RUND UM MONTABAUR Nr. 10/19/70/4
Ö
jj BÜRQER- UND | QEWERBEVEREIN e. V. MONTABAUR
Jahreshauptversammlung
Am 29. April 1970 fand die Jahreshauptversammlung des Bürger- u. Gewerbevereins im Kolpinghaus statt. Der Besuch war leider schlecht. Waren doch nur rd. ein Viertel der Mitglieder anwesend. Nach Erledigung der obligatorischen Tagesordnungspunkte, wie Geschäftsbericht, Kassenbericht und Kassenprüfungsbericht wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.
Zu dem angekündigten Thema "Kommunalgeschehen in und um Montabaur" machte Bürgermeister Mangels zunächst allgemeine Ausführungen über den Haushaltsplan der Stadt für 1970. Alsdann berührte er folgende Punkte:
BILDUNGSWESEN, SCHUL- U. SPORTZENTRUM. WEITERENTWICKLUNG DER STADT in den kommenden 10 Jahren als Mittelzentrum. STÄDTEBAULICHE ERNEUERUNG und KOMMUNALE UMGESTALTUNG.
An dem nun folgenden Frage- und Antwortspiel: "Mitbürger fragen, Bürgermeister antwortet" beteiligten sich die anwesenden Mitglieder sehr lebhaft und umfangreich. Es wurden sehr viele Punkte angesprochen. Zu den einzelnen Fragen gab Bürgermeister Mangels erschöpfende Auskünfte; u.a. über Zuschuss für Hallenschwimmbad, welcher sich ln späteren Jahren, nach dem Bau von weiteren Hallenschwimmbädern in Wirges und Höhr-Grenzhausen durch Verminderung der Besucherzahl noch vergrössern wird. Die Verwaltungsräume der Stadt sind bei Schaffung der Verbandsgemeinde unzureichend. Ergänzung ist evtl, durch Anbau möglich. Auch muss die Verlegung der Stadtbücherei ins Auge gefasst werden. Auf die Frage betr. Schaffung eines Omnibusbahnhofes antwortete Bürgermeister Mangels, dass dies im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes, welche nach Fertigstellung des neuen Parkplatzes auf der ehern. Kalbswiese in Angriff genommen wird, möglich sei. Über die geplante Neugestaltung des Konrad-Ade- nauer-Platzes machte der Bürgermeister weitere Ausführungen. Die neueingeteilten Grundstücke sollen zunächst ortsansässigen Gewerbetreibenden angeboten werden. Einige ernstmeinende Interessenten sind bereits vorhanden. Weiter teilte er mit, dass das ev. Hilfswerk ihre Bauvorhaben zurückgenommen habe und bereits im Besitz befindliche Grundstücke an die Stadt verkauft habe. Dagegen habe die kathol. Siedlungsgesellschaft das ehern. Ziegeleigelände zum Bau von Eigenheimen und Mietshäusern erworben. Das Vorbehaltsgelände zwischen Rhein- und Siegstrasse wird von der Stadt an Bauinteressenten weitergegeben für 30 Einfamilienhäuser. Zum Problem Parkmöglichkeiten ist der Bürgermeister der Ansicht dass die Umgehungsstrasse den Durchgangsverkehr einschränken und dadurch weitere Parkgelegenheiten möglich machen werden.
Den Gewerbebetreibenden wurde empfohlen, ihre Betriebe, soweit noch nicht geschehen, attraktiver zu gestalten. Weiter sollen die Bewohner der Hauptstrassen ihre Häus.
durch Blumenschmuck verschönern und das durch Putz verdeckte Fachwerk neu gestalten. Die Grünanlage am Wolfsturm soll noch in diesem Jahre geschaffen werden. Die Neugestaltung bzw. Verbesserung des Tiergartens kann erst dann erfolgen, wenn die Stadt endgültig Eigentümer des Tiergartengeländes ist.
Weiter wurde angeregt, öfter innerhalb des Mitgliederkreises Themen zu diskutieren und dazu die Fraktionsvorsitzenden der Im Stadtrat vertretenen Parteien einzuladen,um dadurch die Verbindung zwischen Bürgerschaft und ihrer Vertretung im Stadtrat enger zu gestalten.
Bürgermeister Mangels machte Ausführungen über die geplante Zusammenlegung mit Horressen, Eigendorf und Eschelbach. Die Gestaltung des Gemeinschaftsraumes liegt im Interesse aller Gemeinden und ist im Hinblick auf die Zukunft wünschenswert. Diese Ansicht fand die Zustimmung der Anwesenden.
Zum Schluss wurde Eugen Seyffert als neuer Geschäftsführer an Stelle des ausscheidenden Anton Henrizi vorgestellt. Die dadurch notwendige Ergänzungswahl für den ausscheidenden Beisitzer Eugen Seyffert soll später vorgenommen werden. Zunächst wird Herr Stock als Vertreter zu künftigen Vorstandssitzungen eingeladen.
Um 24.3o Uhr wurde die Versammlung geschlossen. Der 2. Vorsitzende Walter Kunkler dankte den Erschienenen und besonders Bürgermeister Mangels.
