Ausgabe 
7.5.1970
Seite
155
 
Einzelbild herunterladen

AM WOLFSTURM

Die Montabaur er Stadtgeschichte spiegelt sich in diesem Bild, das im Vordergrund den restaurierten Wolfsturm ander ehemali-

WICHTIGE INFORMATION ( Fortsetzung von Seite 4 ) zweiten Quartal verwendet werden. Er muss im Heft bleiben, damit am Jahresanfang 1971 der Antrag auf Gewährung der Kran­kenscheinprämie von zehn Mark für jeden Schein, höchstens 30 Mark im Jahr, ge­stellt werden kann.

Wird ausnahmsweise für ein Quartal ein weiterer Krankenschein benötigt, darf nicht der Krankenschein für das nächste oder übernächste Vierteljahr benutzt werden. In diesem Fall muss bei der zuständigen Ge­schäftsstelle ein Einzelkrankenschein ange­fordert werden.

Und hier noch ein Tip: Nehmen Sie Dir Scheckheft bei allen Reisen in der Bundes­republik mit. Sollten bei einer Reise wei­tere Krankenscheine im laufenden Quartal notwendig werden, können die Mitglieder der DAK gegen Vorlage des Personalausweises jede der mehr als 1 700 Geschäfts- und Ver­waltungsstellen in Anspruch nehmen.

Kohlenmeiler in unserer Heimat

Bei der Trassierung der Ölfernleitung Köln- Frankfurt im Jahr 1962 stiess man auf der Waldstrecke zwischen Ettersdorf und Hol­ler, abseits im Wald, auf einige Kohlen­podeste, die noch im vergangenen Jahrhun­derte betrieben wurden.

Diese Nachricht ruft die Erinnerung wach

gen Stadtmauer und im Hintergrund das Schloss zeigt.

an jene Zeit, als im ganzen bewaldeten Westerwald, hier so in den Waldlagen zum Gelbachtal hin, Kohlenmeier brannten. Die in unserer Heimat so besonders häufigen "Kuhleplätz" hatten ihre Begründung in der heimischen Eisenindustrie; denn die Ge­winnung und Verhüttung von Eisen war ehe­dem angewiesen auf das Vorkommen von Erzen (Eisensteinen), das Vorhandensein von Holzkohle als Brennstoff und von Was­ser als treibender Kraft.

Intensiv genutzt und abgebaut wurden in unserer Heimat in früherer Zeit die Eisen­steingruben bei Dernbach, überall in der Heimat pochten Einsenhämmer; der nächste vom Gelbachtal entfernt war der in der ersten Mühle vor Montabaur liegende, in der alten Stuntze-Mühle, dem heutigen Fabrika­tionsbetrieb Willi Stendebach. Die heimischen Wasserläufe hier so einer der alten Monta- baurer Wassergräben, lieferten die Was­serkraft zum Betreiben des Eisenhammers. Kohlenpodeste nennt der Gelehrte die Lager­plätze früherer Kohlenmeiler. "Kuhleplätz" nennt sie der Einheimische. Er geht hierin, um sich hier frische Blumenerde zu holen. Die dunkle Kohlenerde eignet sich gut für Blumen und sonstige Topfpflanzen. "Kuhle­plätz" sind jene auffallenden, kreisrunden Plätze, die verebnet immer wieder in den heimischen Wäldern angetroffen werden. Köhler haben hier in den vergangenen Zei­ten ihr Handwerk ausgeübt. Sie steckten zur

RUND UM MONTABAUR Nr. 10/19/70/5 Errichtung eines Meilers zunächst eine kreisförmige Bodenfläche von etwa 7 bis 8 Metern im Durchmesser ab; dann hoben sie die Erde etwa 30 Zentimeter tief aus. In den Mittelpunkt dieser Fläche stellten sie drei Stangen von etwa 2 Meter Länge. Die­se wurden durch Flechtwerk verbunden und bildeten mit jenen eine Röhre von 15 Zenti­metern Durchmesser. Um diese Röhre schichtete man in zwei Lagen übereinander Holzscheite auf, die aufeinander standen. Die Meiler hatten einen Umfang von fünf bis sie­ben Metern, je nach dem Holzreichtum in seiner Umgebung. Etwa 10 Klafter Holz wur­den für einen Kohlenmeiler benötigt. Wenn das Holz für ihn aufgeschichtet stand, deckte man ihn mit Rasenstücken zu, deren Erd­seite nach aussen lag.

