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Zuspruch nicht klagen. Mancher Montabaurer Kulturverein, etliche hiesige Kulturveranstaltungen könnten die Tonnerrer Verhältnisse beneiden.
Großes Sommerfest
Ein großes Sommerfest mit Jahrmarkt und Verlosungen zog zahlreiche Zuschauer, aus der Umgebung an.
Notre - Dame - Glocke läutet wieder
Drei Tonnen wiegt die schwere Glocke der Liebfrauen-Kirche in Tonner- re. Im Einklang mit zwei weiteren Glocken aus dem Jahre 1515 läutet sie wieder seit dem vergangenen Sonntag.
SPORTNACHRICHTEN TUS Montabaur auch Pokalsieger
„SG Haiderbach mit 3:1 geschlagen"
Am vergangenen Samstag fand in Grenzhausen das Endpsiel um den Kreispokal statt. Es standen sich gegenüber die SG Haiderbach und der Meister der 1. Kreisklasse, TUS Montabaur.
Zahlreiche Zuschauer sahen in der 1. Spielhälfte von dem Meister ein für das Auge schönes aber unproduktives Spiel. Im Mittelfeld gelangen herrliche Kombinationen, die letztlich aber nichts einbrachten.
Nach dem Wechsel kam die TUS-Mannschaft mehr in Schwung. Zunächst mußte sie einen 0:1 Rückstand durch einen zweifelhaften Elfmeter hinnehmen. Dieses Tor war für Montabaur Ansporn genug, voll aufzudrehen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann der Ausgleichstreffer fällt. Theuer war es schließlich, der den Ball über den herauslaufenden Torhüter hob und ausglich. Wenig später gelang dem Neuzugang Faber (bisher FV En- gers) durch ein herrliches Kopfballtor der Führungstreffer Kurz vor Spielende war es wiederum Faber der unhaltbar zum 3:1 einschoß.
Neben Faber setzte der TUS außerdem die Neuzugänge Schmidt (bisher SC Wirges), Lettermann (bisher Rotweiß Keramchemie Siershahn) und Remy (bisher VfL Grenzhausen) ein.
Nach dem Spiel wurde im Stadion der Pokal durch den 1. Vorsitzenden der Fußballkreise Unterwesterwald u. Neuwied, Kurz, überreicht Kurz gratulierte der TUS Mannschaft u. sprach die Hoffnung aus, daß der Meister u. Aufsteiger Montabaur in der A-Klasse ebenfalls eine führende Rolle spielen möge.
Forellenangeln für Jedermann
Der Angelsportverein Montabaur e.V. führt an den folgenden Sonntagen jeweils in der Zeit von 8-12 Uhr Forellenangeln in seiner Fischzuchtanlage in Niederahr durch:
Sonntag, den 26. Juli Sonntag, den 9. August Sonntag, den 23. August
Alle Petrijünger und auch solche, die welche werden wollen, die Wert auf frische, wohlschmeckende Forellen legen, sind herzlich zu den vorgen. Fischen eingeladen.
Ein Fangerfolg wird garantiert.
Der Vorstand
Walter Duckwitz über 50 Jahre in der SPD Ziele der SPD-Wirtschaftspolitik.
Montabaur. Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des SPD-Orts- vereins Montabaur stand die Ehrung des Mitgliedes Walter Duckwitz und das Referat von Günther Baldus über Ziele der SPD-Wirtschaftspolitik.
Der Ortsvereinsvorsitzende Emil Witte nahm nach Eröffnung der Versammlung und Begrüssung der Anwesenden die Ehrung des Mitgliedes Walter Duckwitz vor, der im Jahr 1912 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend und nach dem ersten Weltkrieg Mitglied der SPD geworden war. Nach einem kurzen Rü ckblick auf die jahrzehntelange Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit in der Partei, insbesondere als Mandatsträger auf kommunalpolitischem Gebiet, überreichte der Ortsvereinsvorsitzende die vom Parteivorsitzenden Willy Brandt unterschriebene Ehrenurkunde mit Worten des Dankes, wobei er abschliessend dem Jubilar die goldene Mitgliedsnadel der SPD ansteckte mit dem Wunsch, Walter Duckwitz möge diese Nadel noch viele Jahre tragen.
Günther Baldus stellte an den Anfang seines Referates zwei Sätze aus dem Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei, beschlossen im Jahr 1959 in Bad Bodesberg: „Ziel sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik ist stetig wachsender Wohlstand und eine gerechte Beteiligung aller am Ertrag der Volkswirtschaft, ein Leben in Freiheit ohne unwürdige Abhängigkeit und ohne Ausbeutung. Die Wirtschaftspolitik muss auf der Grundlage einer stabilen Währung die Vollbeschäftigung sichern, die volkswirtschaftliche Produktivität steigern und den allgemeinen Wohlstand erhöhen,"
Versäumnisse der grossen Koalition unter Führung der CDU hätten dazu geführt, dass die heutige Regierung unter Führung der SPD, um die überschäumende Konjunktur zu zügeln. Entscheidungen treffen müsse, die auch Belastungen für den kleinen Mann mit sich bringen und daher sehr stark im Kreuzfeuer der Kritik stehen würde. Es werde oft die Frage aufgeworfen, ob die SPD mit diesen Massnahmen noch nach den vorher genannten Grundsätzen des Parteiprogramms handele, oder ob sie von die- ssn Zielen abgegangen sei. Eine Steuerung der Konjunktur sei aber nur
mit System konformen Mitteln möglich, die auch Belastungen für den kleinen Mann nicht ganz vermeiden lassen. Wie schwer es der Regierung geworden sei gerade diese Mittel anzuwenden, sehe man .an dem langen Zögern bis zu deren Anwendung. Man müsse auch beachten, dass rd. 12 Mill. Arbeitnehmer keine Vorauszahlungen zu leisten hätten.
