Ausgabe 
26.3.1970
Seite
56
 
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RUND UM MONTABAUR Nr. 4/13/70/4 einzelne mithelfen die Stallschwalbe ln unseren Dörfern und der Stadt zu erhal­ten.

Die aussen am Haus unterm Dach lebende Hausschwalbe geht leider von Jahr zu Jahr unter anderen auch dadurch zurück, well die Verschmutzung des Bodens vor dem Haus als störend empfunden wird. Deshalb werden viele Nester gedankenlos herunter- gestossen, obwohl ein etwa 20 cm breites Brettchen - ca. 10 cm unter dem Nest angebracht - ausreicht, um den Vogelkot auf­zufangen. Niemand merkt dann mehr, dass unterm Dach ein Schwalbenpaar brütet.

Wer ein Übriges tun will, hänge künstliche Nester für die Stall- und Hausschwalbe auf und er wird seine helle Freude daran haben, wenn quirliges Vogelleben aus ihnen klingt.

Die Kunstnester sind leicht aufzuhängen und bedürfen keinerlei Pflege. Der Erfolg einer solchen Aktion ist in der Stadt auf dem alten Juxplatz unter dem Sims des alten A mts- hauses im Frühjahr -von jedermann zu be­obachten, wenn die Hausschwalben regel­mässig die Kunstnester beziehen.

Volkening

Oberforstmeister

Montabaur. Die mehr als zweijährigen Be­mühungen von OStr. Blumenröther vom Staatl. Gymnasium um eine Schulpartner­schaft mit* England werden in den nächsten Tagen mit Erfolg belohnt. Am Ostermontag startet eine Gruppe von 40 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Klassen des Gymnasiums unter seiner Leitung zu einer ersten Begegnungsfahrt nach Brackley/Northamptoushire.

Brackley, ein kleines Landstädtchen mit jahrhundertealter Tradition vor allem auf dem Schulsektor, liegt etwa 100 km nord­westlich von London auf der Mitte der Linie Oxford - Northampton. Schon früher hatten auf Vermittlung der jeweiligen Schul­behörden verübergehend Kontakte zwischen den Schulen bestanden, die jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hatten. Erschwert werden die Beziehungen durch unterschiedliche Organisationsformen der Schulen und teilweise ungünstige Ferienter­mine. Es gibt dort eine "Secondary School", etwa unserer Hauptschule vergleichbar, und je ein Jungen- und Mädchengymnasium mit Internaten. Deutsch wird nur als Wahlfach in einer Arbeitsgemeinschaft unterrichtet, so dass von hierher die Motivierung für Austauschbestrebungen nur gering vorhanden ist.

Trotzdem gibt es seit rund zwei Jahren eine Reihe von Brieffreundschaften, die nun durch persönliches Kennenlernen vertieft werden sollen. Wer von seinem Brieffreund eine Einladung erhalten hat, wird für die Zeit des Aufenthaltes in dessen Familie wohnen. Da dies nur bei etwa der Hälfte der Teil­nehmer der Fall war, wurden die übrigen durch die Stadtverwaltung Brackley in Fa­milien vermittelt, die ihnen Gastfreund­schaft gewähren. So können diesmal 40 Mäd­chen und Jungen zwischen 14 und 20 Jahren (angemeldet hatten sich 58) den Antritts­besuch miterleben. Da durch die Bezirksre­gierung ein Zuschuss zu den Fahrtkosten ge­währt wird, halten sich die Auslagen für die Eltern in erträglichem Rahmen.

Die Fahrt beginnt am Ostermontag um 5.3o Uhr am Zentralplatz, nachdem bereits um 5.15 Uhr eine Gruppe in Wirges den Bus bestiegen hat. Um die Mittagszeit geht es nach einer Fahrt durch Belgien in Ostende

auf die Fähre, die nach etwa vierstündi­ger, hoffentlich nicht zu stürmischer Fahrt in Dover anlegen soll. Dort wird sich der Busfahrer auf Linksverkehr umstellen müs­sen und die Gruppe zunächst bis nach Lon­don bringen. Hier wird in einem Hotel nahe dem "Hyde Park" übernachtet und am nächsten Tag die Riesenstadt kreuz und quer durchstreift. Erst am Mittwoch geht es weiter nach Brackley, wo man gegen Mittag von den Gastgebern erwartet wird. In Brack­ley selbst sind einige Besichtigungen und ein Empfang bei der Stadtverwaltung zu er­warten, und auf einer Ausflugsfahrt werden die Teilnehmer u.a. mit Stratford - on - Avon, der Geburtsstadt Shakespeares, bekannt gemacht. Nach der Rückfahrt am da­rauffolgenden Montag, dem 6. April, wird der Bus um etwa 23.oo Uhr wieder auf dem Zentralplatz zurückerwartet, und wenn auch gleich am nächsten Tag die Schule wieder beginnt, so werden doch die Teilnehmer auf erlebnisreiche Ferien zurückblicken können und ihren Klassenkameraden viel zu erzäh­len haben.

Die Stadtverwaltung in Montabaur bekundet ihre Verbundenheit mit dem Austauschbe­such durch eine Grussbotschaft, die OStR. Blumenröther im Auftrag von Bürgermeister Mangels übergeben wird. Ausserdem soll ein Stich von Montabaur den Bewohnern vom Brackley einen optischen Eindruck von der Stadt vermitteln, mit der sie in Zukunft eventuell nähere Beziehungen verbinden wer­den.

DAS GROSSE KLAPPERN BEGINNT

Wenn heute am Gründonnerstag aus Trauer über den Tod des Herrn die Kirchenglocken verstummen, dann holen an vielen Orten rund um Montabaur die Schulkinder ihre Klappern hervor.

Es gibt verschiedene Klappern oder Rat­schen. Oft sind es altererbte Stücke, doch fast jede Familie besitzt eine. Die einfachen haben einen oder zwei Klöppel; diese fanden Eingang in die Katholische Liturgie der Kartage. Andere wiederum sind ausgeklü­gelte Lärminstrumente, sogenannte Dreh­klappern.

Gründonnerstagmittag zieht die Schar der Klapperer zum erstenmal durchs Dorf; wiederum am Abend, je dreimal am Kar­freitag und am Karsamstag.

Morgen? heisst ihr Sprüchlein: "Wir klappern zum erstenmal. Mittags: "Wirklap­pern, wir klappern zu Mittag". Und abends: "Wir klappern, wir klappern zum Abend". Ihre fröhlichen Mienen und die Lust zum mörderischen Lärm passen dennoch nicht so recht zum Ernst der Kartage,

Unsere Bilder zeigen einmal verschiedene Arten von Klöppel- und Drehklappern, zum andern eine mit ihren Klappern durchs Dorf ziehende Kinderschar.

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