-4-
Sp orthochburg Aufbaugymnasium
Zum Abschluß des Schuljahres zeigten die Schülerinnen und Schüler des Aufbaugymnasiums Montabaur beim Sportfest der höheren Schulen in Koblenz, daß sie zu den leistungsstarksten Schulen unseres Landes zählen. An dieser Bezirksmeisterschaft der Gymnasien nahmen insgesamt 25 Gymnasien teil, u.a. die Schulen aus Koblenz, Andernach, Mayen, Betzdorf, Ahrweiler, Dierdorf und Westerburg.
Mit hervorragenden Leistungen wurden sowohl in der Gesamtwertung wie in Wertung der Ober-, Mittel- und Unterstufe durchweg die vorderen Plätze belegt.
Den eindrucksvollsten Sieg errangen die Mädchen. Sie übertrafen in der Gesamtwertung mit einer Rekordpunktzahl die weitaus größeren Mädchengymnasien aus Koblenz und sicherten sich zum drittenmal und damit endgültig den Wanderpokal des Kultusministers. Zu diesem Gesamtsieg trugen die Oberstufe und die Mittelstufe jeweils mit dem 1. Platz bei, während die Unterstufe den 4. Platz belegte. Die meisten Punkte wurden gesammelt von: Evi Lorenz 13,3 Sek. und Angelika Schüchen 13,5 Sek. über 100 m, Dorothea Blaufuß 8,62 m im Kugelstoßen, Marion Hütten und Bärbel Mies mit 1,35 bzw. 1,33 m im Hochsprung.
Auch für die Jungen stand der Gesamtsieg greifbar nahe. Während die Mittelstufe sich deutlich auf dem 1. Platz behaupten konnte, plazierte sich die Oberstufe an 3. Stelle. Das schwache Abschneiden der Unterstufe entschied dann in der Gesamtwertung für den 2. Platz, der dennoch ein grosser Erfolg ist.
Auch die Jungen wuchsen in vielen Disziplinen über sich hinaus. Klaus Pritz übersprang 1,76 m im Hochsprung, Hans Peter Ortseifen stieß die Kugel 11,95 m, Bernd Herrig steigerte sich mit der schweren Kugel auf 11,02 m, Lothar Zöller warf den Speer auf 40,75 m, die 4 x 100 m Staffel lief 45,9 Sek.
Über 1000 m schließlich glänzten Klaus Reicherz mit 2:41,9 Min. und Armin Lay mit 2:43,0 Min.
Im gleichzeitig durch geführten Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia" hielt die Erfolgsserie weiter an. Die Mittelstufe der Mädchen und Jungen erreichte jeweils den 1. Platz und darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme am Finale in Berlin machen. Die Oberstufe der Mädchen und Jungen belegten beide den 2. Platz.
Bleibt zum Schluß die unvermeidliche Frage: Was muß noch geschehen, damit der seit 15 Jahren geplante Sportplatz für die beiden Gymnasien endlich gebaut wird?
Entouscas, Laberdan und Gichtwatte
Montabaurer Geschäftsanzeigen vor 100 Jahren
Geschäftsanzeigen im Nachrichtenblatt „Rund um Montabaur" sind eines guten Erfolges sicher. Bereits vor hundert Jahren haben die Montabaurer Kaufleute den Wert eines Zeitungsinserates geschätzt. Allerdings inserierte man damals im „Wochenblatt für die Herzoglichen Ämter Montabaur, Selters und Wallmerod", das in Montabaur gedruckt wurde. Einige der inserierenden Firmen bestehen heute noch, manche andere werden den Älteren wohl noch bekannt sein. Zudem geben die Anzeigen einen guten Eindruck in die Lebensverhältnisse von vor 100 Jahren.
Recht häufig inserierte die Firma „Gebrüder BoIIentin, Manufaktur-, Kurz-, Weiß-, Woll- und Kolonialwarenhandlung, Großer Markt 1". Da heißt es: „Durch besondere Begünstigung wurde uns die Gelegenheit, di- recte Beziehung von Kammgarn aus Sachsen zu machen, wodurch wir in Stand gesetzt sind, unsere verehrten Abnehmer ganz besonders vor- theilhaft zu bedienen. Wir empfehlen dieses einem geehrten Publikum zur gefälligen Beachtung."
Ein andermal ist ein „schönes Sortiment der neuesten Kleiderstoffe (Popelin und Seide) in einzelnen Roben soeben angekommen. Außerdem eine große Partie ausgesetzter Kleiderstoffe um 50 v.H. herabgesetzten Preisen."
„Entouscas in den feinsten und modernsten Facons und Dessins soeben neu angekommen und werden billigst verkauf." Entouscas, frei übersetzt „Für alle Fälle", war die vornehme Bezeichnung für Regenschirm, damals ein Riesending, unter das eine ganze Familie paßte.
Auch Weihnachtsgeschenke waren schon üblich. Die Firma empfahl ihre Kleiderstoffe „sowie feine Raye (gestreiftes Gewebe) mit Seide in einzelnen Roben." Diese Firma verkaufte auch „einige Tausend verschiedene Kohlpflanzen", ebenso „holländische Häringe a 5 kr. (kreuzer), schottische Häringe a 3 1/2 kr."
Ein regelmäßiger Inserent war auch die Firma E.l. Cramer. Was wird da nicht alles angepriesen: Brabanter Kittel in großer Auswahl vorrätig."