Die sozial schwächsten Steuerzahler würden von den Konjunkturdämpfungsmassnahmen durch den festgesetzten Freibetrag von 100 DM nicht' betroffen.
Die CDU/CSU habe in der Diskussion um die Wirtschaftspolitik eine sehr doppelzüngige Rolle gespielt. Sie habe auf der einen Seite laufend Dämpfungsmassnahmen verlangt, gleichzeitig aber auf der anderen Seite z.B. gegen jede Sperrung von Zuschüssen aus dem Bundeshaushalt protestiert. Baldus erinnerte in diesem Zusammenhang an dli Unverantwortliche Äusserung des Ministerpräsidenten Kohl:
„Ich denke nicht daran für die Sozis Konjunkturpolitik zu betreiben." Scheinbar gehe es der CDU also nicht um das Wohl der Bürger, sondern nur um Parteipolitik. Wenn Anwärter auf höchste Parteiämter in der CDU solche Meinungen vertreten würden, müsse man annehmen, dass die Interessen der Bürger nicht besonders gut bei dieser Partei aufgehoben seien und der Wähler solle sich dies gut in der Erinnerung behalten.
Zwischenfragen während des Vortrages und eine anschliessende lebhafte Diskussion bewiesen die Aktualität des Vortragsthemas im Zusammenhang mit dem Stabilitätsprogramm der Bundesregierung.
Jahreshauptversammlung der Karnevalsgesellschaft
„Heiterkeit” 1889
Alfred Busch wieder 1, V orsitzender
ln diesen Tagen hielt die KG. „Heiterkeit" 1889 e.V. ihre diesjährige Jahreshauptversammlung im Kolpingshaus, Vorsitzender Alfred Busch konnte leider nur wenige Mitglieder begrüssen. Er gab zunächst einen ausführlichen Bericht über die abgelaufene Session 1970, insbesondere über den grossen Fastnachtszug. Es sei fast ein Wunder, so sagte Alfred Busch, dass mit so wenigen Aktiven überhauot noch eine Fastnacht in Montabaur zu gestalten sei. Für die Zukunft habe er, wenn hier keine Änderung eintrete, nur wenig Hoffnung.
Der Bericht des Kassierers Franz Röder über die finanzielle Lage der KG. war im Grossen und Ganzen zufriedenstellend. Röder erklärte dazu, dass Geld nun einmal eine wesentliche Grundlage eines jeden Vereins sei. Es sei aber Niemandem auf die Dauer zuzumuten, Jahr für Jahr bettelnd durch die Stadt zu ziehen, damit die Kasse am Ende immer wieder „aus dem Schneider" sei. Hier müssten unbedingt neue Wege gesucht und gefunden werden.
Die Kassenprüfer H. Keil und W. Göbel bestätigten dem Kassierer eine ordnungsgemässe und einwandfreie Kassenführung. Beide wurden als Kassenprüfer wiedergewählt.
In einer kurzen Diskussion wurde festgestellt, dass die Gestaltung des Zuges von Jahr zu Jahr teurer werde. So mussten z.B. allein für die 9 Musikkapellen des letzten Zuges, ohne die aber ein Zug einfach undenkbar ist, über DM 2.500,00 aufgebracht werden.
Satzungsgemäss musste nun für die nächsten drei Jahre ein neuer Vorstand gewählt werden. Die Versammlung berief Dr. Reinhold Fuchs zum Wahlleiter. Dr. Fuchs dankte zunächst dem alten Vorstand für die geleistete Arbeit. Er betonte, dass diejenigen, die heute noch bereit seien, ein Amt zu übernehmen, schon eine gehörige Portion Idealismus mitbringen müßten. Was wäre aber ein Verein ohne diese Idealisten? Auf seinen Vorschlag erteilte die Versammlung dem Vorstand bei einer Stimmenthaltung die Entlastung.
Es war ein Verdienst des Wahlleiters, dass nun aus den wenigen Anwesenden überhaupt ein arbeitsfähiger Vorstand zusammenkam. Folgende Mitglieder wurden ohne Gegenstimmen für 3 Jahre gewählt:
1. Vors.: Alfred Busch, 2. Vors.: Willi Hisgen, Geschäftsführer: Arnold Thome, Kassierer: Franz Röder, Zugwart: Kurt Rossbach, Zeugwart:
Georg Gruba, Beisitzer: Frau Wiegand.
Alfred Busch dankte der Versammlung für das Vertrauen, das man ihm und den übrigen Vorstandsmitgliedern ausgesprochen habe. Er versicherte, dass der neue Vorstand alles tun werde, die Montabaurer Fastnacht in Zukunft traditionsgemäss durchzuführen. Ohne eine grössere Unterstützung Aller sei dies aber nur schwer zu schaffen.
In der abschliessenden Diskussion wurde immer wieder das mangelnde Interesse der Allgemeinheit bedauert. Einmütig wurde betont, dass noch immer der Zug am Fastnachtdienstag die Attraktion der Montabaurer Fastnacht sei. Wenn man bedenke, dass dieser Zug Jahr für Jahr mehr als 10 000 Menschen nach Montabaur ziehe, so sei des Desinteresse so mancher Geschäftsleute einfach unbegreiflich. Gerade sie müßten doch am Fortbestand der Fastnacht am meisten interessiert sein. Mit grossen Worten und Reden in der Öffentlichkeit und mit Kritik am Biertisch (typisch für Montabaur? ! sei der Sache nicht gedient. Gerade aus diesem Kreisen erwarte man in Zukunft mehr Unterstützung.
Dennoch: Die Karnevalsgesellschaft „Heiterkeit" lebt und damit auch die Montabaurer Fastnacht I

