen Grundherrschaft war, die sich bis nach Untershausen / Stahlhofen erstreckte und zuletzt dem Deutschordenshaus gehörte.

Im Jahre 1548 heißt es: "Wirtzenborn hat an Feuerstedten 6. Trieri- schen 3, Westerburgisch 1, Isenburgisch 2", womit die Leibeigenschaft der einzelnen Haushalte angegeben wurde. Die Einwohnerzahl stieg nur langsam an: 1818 waren es 77,1840 95,1871 89,1905 99,1939 110,1950 119,1960 136 und heute sind es etwa 130.

Bei einer Gemarkungsfläche von 143 ha, also knapp 1 1 12 qkm, liegt die Bevölkerungsdichte bei 100 und damit wesentlich unter dem Kreis­durchschnitt.

Arme Gemeinde in reicher Natur

Bürgermeister und Landwirt Peter Kraus verwaltet zur allseitigen Zu­friedenheit seit insgesamt 18 Jahren die Gemeinde. Bei einem Haushalts­volumen von etwa 32 000 DM lassen sich natürlich keine großen Sprünge machen. Und dennoch kann man stolz auf das sein, was erreicht wurde. In den Jahren 1966 -1968 wurde im oberen Habachtal eine neue Quelle gefaßt und ein Hochbehälter gebaut. Oberdorf links des Gelbachs und Unterdorf rechts des Gelbachs wurden kanalisiert. Alle Ortsstraßen sind befestigt, ebenso der Hauptgemarkungsweg in Richtung Heiligenroth.

67 ha Wald, die von der Revierförsterei Heiligenroth betreut werden, werfen eine kleine Rendite ab. Den Markwald auf der Montabaurer Höhe hat man gegen einen auf dem Geiersberg eingetauscht Mit einer durchschnittlichen Ertragsmeßzahl des Bodens von 36 sind die Voraussetzungen für die Landwirtschaft in Wirzenborn nicht beson­ders günstig. So ist denn auch die Zahl der landwirtschaftlichen Betrie­be von 14 Vollbauernstellen und 7 Nebenerwerbsstellen stark gesunken. Vor 10 Jahren war es 1 bzw. 11 und heute gibt es 2 Vollbauern und nur 3 Feierabendland wirte. Von 65 Morgen Gemeindeland werden bei­spielsweise nur noch rund 15 bearbeitet, weitere 15 Morgen sind aufge­forstet worden. Ein Teil ist als Schafweide an einen Heiligenrother Schäfer verpachtet worden.

In dem sauberen und mit recht viel Blumen geschmückten Dörfchen kann man dem Fremdenverkehr eine gute Chance geben, obwohl im Augenblick nur eine größere Pension existiert, die auch von den zeit­weiligen Wallfahrten zur Gnadenkapelle profitiert.

Besonders im Marienmonat Mai führen noch viele Prozessionen hierhin. Am Sonntag nach Mariä Geburt kommt regelmäßig die Pfarrgemeinde Heiligenroth, ansonsten aber sind die Pfarreien Heilberscheid, Ruppach- Goldhausen, Holler, Niederelbert, Stahlhofen, Dreikirchen und Nieder­erbach regelmäßig vertreten.

Mit der Bildung der Verbandsgemeinde Montabaur wird Wirzenborn voraussichtlich in die Stadt Montabaur eingegliedert werden. Monta­baur wird damit ein zwar armes, aber doch landschaftlich äußerst reiz­voll gelegenes Dörfchen aufnehmen.

Unfall flucht

Pkw.-Fahrer befuhr die L 313 von Bladernheim kommend in Richtung Montabaur. Wegen eines auf seiner Fahrbahn entgegenkommenden Pkw's mußte er scharf ausweichen und stürzte hierbei eine 1 Meter tie­fe Böschung hinunter. Entgegenkommender Pkw.-Fahrer setzte seine Fahrt fort und konnte nicht ermittel werden.

Es gab geringfügigen Sachschaden.