Wollte man den fertigen Meiler anbrennen, dann warf man in seine Röhre eine Schaufel glühender Kohle und diese mit erkalteter Holzkohle nach. Die Röhrenöffnung wurde mit Erde verschlossen. Nun breitete sich in dem Holzstoss die Glut von der Mitteiachse her aus; sie erfasste nach und nach gleich- mässig den ganzen Stoss. Man liess den Meiler drei bis vier Tage lang schwelen, jedoch nicht abbrennen. 24 Stunden danach wurde er auseinandergescharrt. Dabei wur­de zuerst die trockene Erdschicht be­seitigt, dann die Holzkohle geborgen.

Zur Errichtung neuer Kohlenmeiler benutzte man gerne alte "Kuhleplätz"; der ausge­trocknete Erdboden gewährleistete eine bes­sere Qualität der Holzkohle. So entstanden dann nach und nach die genannten "Kohlen­podeste", Diese hatten manchmal eine grös­sere Ausdehnung; Kohlenmeiler wurden näm­lich meist in einer grösseren Anzahl bei­sammen errichtet. So wurde die Arbeit durch den Köhler auch kontinuierlich fortgefünrt: während hier den mächtigen, grauen Erdmas­sen noch der beissende Rauch entquoll, wur­den dort schon weitere Meiler aufgebaut.

( bitte wenden )

" RUND UM MONTABAUR" erscheint don­nerstags jeder Woche, Herausgeber, Druck und Verlag: PRIMO-VERLAGS-DRUCK, Linus Wit- tich, 5411 Weitersburg, Hauptstr. 9, Telefon: 02622 - 4055-56.

POSTANSCHRIFT: 5413Bendorf/Rh., Postfach 150. Verantwortlich f. d. Inhalt: Helmut Schnei­der, Höhr-Grenzhausen, In den Baumgärten 1f Tel. 02624 - 7488. LAYOUT: Roswitha Dott, Bendorf-Mülhofen.

REDAKTIONSSCHLUSS: dienstags 17.00 Uhr in Montabaur. ANZEIGEN - ANNAHME­SCHLUSS: dienstags 8.00 Uhr beim Verlag.

Zu jeder Zeit bei Tag und Nacht ist unser

Abschleppdienst

bereit. Rufen Sie uns an unter Nr.

Tel. 801

Gebrauchtwagenangebot

Opel I780 Bj. 66 4890« km, DM 3.90« | Fiat 124 Bj. 67 42000 km, m. Zubehör DM 4.<Hllt

VW 1200 Bj. 61 VW 1500 Bj. 64 Fiat 124 Bj. 66 Fiat 850 Bj. 65/66 Ford 12 M Bj. 66 Opel 1500 Bj. 64/65

VW Khar. Ghia Bj. 64 Fiat 1300 Bj. 64 VW 1500 Käfer Bj. 67 Opel Rekord Bj. 63 Opel Kadett Bj. 63/64 Opel Rekord 1700 S Bj. 64/65

RAMB - AUTO - SERVICE

alleiniger FIAT-Händler im Unterwesterwald

Höki-Greizkausen, TeL 02624/801 - 803, Sellen, Tel. 02626/5539

Vertreten bei den Firmen: Helmut Kuch KG, Baumbach, Tel. 02623/7203 Werner Adam, Montabaur, Tel. 02602/3237 Esso-Station Bernd, Neuhäusel, Tel. 02620/360