Ausgabe 
30.4.1970
Seite
146
 
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.*UND UM MONTABAUR Nr. 9/18/70/12 Arnsteiner Teil lag noch 1663 wüst. Im trierischen Ortstell wohnten 1786/87 23 Ein­wohner. Heute sind es 84.

Neben einer modernen Hotelpenslon besteht hier ein Sägewerk mit Zimmergeschäft. Ob­wohl man zur Gemeinde Gackenbach gehört, dort zur Kirche geht und die Schule be­sucht, sind die beruflichen und wirtschaft­lichen Beziehungen zum 'Lahnraum stark ausgeprägt.

Dat "Korlche" vom Tannenhof:

El El SO VORBEI - OVUM OVUM SIC ANTE APUD

Und so geschah es auch, allerdings nur zu wörtlich, nämlich wortwörtlich. Kurze Zeit später prangte denn auch das neue Wirtshausschild ln Dies mit Jener Inschrift, die dann später so manchen Wanderer ein vergnügtes Schmunzeln entlockte und ihn, obwohl er es vorhatte oder nicht, zur Ein­kehr bei dem originellen Gastwirt veran- lasste, denn auf dem Schild war zu lesen unter den Worten: "Ei, ei, so vorbei" die Hoffmannsche genaue wörtliche lateinische Übersetzung: "Ovum, ovum, sic ante apud".

Nach Hermann Heck

DIES IM GELBACHTAL

ist das südlichste Dorf unseres Verbrei­tungsgebietes. Die Sage erzählt, der Name leite sich von "Paradies" her. So anmutig und idyllisch sei dieses Fleckchen Erde. Nach alter Sitte tanzt man auch hier in den Mai. (Siehe unseren Bericht im In­nern!)

Unser Bild zeigt das Dorf an der Einmün­dung des Llngsinger Bachtales, überragt vom 140 m höheren Schäferberg, in. den der Hochwildschutzpark hineinragt. Links ist Hübingen zu erkennen.

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OnmOrm sic wte apud.

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An der Ecke Gelbachstr,/Holzappelerstr. steht in Dies das Hotel Tannenhof, ein be­liebtes Ausflugslokal, das vom Vorsitzen­den des Hotel- und Gaststättengewerbes im Westerwald geführt wird. Davor wurde es über 30 Jahre von der Familie Wilhelmi geleitet, und davor vom "Dieser Korlche", einem weitum bekannten Original. Das "Korl­che" ist nicht nur der Urheber des Dieser Malfestes, sondern auch des Wirtshausschil­des, von dem die folgende Geschichte be­lichtet:

Als das "Dieser Korlche" lebte, da sagten sich im Buchfinkenland noch Has und Fuchs Gute Nacht. Doch schon war die lang ent­behrte Strassenverbindung zwischen Monta­baur und dem Lahntal geplant, die auch das Gelbachtal dem Verkehr erschliessen sollte. Und so war denn das "Dieser Korlche", stets zu allerhand lustigen Streichen auf­gelegt, auf den guten Gedanken gekommen, die wundervolle Lage seines Ortes dazu auszunutzen, um aus seiner bisherigen "Wertschaft" eine moderne Fremdenpension zu machen. Dazu brauchte er vor allem ein Wirtshausschild, das die vorbeiziehen­den Wanderer und Reisenden anlocken sollte. Dieses sollte ihm nun der Bildhauer Hahn liefern, der wegen seiner damals hochmo­dernen schw. Glasschilder m. Goldschr. weit und breit bekannt war. Den Spruch für das Schild hatte sich das "Dieser Korlche" schon ausgedacht: "Ei, ei, so vorbei".

Das schien auch seiner Stammtischrunde im Berlebachs Eck zu Diez nicht übel, nur der Oberlehrer Hoffmann meinte, da müsste noch etwas dabei, was auch die "besseren Leut", die "Pfarrer, Lehrer, Doktor, Abedeker, Amtsrichter und dergleichen", anziehen wür­de. "Mer kennt den Spruch jo uff Ladeinlsch nochemal drunner setzte." Das hat dem "Dieser Korlche" eingeleuchtet, nur hatte er Bedenken, ob das auch wirklich so wür­de. Bei "dene Uzvögel" musste man wohl "uff der Hut" sein. Aber de Oberlehrer Hoffmann beruhigte ihn: "Es vird. genau 'örtlich übersetzt!"

HOTEL / JC

gern besuchtes Speiselokal im romantischen Gelbachtal 1

lädt ein

MAIFEST in Dies

am 2. und 3. Mai TANZ

TIEFBAUVORHABEN

Die Ausschreibungen für Kanalisation und Strassenbau wurden vorgenommen und die Angebotsunterlagen sind inzwischen einge­gangen. Lt. Haushaltsplan sind im Jahre 1970 für die Ortsentwässerung 218 000. DM vorgesehen.

Für Strassenbau sind 151 000. DM im Plan ausgewiesen. Dieser Betrag dürfte nach den vorliegenden Angeboten aber nicht ganz aus­reichen. Der grösste Teil dieser Gelder ver­schlingt der Ausbau der Weserstrasse mit Bankettausbau in der Lahn- und der Mosel­strasse.

Der Betrag für die Ortsentwässerung ist vorwiegend für das Neubaugebiet "Auf der Kuh" vorgesehen.

AHRBROCKE IN HEILIGENROTH

Trotz ihres Alters noch sehr solide und auch etwas romantisch wirkt dieses Brück- chen über den Ahrbach in Heiligenroth.

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