Briefmarken — Tauschabend
Das Treffen der Sammlerfreunde Montabaur und Umgebung Ist durch die Pfingsttage vorverlegt auf
Montag, dem 11.5.70, 20.oo Uhr im Gasthof Heuser, Montabaur, Bahnhofstrasse, neben Auto-Arnst.
3 480 Kilometer zu Fuß
Der Zweigverein Montabaur des Westerwaldvereins führte im vergangenen Jahr 1 Tages- und 13 Halbtagswanderungen durch. Durchschnittlich nahmen daran 21 Personen teil. Die Marschleistung Je Wanderung lag im Schnitt bei 12,7 km. Das entspricht einer Gesamtleistung von 3.480 km. Hauptwander- und Wegewart liess 78 km des Wegenetzes des Hauptvereins neu kennzeichnen, und zwar auf den Wanderwegen IV, 4,3 und auf dem Rheinhöhenweg. An drei Abenden zeigten die Mitglieder Meisel und Viertel Farbdias aus dem heimatlichen Raum.
Ruhebänke an der Gebücksmauer
Zwischen der Gebücksmauer und dem kleinen Parkplatz in der Elisabethenstrasse wurde eine kleine Erholungsanlage mit drei Ruhebänken und Blumenrabatten angelegt.
Neue Bleiverglasung
Ein Teil der Fenster in der Pfarrkirche St. Peter in Ketten erhielt in diesen Tagen eine neue Bleiverglasung.
Aus dem Polizeibericht
Insgesamt ereigneten sich über das Wochenende im Unterwesterwaldkreis im Zuständigkeitsbereich des Gend.-Kommandos Montabaur 11 Verkehrsunfälle.
KEIN FÜHRERSCHEIN Pkw-Fahrer beführ die B 49 von Montabaur kommend in Richtung Limburg. In der Hermolder in einer scharfen Rechtskurve
kam das Fahrzeug vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit ins Schleudern, anschliessend nach rechts von der Fahrbahn, riss zwei Leitpfähle um und blieb anschliessend in der Böschung stehen. Verletzt wurde niemand. Es entstand lediglich Sachschaden. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass der Fahrer nicht im Besitze einer Fahrerlaubnis war.
NICHT AUFGEPASST
- Montabaur - Pkw-Fahrer beführ die Kirchstrasse von Koblenz kommend in Richtung Stadtmitte. In Höhe des Kleinen Marktes musste er sein Fahrzeug anhalten. Ein nachfolgender Pkw fuhr aus Unaufmerksamkeit auf dieses Fahrzeug auf. Personen wurden keine verletzt. Es entstand Sachschaden.
UNFALL UND ALKOHOLVERDACHT
- Montabaur - Pkw-Fahrer befuhr die L 313 von Wirges kommend in Richtung Montabaur. In Montabaur auf der Eschelbacher Strasse, Höhe Tiergartenstrasse kam der Fahrer nach rechts auf den Bürgersteig, überquerte die Tiergartenstrasse und stiess anschliessend frontal gegen eine Hauswand. Es entstand erheblicher Sachschaden. Zwei Personen wurden leicht, eine schwer verletzt. Da bei dem Fahrer Verdacht der Trunkenheit bestand, wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet.
SCHWERER UNFALL
- Montabaur - Pkw-Fahrer beführ in Montabaur die Koblenzer-Str. in Richtung Koblenz. Bei km 20,196, etwa in Höhe des Krankenhauses in einer leichten Rechtskurve, kam er vermutlich infolge zu hoher Geschwindigkeit und Witterungsverhältnisse (starker Nebel) auf die Gegenfahrbahn und stiess dort mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen. Bei dem Zusammenstoss wurden 3 Personen schwerer und eine Person leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.
ZWEI VERLETZTE
- Gemarkung Montabaur - Pkw-Fahrer befuhr die B 255 von Montabaur kommend in Richtung Boden. In Höhe von km 0,500 wollte er nach links auf den dort angelegten Parkstreifen einbiegen, um sein Fahrzeug zu wenden. Beim Einbiegen kam es zu einem Zusammenstoss mit einem Pkw, der in gleicher Richtung führ und zum Überholen angesetzt hatte. Bei dem Zusammenstoss wurden 2 Personen leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden.
WICHTIGE INFORMATION Achtung Krankenschein !
Die Mitglieder der Angestellten-Krankenkassen haben offenbar noch zahlreiche Schwierigkeiten mit ihrem Krankenschein- Scheckheft, das durch die Beitragsrückgewähr eine neue Bedeutung erhalten hat. Nach den Feststellung der Geschäftsstelle Montabaur der Deutschen Angestellten- Krankenkasse (DAK) werden zahlreiche Krankenscheine für ärztliche Behandlung im fälschen Quartal benutzt. Aus einem Eindruck auf jedem Krankenschein geht deutlich hervor, für welches Quartal sie vorgesehen sind. Würde etwa der Krankenschein für das erste Vierteljahr 1970 nicht benutzt, ist er im Scheckheft zu belassen und darf nicht bei einem Arztbesuch im jetzigen

