Ausgabe 
7.5.1970
Seite
156
 
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FREUNDE AUS TONNERRE SIND IMMER WILLKOMMEN

Sie wurden herzlich auf genommen, die Gäste aus Tonnerre. Kirchenchor "St Cacilia" hatte den französischen Chor St. Carl eingeladen, der übers Wochenende gekommen war, empfan­gen und begrüsst von Bürgermeister Mangels im Sitzungssaal des Rathauses.

RUND UM MONTABAUR Nr. 10/19/70/6 Der Kahler musste die Meller beim Bren­nen unter ständiger Beobachtung halten; er musste verhindern, dass an dem schwelenden Holzstoss undichte Stellen auftraten. Wäre Luft an die Glut gekommen, dann wäre der ganze Holzstoss zu einem Aschenhau­fen verbrannt; die ganze mühselige Arbeit des Köhlers wäre so umsonst gewesen. Zum Besteigen des Meilers benutzte der Köhler einen Baumstamm mit eingearbeiteten Trit­ten. Diese Leiter bestieg er vorsichtig, um auftretende Schadenstellen schnell wieder in Ordnung zu bringen.

Der Köhler hatte seine Wohnstatt mitten unter den Meilern. Eine solche benötigte er als Schutz gegen Wind und Regen. Er stellte zu deren Errichtung dünne Baum­stämme gegeneinander auf, verflocht sie mit Astwerk, liess sie in der Form eines Zeltes nach oben spitz auslaufen und deckte sie mit einer dichten Erdschicht ab. So wurde die Schutzhütte trocken gehalten; bei kaltem Wetter war sie gemütlich warm. Als Lagerstatt dienten Pritschen mit Stroh und Decken. Im Freien wurde gekocht. Das Leben des Köhlers war entbehrungsreich, hart und einsam; mancherlei Gefahr und Wider­wärtigkeit umlauerte ihn; oft jedoch trat er auch als guter und helfender Geist auf. Der Köhler legte die Meiler auf eigene Rechnung an; oft war er jedoch auch durch einen Unternehmer angestellt. Seine Tätig­keit übte er nur im Sommer aus, im Win­ter blieb er zu Hause oder er beschäftigte sich als Holzfäller oder bei sonstigen Wald­arbeiten. Die Köhlerei wurde in unserer Heimat vermutlich schon zur Zeit der Römer betrieben; denn in dieser Zeit bereits wur­de auf dem unteren Westerwald der Berg­bau auf Blei und Eisen betrieben. Auch im späteren Mittelalter bildete der heimi­sche Eisenstein die Grundlage des heimi­schen Berg-, und Hüttenwesens. Eisen zu schmieden war die Arbeit der Schmiede, die sich als Waldschmiede gleich schon im Wald niederliessen. Sie errichteten hier ihre ein­fachen Schmelzherde und besorgten sich die für die Eisenverarbeitung notwendige Holz­kohle von den Köhlern unweit ihrer Schmie­de.

Mit dem Fortschreiten der kleinen Industri­en unserer Heimat gewann auch die Tätig­keit der Köhler immer stärkere Bedeutung und Beachtung. Das führte naturgemäss zu einer immer grösser werdenden Waldver­wüstung. Diese konnte man nicht steuern; man brauchte die Holzkohle. Diese Aufwärts­entwicklung in der Tätigkeit der Köhler fand im unteren Westerwald ihr Ende, als man auch die vielseitigen Verwendungsmöglich­keiten der im Westerwald liegenden Braun­kohle entdeckte. Die Steinkohle gar brachte das Handwerk des Köhlers völlig zum Er­liegen; dieser gegenüber blieb seine Holz­kohle nicht mehr konkurrenzfähig.

Der Wald wuchs wieder auf über den alten Kohlenplätzen, diese blieben jedoch alsKoh­lenpodeste" bis in unsere Zeit in den heimi­schen Wäldern kenntlich. Dorfschmiede blie­ben noch bis in unsere Zelt bei der Ver­wendung der heimischen Holzkohle; doch bis in unsere Zeit blieb das Geschlecht der Westerwälder Köhler nicht mehr lebensfähig; es starb aus.

Walter Kalb

Wenn FERTIGKLEIDER - dann zu BLUM, Deesen, Telefon: 02626/277

Vorsitzender Willi Fresenius konnte am Samstag vor vollbesetztem Haus im Pfarr­saal die Gäste Willkommen heissen uid be­sonders Chorleiter Bernard Minot vom St. Carl, Erzpriester Roger De-Ternay, Diri­gent und Jugendleiter R, Marcos und Bürger­meister Mangels begrüssen. Ebenso den Vor­sitzenden der Deutsch-Französischen Ge­sellschaft Dr. Kratz.

Als Gajus Julius Caesar

off den Westerwald es komme,

märkd ä gleich schonn an dem Molberig:

"Jul, dau hos dech iwwernommc".

Owe, on den Bodner Fichte könnt do Heer ä grod noch richte, guggd dann henner sech on stehnd:

"Kläpp sein mer all vill gewehnd, doch fir hejt giehd et noch wejder, nocn gett et kain Mondebairer Schustere - wot hommer Gleckl On den Rhein nau stracks zereck!"

Drowe off dem Humbachs Hippel dohte se en Burg dann bauwe, on bej dem Gemurcks, Gefummel, kom dann die Idee, die schlauwe:

Bild: Foto-Meister Die Gäste bedankten sich herzlich für den freundlichen Empfang der, wie sie sagten, "ihre Erwartungen weit übertroffen hat". Beide Chöre wetteiferten mit hervorragenden Darbietungen, wobei St. Cäcilia den Reigen mit dem Choral "Lobet den Herren" er- öffnete, und der St, Carl-Chor mit dem "Westerwaldlied" sein Debüt gab.

" "Tabor Mons" nau soll se heisse on den Häärn, die Lejt och preisse,

Tabor Mons, Nam moss her: sier, sonst gett et noch Maller!"

Humbach wierd nau gruuss - on deirer: Nau gett et doch Mondebeirer Schustere. - Wot hommer Gleck!

Ganz blief sonst die Welt zereck.

Unne en dem gruusse Burgtorm machte se ain Schusterlade.

Wot beschohd nau werde moosste, krlchde Stiwwel, kromme, gerade.

Bahl dot Handwerk doht sich dehne.

Noh dem Schohzejch wollt sich sehne alle Welt. - Dot wor en Zejdl Endlich wor et nau suwejd.

( weiter auf der nächsten Seite )

Bild. Foto-Meister

MONDEBEIRER SCHUSTERE