Mein Lager in barchenten Bettzeugen bringe ich hiermit ergebenst in Erinnerung." (Barchent ist Baumwollflanell.). „Seidene Gaze für Cylinder und Beutel in verschiedenen Nummern vorrätig." „Seidene und wollene Bettücher zu haben."
Weiter wird das Sortiment der Firma: „Weißes Petroleum, per Krug 34 kr., bei Abnahme von 25 Krügen billiger." „Kernseife und weiße OeI- seife." " Ausverkauf von Porzellan und Glaswaren". „Prima Zuckerrüben und Obstkraut". ^Holländische und marinierte Häringe, Laberdan".
(Das ist eingesalzener Kabeljau aus Norwegen.) „Von den weltberühmten Stollwercken Brust-Bonbons erhielt ich neue Zusendung und empfehle ich dies bewährte Hausmittel zur gefälligen Abnahme bestens".
Poeten waren auch unter den Kaufleuten. Einer inseriert: „Kauft Päl- haarel Wer gut will düngen, nehme Haar, denn sie bessern, das ist wahr; Wie's Sprichwort geht, wohl sieben Jahr. Schaut nur auf haargedüngte Äckerl Wie stehen die Sachen da so lecker, viel schöner wie nach andern Dreck er."
Die Firma H.J. Schnupp, Marktplatz, bietet neben Hülsenfrüchten, Dünger, Zement, Steinkohlen und Kleiderstoffen auch Gichtwatte an. „Dr. Pattinsons Gichtwatte lindert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen aller Art, als Gesichts-, Brust-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Kniegicht, Magen- und Unterleibsschmerz usw.
In Paketen zu 30 kr. und zu 16 kr." ,
Topographische Karten neu aufgelegt
ln diesem Jahr sind zwei amtliche topographische Karten des Montabaurer Raumes, die beim Landesvermessungsamt in Koblenz oder in den Montabaurer Buchhandlungen erhältlich sind, berichtigt herausgegeben worden.
Da ist einmal die Karte 1:25 000, Blatt Montabaur, auf der 1 km 4 cm lang sind. Sie ist vierfarbig: Der Grundriß ist schwarz, die Höhenlinien sind braun, die Gewässer blau und die Waldflächen grün. Auf ihr sind die Montabaurer Höhe mit Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach und Montabaur dargestellt. Sie kostet 2,90 DM.
Bei der zweiten Karte handelt es sich um die topographische Karte 1:50 000, Blatt Montabaur. Sie kann u.a. auch mit einer formenplastischen Geländedarstellung bezogen werden. Dargestellt ist der Raum zwischen Herschbach (Uww.), Höhr-Grenzhausen, Westerburg und Hundsangen.
BODEN
Kath. Kirche Maria Himmelfahrt in Boden
Gottesdienstordnung Sonntag, 26.7.
9.00 Uhr Amt für verstorbene Eheleute Kaspar Müller Dienstag, 28.7.
19.30 Uhr Amt f. Johann Stefan Nink Freitag, 31.7.
19.30 Uhr Amt f. verst. Eheleute Christian Hommrich Sonntag, 2.8.
9.00 Uhr 1. Jahramt für Alois Korbach
ASV „Deutsche Eiche” 1927 e.V. Boden
Am Samstag, 18. Juli 1970 hielt der ASV „Deutsche Eiche" Boden e.V. im Vereinslokale Keller seine Jahreshauptversammlung ab. Trotz rechtzeitiger Einladung erschienen von rund 100 nur 38 Mitglieder.
Der 1. Vorsitzende, Jos. Pfaffhausen, begrüßte die Anwesenden und brachte einen kurzen Jahresrückblick, worin er besonders die Erringung des 3. Platzes in der Landesliga Rheinland bei den Mannschaftskämpfen und die Leistung von Bernd Pfaffhausen, der Rheinlandmeister in beiden Stilarten wurde, hervorhob. Auch die Kasse stimmte dank dem hervorragenden Kassierer sehr genau.
Durch die Angliederung einer Damensportabteilung im April 1970 mußte die Satzung geändert werden.
Auch der Vorstand wurde neu gewählt bzw. in seinem Amt bestätigt.
1. Vorsitzender wurde wie bisher Josef Pfaffhausen.
2. Vorsitzender Joh. Schmidt.
Der Geschäftsführer legte sein Amt nieder und an seine Stelle trat zum 1. Mal in der Vereinsgeschichte eine junge Dame, Frl. Monika Dahlem. Kassierer Paul Müller wurde in seinem Amt bestätigt. Weitere Vorstandsmitglieder:
Hilfskassierer Helmut Pfaffhausen und Rita Schubert Mannschaftsführer Conrad Bildhauer Jugendwart Lothar Haas und Richard Wüst Zeugwart Manfred Caspari, Abt. Leiterin für Damenabteilung Rita Schubert.
Es wurde beschlossen, im August einen Ausflug durchzuführen. Der Preismaskenball wurde auf den 16. Januar 1971 festgelegt.
Gegen 23.00 Uhr war die Versammlung beendet.
DAUBACH
Am Dienstag wird Blut gespendet
Am kommenden Dienstag ist von 18 bis 21 Uhr ein Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes im Gasthaus Hofmann zu Daubach. Jeder gesunde Erwachsene ist am Dienste am Nächsten herzlich willkommen. Besonders wichtig ist Blut mit „Rhesusfaktor negativ". ••
+++++++++++

