AM WOLFSTURM
Die Montabaur er Stadtgeschichte spiegelt sich in diesem Bild, das im Vordergrund den restaurierten Wolfsturm ander ehemali-
WICHTIGE INFORMATION ( Fortsetzung von Seite 4 ) zweiten Quartal verwendet werden. Er muss im Heft bleiben, damit am Jahresanfang 1971 der Antrag auf Gewährung der Krankenscheinprämie von zehn Mark für jeden Schein, höchstens 30 Mark im Jahr, gestellt werden kann.
Wird ausnahmsweise für ein Quartal ein weiterer Krankenschein benötigt, darf nicht der Krankenschein für das nächste oder übernächste Vierteljahr benutzt werden. In diesem Fall muss bei der zuständigen Geschäftsstelle ein Einzelkrankenschein angefordert werden.
Und hier noch ein Tip: Nehmen Sie Dir Scheckheft bei allen Reisen in der Bundesrepublik mit. Sollten bei einer Reise weitere Krankenscheine im laufenden Quartal notwendig werden, können die Mitglieder der DAK gegen Vorlage des Personalausweises jede der mehr als 1 700 Geschäfts- und Verwaltungsstellen in Anspruch nehmen.
Kohlenmeiler in unserer Heimat
Bei der Trassierung der Ölfernleitung Köln- Frankfurt im Jahr 1962 stiess man auf der Waldstrecke zwischen Ettersdorf und Holler, abseits im Wald, auf einige Kohlenpodeste, die noch im vergangenen Jahrhunderte betrieben wurden.
Diese Nachricht ruft die Erinnerung wach
gen Stadtmauer und im Hintergrund das Schloss zeigt.
an jene Zeit, als im ganzen bewaldeten Westerwald, hier so in den Waldlagen zum Gelbachtal hin, Kohlenmeier brannten. Die in unserer Heimat so besonders häufigen "Kuhleplätz" hatten ihre Begründung in der heimischen Eisenindustrie; denn die Gewinnung und Verhüttung von Eisen war ehedem angewiesen auf das Vorkommen von Erzen (Eisensteinen), das Vorhandensein von Holzkohle als Brennstoff und von Wasser als treibender Kraft.
Intensiv genutzt und abgebaut wurden in unserer Heimat in früherer Zeit die Eisensteingruben bei Dernbach, überall in der Heimat pochten Einsenhämmer; der nächste vom Gelbachtal entfernt war der in der ersten Mühle vor Montabaur liegende, in der alten Stuntze-Mühle, dem heutigen Fabrikationsbetrieb Willi Stendebach. Die heimischen Wasserläufe hier so einer der alten Monta- baurer Wassergräben, lieferten die Wasserkraft zum Betreiben des Eisenhammers. Kohlenpodeste nennt der Gelehrte die Lagerplätze früherer Kohlenmeiler. "Kuhleplätz" nennt sie der Einheimische. Er geht hierin, um sich hier frische Blumenerde zu holen. Die dunkle Kohlenerde eignet sich gut für Blumen und sonstige Topfpflanzen. "Kuhleplätz" sind jene auffallenden, kreisrunden Plätze, die verebnet immer wieder in den heimischen Wäldern angetroffen werden. Köhler haben hier in den vergangenen Zeiten ihr Handwerk ausgeübt. Sie steckten zur
RUND UM MONTABAUR Nr. 10/19/70/5 Errichtung eines Meilers zunächst eine kreisförmige Bodenfläche von etwa 7 bis 8 Metern im Durchmesser ab; dann hoben sie die Erde etwa 30 Zentimeter tief aus. In den Mittelpunkt dieser Fläche stellten sie drei Stangen von etwa 2 Meter Länge. Diese wurden durch Flechtwerk verbunden und bildeten mit jenen eine Röhre von 15 Zentimetern Durchmesser. Um diese Röhre schichtete man in zwei Lagen übereinander Holzscheite auf, die aufeinander standen. Die Meiler hatten einen Umfang von fünf bis sieben Metern, je nach dem Holzreichtum in seiner Umgebung. Etwa 10 Klafter Holz wurden für einen Kohlenmeiler benötigt. Wenn das Holz für ihn aufgeschichtet stand, deckte man ihn mit Rasenstücken zu, deren Erdseite nach aussen lag.
Wollte man den fertigen Meiler anbrennen, dann warf man in seine Röhre eine Schaufel glühender Kohle und diese mit erkalteter Holzkohle nach. Die Röhrenöffnung wurde mit Erde verschlossen. Nun breitete sich in dem Holzstoss die Glut von der Mitteiachse her aus; sie erfasste nach und nach gleich- mässig den ganzen Stoss. Man liess den Meiler drei bis vier Tage lang schwelen, jedoch nicht abbrennen. 24 Stunden danach wurde er auseinandergescharrt. Dabei wurde zuerst die trockene Erdschicht beseitigt, dann die Holzkohle geborgen.
Zur Errichtung neuer Kohlenmeiler benutzte man gerne alte "Kuhleplätz"; der ausgetrocknete Erdboden gewährleistete eine bessere Qualität der Holzkohle. So entstanden dann nach und nach die genannten "Kohlenpodeste", Diese hatten manchmal eine grössere Ausdehnung; Kohlenmeiler wurden nämlich meist in einer grösseren Anzahl beisammen errichtet. So wurde die Arbeit durch den Köhler auch kontinuierlich fortgefünrt: während hier den mächtigen, grauen Erdmassen noch der beissende Rauch entquoll, wurden dort schon weitere Meiler aufgebaut.
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